Die AfD nach dem Parteitag

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geschrieben von Janka Kluge

In der Essener Grugahalle waren am ersten Juliwochenende über 3500 Mitglieder der AfD zusammengekommen. Damit hatten sich dort fast 20% aller Mitglieder versammelt. Dass es heiß her ging in der Halle, lag nicht nur an den hohen Temperaturen. Der Parteivorsitzende Bernd Lucke wurde von den anwesenden Mitgliedern deutlich abgewählt und Frauke Petry zur neuen Vorsitzenden gekürt. Die Spitzenkandidatin und spätere Fraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag, Frauke Petry, stand und steht für den nationalistischen Flügel der AfD.

Im Vorfeld hatten sich bereits große Widersprüche zwischen dem Vorsitzenden und Gründer der AfD, Bernd Lucke, und seiner Vorstandskollegin Petry aufgetan. Der Streit ging um die Frage, was für eine Partei die AfD sein soll. Bleibt sie europakritisch, oder wechselt sie ins offen rechte Lager?

Zur Erinnerung: nach der Gründung der AfD wurden alle, die Mitglied werden wollten, mit offenen Armen aufgenommen. Bereits damals zeichnete sich ab, dass sich die Partei zu einem Sammelbecken von Rechten und Rassisten entwickeln würde. Viele, die sich von den Kleinparteien »Die Freiheit«, oder den »Republikanern«, abgewandt hatten, fanden hier eine neue politische Heimat. Bei der Bundestagswahl im September 2013 und der Europawahl 2014 waren die Unterschiede innerhalb der AfD schon deutlich zu erkennen. Allerdings versuchte die Parteispitze noch, beide Flügel zusammenzuhalten. Dieser Versuch ist bei den folgenden Landtagswahlen, besonders in Sachsen, gescheitert.

Frauke Petry betonte dann auch in ihrer Rede in Essen, dass sich die AfD in Zukunft besser mit Pegida abstimmen wird. Dagegen wurde Bernd Lucke ausgebuht, als er davor warnte, dass die AfD sich zu einer Anti-Islam Partei entwickeln werde. Aufgebrachte Mitglieder der Partei wollten ihn vom Rednerpult holen, so dass er seine Rede unterbrechen musste. Aus dem Saal kamen Rufe wie »Lügen-Lucke«. Frauke Petry wurde dagegen von ihren Anhängern mit »Petry –Heil« Rufen gefeiert. Deutlicher geht es kaum noch.

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