Denkmal Boxring für ›Rukeli‹ in Dresden

Drucken

Nov.-Dez. 2012

Das Künstlerkollektiv NURR hat mit seiner Installation bestehend aus einem stählernen Boxring mit Betonoberfäche ein temporäres Denkmal für den sinto-deutschen Boxer Johann Trollmann geschaffen. Dieses gastiert zur Zeit in Hellerau-Dresden. Das Bild zeigt den Ring auf dem Ballhofplatz in Hannover (Foto: Michael Pechel).

Trollmann wurde 1933 deutscher Meister im Halbschwergewicht. Der Titel wurde ihm als »Nicht-Arier« nach acht Tagen wieder aberkannt. 1942 wurde er im KZ Neuengamme inhaftiert und 1944 nach einem leider gewonnenen Boxkampf gegen einen Kapo im KZ Wittenberge ermordet.

Die über eine Ringecke abgesenkte Boxringskulptur übersetzt in originaler Größe die soziale und politische Degradierung, die Trollmanns Leben beherrschte. Die schräge Ebene des Boxrings garantiert keinen Halt mehr, so wie die brutale Diffamierung »nicht-arischer« Menschen im Dritten Reich. Bis 16. Dezember im Europäischen Zentrum der Künste Dresden.

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen