Absage an Geschichtsfälscher

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geschrieben von Markus Bernhardt

Breite Bündnisse rufen zur Verhinderung eines Naziaufmarsches in
Dresden auf

Jan.-Feb. 2009

Zum wiederholten Mal mobilisieren Neonazis aus dem In- und Ausland für den 14. Februar zu einem Großaufmarsch nach Dresden. Gemeinsam mit anderen Ewiggestrigen wollen sie im Rahmen eines angeblichen »Trauermarsches«, an die Menschen erinnern, die bei der Bombardierung der Stadt durch die Anti-Hitler-Koalition im Februar 1945 ums Leben kamen.

Der jährlich in der sächsischen Landeshauptstadt veranstaltete Naziaufmarsch hatte in den vergangenen Jahren mehrere Tausend Faschisten in die Elbmetropole gelockt. In diesem Jahr ruft erstmalig ein breites antifaschistisches Bündnis – darunter die Antifaschistische Linke Berlin (ALB), diverse Linksparteipolitiker und Kulturschaffende -

zur Verhinderung der rechtsextremen Demonstration auf. Unter dem Motto »No pasarán! Kein Ort für die Verdrehung der Geschichte!« wollen die Antifaschisten sich dem Aufmarsch konkret in den Weg stellen.

»Der sogenannte ‘Trauermarsch’ hat die Funktion der Vernetzung, Ideologiebildung und Festigung einer neonationalsozialistischen Identität. Mit seinem positiven Bezug auf den Nationalsozialismus stärkt er die Nazis nach innen und soll strömungsübergreifende Einigkeit nach außen demonstrieren«, konstatieren die Organisatoren in ihrem Aufruf. Dadurch werde ein Klima geschaffen, in dem Angriffe auf Migranten, Linke und alle anderen, die nicht in das menschenfeindliche Weltbild der Nazis passen, zur Normalität würden, heißt es weiter. Während in diesem Jahr mehrere Hundert Antifaschisten in Dresden erwartet werden, hatten in den vergangenen Jahren neben bürgerlichen Nazigegnern einzig politische Splittergrüppchen gegen den Aufmarsch der Rechten mobil gemacht, mit Sprüchen wie »Bomber Harris do it again!« und »Alles Gute kommt von oben!« jedoch einzig die Bevölkerung provoziert.

Neben dem antifaschistischen Bündnis, das besagten Parolen eine Absage erteilt, ruft ein Bündnis aus demokratischen Parteien, Kirchen und Gewerkschaften unter dem Motto »Geh Denken!« ebenfalls zur Verhinderung des Aufmarsches auf. Während Leningrad, Rotterdam oder Coventry Ziele des deutschen Angriffs- und Vernichtungskrieges waren, sei Dresden bombardiert worden, um die nationalsozialistische Gewaltherrschaft zu beenden, heißt es im Aufruf dieses Bündnisses

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