Eine lange Vorgeschichte

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geschrieben von Reinhardt Silbermann, Hamburg

Zum antifa Artikel »Ein britisches No pasarán« Ausgabe Nov./Dez. 2014

Hier in Hamburg freuen wir uns natürlich sehr, dass der Musicalfilm »Goodbye Barcelona« in Berlin so gut gefallen hat. Doch von Seiten der Unterstützer (organisatorisch, ideell und finanziell) der Erstaufführung in Hamburg am 23. März diesen Jahres habe ich Enttäuschung übermittelt bekommen, dass im Filmabspann und in der Presse (ND etc.) darüber keinerlei Erwähnung zu lesen war. Die Unterstützer waren vor allem »Der Stadtteiltreff A.G.D.A.Z. in Hamburg Steilshoop«, das Bezirksamt Hamburg-Wandsbek, der Deutsche Freidenker-Verband, das »Hamburger Bündnis gegen Rechts«, das Instituto Cervantes Hamburg, die VVN-BdA – Landesvereinigung Hamburg, der »Fan-Laden FC St. Pauli«, das »Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung«, die »Willi-Bredel-Gesellschaft – Geschichtswerkstatt e.V.«, das antifaschistische Wohn- und Ferienheim Heideruh – um nur einige zu nennen.   Unerwähnt bleibt, wieviel Mühe und Überzeugungskraft es vor ungefähr anderthalb Jahren gekostet hatte, linke Organisationen von der Wichtigkeit und fachlichen Kompetenz dieses Musicalfilms zu überzeugen. Der Programmgruppe des Hamburger Stadtteilvereins A.G.D.A.Z. ist es zu verdanken, dass der in englischer Sprache aufgeführte Musicalfilm mit deutschen Untertiteln für das deutsche Publikum verständlich gemacht werden konnte. Sie suchte Übersetzter und fand sie, die diese Aufgabe kostenlos übernahmen. Aus Berlin war allerdings keiner dabei. Die Übersetzter kamen aus Hamburg, London, Chemnitz und Dumfries/Schottland.   Obwohl man den Musicalfilm nicht kannte, schlug uns eine steife Brise von Linken aus Hamburg entgegen. Einige Äußerungen: »Oberflächliche Pseudokultur«, »Verblödungskulturbetrieb«, »Pathos und Revolutionskitsch« usw. usw.. In Berlin traute man wohl der Sache auch nicht so recht.   Das war die Basis im Frühjahr 2013. Wir, von der Programmgruppe des A.G.D.A.Z., wussten um die Qualität des Musicals und ließen uns nicht beirren. Nach mühevoller Suche nach Unterstützern und einem würdigen Aufführungsort konnten wir dann die »Deutschland-Premiere« am 23. März 2014 in Hamburg mit dem Regisseur Karl Lewkowicz und seinen Helfern feiern.   Auch die angereisten Skeptiker aus meinem Verein KFSR und andere Gäste waren nach der Aufführung begeistert und überzeugt. Fazit: Wäre das A.G.DA.Z. mit seiner Programmgruppe nicht hartnäckig und zäh »am Ball geblieben«, dann würde man vermutlich heute noch auf eine Version mit deutschen Untertiteln warten, bzw. würde fast keiner diesen Musicalfilm in Deutschland kennen. Der Weg bis zu dieser Aufführung war in Wirklichkeit viel länger und enorm arbeitsintensiv gewesen.

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