Esther Bejarano auf Kuba

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geschrieben von Jochen Vogler

Musik als Mittel der Verständigung und des Kampfes

Eine Woche dauerte die Konzert-Tournee von Esther Bejarano und der Microphone Mafia mit Auftritten in Havanna, Camaguey und Santa Clara. Die Pressekonferenz zu Beginn der Tournee hatte ein eindrucksvolles Medienecho zur Folge.
Esther Bejarano zeigte sich in Kuba mit ihrer Lebensgeschichte als Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz als überzeugende Vertreterin des antifaschistischen Kampfes:
»Ich bin eine glühende Antifaschistin. Wenn es möglich ist, werde ich das ganze Leben lang kämpfen, damit der Faschismus nie wieder aufkommt, der meine Schwester umgebracht hat. Mit diesem Ziel habe ich Konzerte in vielen Ländern Europas und der Welt gegeben. Wir singen Lieder gegen den Krieg und für die Liebe. Ich habe begriffen, dass es sehr wichtig ist, dass die Jugend erfährt und versteht, was während des Faschismus geschah, damit das nicht wieder passiert. Deshalb arbeite ich seit Jahren mit dieser Rap-Gruppe und wir sind schon eine große Familie, denn sie sind Antifaschisten wie ich.« Und in jedem Beitrag betont sie: »In der Gruppe sind wir drei Generationen und repräsentieren drei Religionen: die jüdische, den Islam und das Christentum. Wir haben eine ausgezeichnete Kommunikation. Das ist etwas, was wir der Welt beibringen wollen. Ganz unterschiedliche Personen können eine gute Arbeit schaffen mit einem wirklichen Respekt vor der Verschiedenheit, aber immer darauf konzentriert, das Gute und die Gerechtigkeit zu vertreten«.
Von insgesamt vier Konzerten in Kuba war Esther bei drei Konzerten dabei. Wegen einer Erkrankung konnte sie am Abschlusskonzert im Garten des kubanischen Musikinstituts in Havanna leider nicht mehr teilnehmen. Dieses Konzert entwickelte sich dann zu einer Rap-Session der Microphone Mafia mit verschiedenen kubanischen Rap-Gruppen.
Eindrucksvoll war der Austausch über Fragen der Menschenrechte im Zentrum der Forschung über internationale Politik im Netzwerk zur Verteidigung der Menschenrechte. Von großer Bedeutung war auch der Empfang der Hebräischen Gemeinde von Havanna. David Prinstein, der Vize-Präsident der jüdischen Gemeinde von Havanna sagte u.a.: »Die jüdische Gemeinde in Kuba kann sich als privilegiert betrachten angesichts unbegrenzter Möglichkeiten der Religionsausübung auf der einen und der gesellschaftlichen Abwesenheit von Judenhass auf der anderen Seite. Kuba ist wahrscheinlich das einzige Land auf der Welt, in dem die Synagogen keines bewaffneten Schutzes bedürfen.«
In guter Erinnerung bleiben auch die Begegnungen im Alphabetisierungsmuseum und im Stadtteilprojekt des Künstlers Kcho.

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