»Rom heißt Mensch« in Rostock

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geschrieben von Axel Holz

Sept.-Okt. 2012

Weltweit gibt es etwa zwölf Millionen Sinti und Roma, die Mehrheit von ihnen lebt in Europa. Was wissen wir aber über ihre Geschichte, ihre Traditionen und über ihre Lebensumstände in Deutschland? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigten sich die Schüler der Europa-Schule Rostock Lichtenhagen über zwei Jahre lang. In Zusammenarbeit mit Museen, Gedenkstätten, Vereinen und der TU Berlin recherchierten die Jugendlichen in Archiven, sichteten Literatur, Zeitungen, Filme und suchten im Internet nach Fotomaterialien und Dokumenten. Die Ergebnisse der Arbeit von 15 Schülern im Alter von zwölf bis 15 Jahren unter der Leitung der Geschichtslehrerin Petra Klawitter präsentierten sie in der Ausstellung im »Mahnmal Eisenbahnwaggon«. Außerdem erschien dazu ein begleitendes gleichnamiges Buch. Darin wird die die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma in den Konzentrationslagern Auschwitz und Ravensbrück an Hand von Einzelschicksalen lebendig. Im Sommer 2011 waren die Jugendlichen zudem gemeinsam mit jungen polnischen und rumänischen Menschen in ein Workcamp nach Radauti (Rumänien) gereist, wo sie dort lebende Roma kennenlernten. Am 16. März 2012 wurde die Ausstellung »Rom heißt Mensch« als eines von sieben Projekten aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein als Preisträger im bundesweiten Wettbewerb »Aktiv für Demokratie und Toleranz« in Ratzeburg geehrt. Zur Erinnerung an die rassistischen Übergriffe vor zwanzig Jahren in Rostock Lichtenhagen wurde die Ausstellung nun am Ort des Geschehens in Lichtenhagen gezeigt, wo auch Sinti und Roma das Ziel rassistischer Hetze und Attacken waren, während staatliche Behörden ihnen den Schutz verwehrten.

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