Europäisches Netzwerk

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VVN-BdA sucht neue Vertretung bei »United for intercultural Action«

Sicher flossen schon viele Informationen und Ideen nach dem außerordentlichen Bundeskongress aus der gesamten VVN-BdA zurück in die einzelnen Kreis- und Landesvereinigungen. Jedoch musste ich am Rande des Kongresses feststellen, dass viele nichts von einem internationalen Netzwerk wissen, in dem unsere Organisation seit über 20 Jahren Mitglied ist. Es handelt sich um das europaweit agierende Netzwerk »UNITED – for Intercultural Action: European Network against nationalism, racism, fascism and in support of migrants and refugees”. Mit über 550 Mitgliedsorganisationen ist dieses 1992 gegründete Netzwerk das größte antirassistische und antifaschistische Netzwerk in Europa. Neben verschiedenen antirassistischen Kampagnen betreibt es seit 1998 eine sogenannte »List of Death«, welche im Internet einsehbar ist (http://www.unitedagainstracism.org/campaigns/refugee-campaign/fortress-europe/). Diese Liste beinhaltet, Stand Juni 2015, ca. 23.000 verifizierte Todesmeldungen von Menschen, die beim Versuch nach Europa zu fliehen, in den Lagersystemen, während oder nach Abschiebungen gestorben sind. Ebenso finden sich Namen von Opfern rassistischer Gewalt. Trotz der Tatsache, dass die Toten des letzten Jahres noch fehlen, ist diese Liste die umfangreichste Sammlung von Namen und Zahlen, die es gibt, was allein daran deutlich wird, dass sie in der wissenschaftlichen Debatte oft als verlässliche Quelle genutzt wird.
Auch wir als VVN-BdA können diese Liste und ihre grafische Aufbereitung in unserer politischen Arbeit nutzen. Ihre fehlende Aktualität mag auch daran liegen, dass das Netzwerk in den letzten Jahren in eine finanzielle Schieflage geraten ist, weil die Mitgliedsbeiträge der einzelnen Organisationen bei weitem nicht ausreichen, um das kleine Sekretariat in Amsterdam am Leben zu erhalten. Auch die Geldströme der EU und des Europäischen Rates fließen nicht mehr so, wie noch vor 10 Jahren. Dennoch versucht UNITED weiterhin, antifaschistische Politik auf europäischer Ebene zu betreiben. Unter anderem bringen sie dafür in halbjährlichen internationalen Konferenzen verschiedene (Mitglieds-) Organisationen zusammen. Diese Konferenzen haben eine Teilnehmerzahl von 70 bis 100 Personen und legen einen klaren Schwerpunkt auf Jugendarbeit und jugendliche Teilnehmer. In ihrer Ausgestaltung unterscheiden sie sich deshalb auch deutlich von althergebrachten Konferenzen. Es wird wesentlich mehr in kleinen Gruppen und oft sehr themenspezifisch gearbeitet. Anliegen der Konferenzen ist es dabei immer, Perspektiven für die gemeinsame internationale antifaschistische Arbeit zu finden. Und hier kommen besonders unsere Mitglieder unter 28 Jahren ins Spiel. Wie bereits erwähnt, findet halbjährlich eine Konferenz statt, zu der jede Mitgliedsorganisation einen Teilnehmer in das Bewerbungsverfahren entsenden kann. Ich selbst habe an mehreren dieser Konferenzen für unsere Vereinigung teilgenommen und habe dort viel gelernt und Kontakte knüpfen können. Jedoch bin ich der Meinung, dass es nun an der Zeit ist, den Staffelstab weiterzugeben. Die nächste Konferenz, zu der wir diese Prozedur anwenden können, wird im Frühjahr 2017 stattfinden. Der Ort und thematische Schwerpunkt sind mir bisher noch nicht bekannt, aber alle interessierten Mitglieder der VVN-BdA, die sich bei mir melden, werden diese Information erhalten sobald sie veröffentlicht wurde. Die Reisekosten werden zum großen Teil durch das Netzwerk getragen. Ich möchte an alle jungen Mitglieder (unter 28) appellieren, sich bei mir per Mail zu melden, wenn sie Interesse an der Teilnahme an einer solchen Konferenz haben und kann nur sagen: Es lohnt sich! Anhand der Bewerbungen werde ich mit den Gremien der VVN-BdA eine Auswahl treffen und sie an UNITED weiterleiten. Florian Gutsche

Teilnahmebedingungen:

  • Alter unter 28
  • Englischkenntnisse (mindestens gutes Schulenglisch)
  • Ausfüllen des UNITED Fragebogens, der bei Veröffentlichung zugesandt wird

Kontakt: florian.gutsche@vvn-bda.de

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