Zu Gast in Mailand

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geschrieben von Helmut Hirsch

Ausstellung über den Widerstand der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation

Pünktlich zum 70. Jahrestag der Befreiung Italiens vom Faschismus am 25. April 2015 wurde die Ausstellung über die Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation in Mailand eröffnet.

Bewegend und zutiefst beeindruckend war die gewaltige Demonstration zum Tag der Befreiung mit über dreihunderttausend Teilnehmern. Auch die nicht so stark besuchte Demonstration und Kundgebung zum 1. Mai war bunt, temperamentvoll und mitreißend.

Nachdem die Ausstellung bereits 2013 mit großem Erfolg in Genua gezeigt wurde, hat das »Centro Philippo Buonarroti« die Ausstellung in Mailand organisiert. Gezeigt wurde sie im Mailänder Haus der Nationalen Vereinigung der Partisanen Italiens A.N.P.I.

An den sechs Ausstellungstagen besichtigten viele Besucher die Ausstellung, darunter zahlreiche Schulklassen und Studentengruppen. Deutlich über 100 Ausstellungskataloge in vorbildlichem italienischem Layout wurden verkauft. Zwei Konferenzen wurden ebenfalls in dieser Zeit durchgeführt: »Paul Hirsch und die Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation in den Askania-Werken Berlin«, eine PowerPoint-Präsentation in Italienisch und eine Podiumsdiskussion zum Thema »Deutscher Widerstand und Italienischer Widerstand«.

Die Ausstellung verringerte eine Lücke im öffentlichen Geschichtsbewusstsein Italiens. Geprägt wird das Bild Deutschlands und der Deutschen durch den Einmarsch von SS-Panzer- und -Motorisierten Divisionen im Herbst 1943 in Nord- und Mittelitalien bis Monte Cassino südlich von Rom. Damals versuchte die militärische Führung Italiens, das Achsen-Bündnis mit Nazi-Deutschland zu verlassen und auf die Seite der Alliierten überzugehen. SS-Truppen nahmen daraufhin die italienischen Soldaten gefangen und deportierten sie zur Zwangsarbeit nach Deutschland. Durch schrankenlosen Terror wurde versucht, den Widerstand der starken italienischen Partisanenbewegung mit zahllosen Massakern, Geiselerschießungen und Deportationen in Konzentrationslager zu brechen. Das ist nicht gelungen, kostete aber ungeheure Opfer unter den Partisanen und der Zivilbevölkerung.

Die Ausstellung vermittelte nun das für viele Italiener überraschende Bild, dass selbst in Nazi-Deutschland ein Netz sehr aktiver Widerstandsgruppen existierte.

Noch während der Ausstellungstage kamen Vertreter der starken Gruppen der A.N.P.I. in Turin und Rom und regten an, die Ausstellung auch in diesen Städten zu zeigen.

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