Antifaschistischer Kampf

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geschrieben von Ulrich Schneider

Ausstellung »Europäischer Widerstand gegen den Faschismus«
vor der Eröffnung

Mai-Juni 2013

Vor einigen Jahren begannen die FIR und das belgische Institut des Vétérans mit einem großen Erinnerungsprojekt, das in diesem Jahr vor dem Abschluss steht – die Ausstellung »Europäischer Widerstandskampf gegen den Faschismus«. Etwa drei Jahre arbeitet eine Gruppe von Historikern und Gestaltern, z.T. unterbrochen durch andere Großprojekte, an dieser Idee. Mitgliedsverbände der FIR haben mit interessanten Bildern und teilweise umfangreichen Texten dazu beigetragen, das Projekt mit historischem Material zu fundieren. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen:

Auf mehr als 40 großen Stelltafeln finden sich Informationen über den Widerstand in 21 damaligen europäischen Ländern. So zeigt die Ausstellung Bilder des antifaschistischen Kampfes in Jugoslawien, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei, auch wenn diese Staaten heute so nicht mehr existieren.

Die Ausstellung richtet sich insbesondere an junge Menschen und soll ihnen einen Eindruck davon vermitteln, dass es auch in den Jahren des Krieges und der Okkupation einen breiten und vielfältigen antifaschistischen Widerstand gegeben hat, der vor allem von jungen Leuten getragen wurde. Bei der Auswahl der Beispiele aus den verschiedenen Ländern wurden deshalb vor allem solche Beispiele ausgewählt, auch wenn es noch viele andere Gruppen gegeben hat. Zugleich bedeutet die Orientierung auf junge Besucher auch, die Ausstellung nicht mit Texten zu überlasten, sondern die Botschaft der Ausstellung mit möglichst eindrucksvollen historischen Bildern zu transportieren. Das war nicht leicht, da die illegalen antifaschistischen Kämpfer natürlich wenig Wert darauf legten ihre konspirative Arbeit fotografisch festzuhalten. Dennoch wurden für diese Ausstellung etwa 250 Fotos unterschiedlicher Qualität und Aussage zusammengetragen, die ein überzeugendes Kaleidoskop des antifaschistischen Kampfes in Europa bilden.

Der Umfang von 40 Stelltafeln hat zur Folge, dass für alle dokumentierten Länder hinsichtlich der inhaltlichen Seite Kürzungen vorgenommen werden mussten. Die Ausstellung erhebt also keinen Anspruch auf Vollständigkeit, durch die Einbindung der Bilder vermeidet sie aber auch eine »lexikalische« Kürze. Sinnvoll dürfte es sein, der Ausstellung ergänzende Texte zum Widerstandskampf in den einzelnen Ländern beizugeben, wenn sie in den jeweiligen Ländern präsentiert wird. Diese Aufgabe liegt in der Verantwortung der jeweiligen nationalen Mitgliedsverbände der FIR.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Montag, den 8. Juli 2013 in den Räumen des Europäischen Parlaments statt. An der Eröffnungszeremonie ist natürlich auch die FIR beteiligt. Die Ausstellung wird dann bis zum Beginn der Parlamentsferien dort gezeigt. Anschließend wird diese Version der Ausstellung durch Einrichtungen, Schulen und Museen in Belgien auf Tournee gehen. Die FIR erhält eine vollständige dreisprachige Version der Ausstellung (Texte in Deutsch, Englisch, Französisch), die ab Herbst 2013 in verschiedenen europäischen Ländern gezeigt werden kann. Über die Konditionen der Ausleihe werden die interessierten Verbände später informiert.

Mit dieser Ausstellung bekommen die FIR und ihre Mitgliedsverbände ein eindrucksvolles Material, mit dem sie ihre geschichtspolitische und pädagogische Erinnerungsarbeit auf einer guten Grundlage umsetzen können. Dafür muss auch den Mitarbeitenden des Institut des Vétérans in Belgien ausdrücklich Dank gesagt werden.

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