20.000 Unterschriften

geschrieben von
Vorstand der VVN-BdA Land Brandenburg e.V.

5. September 2013

Im April startet eine Volksinitiative zu Erinnerungsorten in
Brandenburg

März-April 2010

Kontakt:

VVN-BdA Land Brandenburg,
Jägerstr. 36, 14469 Potsdam,
vvn-bbg (at) gmx.de

Alle weiteren Informationen finden sich auf unserer regelmäßig aktualisierten Internetseite unter: brandenburg.vvn-bda.de/erinnerungsorte

Der Erhalt dezentraler Erinnerungsorte für die Zeit des faschistischen NS und der öffentliche Zugang zu ihnen ist ein wichtiger Teil einer demokratischen und antifaschistischen Erinnerungskultur in Deutschland und Europa. In Brandenburg gibt es viele solcher Orte. Seit Jahren setzen sich Lagerkomitees und Initiativen mit großem Engagement für sie ein. Die Brandenburger Landesvereinigung der VVN-BdA will im Bündnis mit den Initiativen vor Ort für den Erhalt verschiedener Erinnerungsorte im Land Brandenburg eine Volksinitiative starten. Die Sammlung der 20.000 Unterschriften wird zum 65. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück und seiner Außenlager im April beginnen. Im Zentrum der Initiative stehen dabei besonders drei Orte.

Das Klinkerwerk steht wie kein anderer Ort im Land Brandenburg für das nationalsozialistische Programm der Vernichtung durch Arbeit. Häftlinge mussten das Werk, die Hallen und Hafenanlagen errichten. In verschiedenen »Strafkommandos« gingen tausende Menschen zugrunde.

Das Mädchenkonzentrationslager Uckermark zählte 1945 ca. 1.000 Mädchen und junge Frauen als Häftlinge. Viele von ihnen waren als »asozial« kriminalisiert worden. Im Januar 1945 wurde auf dem Gelände ein Vernichtungslager für Häftlinge aus Ravensbrück gebaut. Bis April 1945 wurden dort ca. 5.000 Frauen umgebracht.

Im November 1943 wurden die ersten Häftlinge nach Lieberose deportiert. Im Frühjahr 1944 kamen dann weitere, zumeist ungarische und polnische Juden. Unter unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen mussten sie die Anlagen des Truppenübungsplatzes bauen, wobei tausende Häftlinge den Tod fanden.

Wir fordern eine angemessene Förderung und Unterstützung durch das Land Brandenburg, um öffentlich zugängliche und würdige Gedenkorte zu schaffen. Dafür können und müssen unterschiedliche Formen gefunden werden, die die Gegebenheiten vor Ort und die dort über Jahre gewachsene Arbeit von unten maßgeblich berücksichtigen.

Wir rufen alle Interessierten, Vereine und Einzelpersonen, auf, die Volksinitiative auch über das Land Brandenburg hinaus zu unterstützen. Mit zur Initiative rufen das Sachsenhausen-Komitee in der BRD und die Berliner VVN-BdA auf.