Weiterhin »leuchtende Vorbilder«?

geschrieben von Jakob Knab

15. Juli 2018

Die Umbenennung dieser Kasernen stünde jetzt dringend an

Niedersachsen ist die politische Heimat der Bundesministerin der Verteidigung. Am 28. März 2018 wurde in Hannover die Umbenennung der Emmich-Cambrai-Kaserne öffentlich inszeniert. Auszug aus der Rede der Ministerin: »Was können wir aus der Geschichte für das Heute lernen? Wo sind unsere Fundamente, auf die wir die Gestaltung unserer Zukunft bauen?« An diesem Tag wurde auch der neue Traditionserlass in Kraft gesetzt. Hier ein Auszug: »Der verbrecherische NS-Staat kann Tradition nicht begründen. Für die Streitkräfte eines demokratischen Rechtsstaates ist die Wehrmacht als Institution nicht traditionswürdig. Die Bundeswehr ist freiheitlichen und demokratischen Zielsetzungen verpflichtet. Für sie kann nur ein soldatisches Selbstverständnis mit Wertebindung, das sich nicht allein auf professionelles Können im Gefecht reduziert, sinn- und traditionsstiftend sein.« Als zwingende Konsequenz daraus sehen wir die Umbenennung dieser Liegenschaften: Weiterhin »leuchtende Vorbilder«? weiterlesen »

Kranke sind keine Straftäter

15. Juli 2018

Fragen an Dr. Rolf Marschner zum geplanten »Psychisch-Kranken-Gesetz« in Bayern

Radio Corax: An dem geplanten Psychiatriegesetz der Bayerischen Landesregierung wird kritisiert, dass darin die Unterbringung psychisch kranker Menschen mit einer Inhaftierung gleichgesetzt würde. Worauf gründen sich diese Befürchtungen? Kranke sind keine Straftäter weiterlesen »

AfD extremistisch

12. Juli 2018

Nach einem Urteil des Landgerichts Gießen darf die AfD als rechtsextremistisch bezeichnet werden. Das Gericht wies eine Klage der AfD ab, die beantragt hatte, dem Vorsitzenden des Gießener Ausländerbeirats zu untersagen, die AfD weiterhin rechtsextremistisch zu nennen. Es falle unter die Meinungsfreiheit, die AfD so zu bezeichnen, erklärte das Gericht. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Mindestens 27 Aktivisten und Anhänger rechtsextremer und neonazistischer Organisationen und Gruppierungen sind Mitarbeiter von Abgeordneten der Bundestagsfraktion der AfD und damit an einflussreichen Stellen im Bundestag tätig. Das haben Recherchen von Journalisten des »Netzwerks AfD« ergeben, dessen Ergebnisse mit konkreten Angaben u.a. in der »Zeit« und in der »taz« veröffentlicht wurden.

Protest in Ostritz

12. Juli 2018

Über 4.000 Menschen wandten sich bei zwei Gegenveranstaltungen im sächsischen Ostritz gegen ein Nazi-Festival, das dort unter dem Motto »Schild und Schwert« an Hitlers Geburtstag mit fast eintausend deutschen und europäischen Neonazis veranstaltet wurde. Nazigegner aus dem linken Bereich waren überrascht, als ihr Engagement bei »Rechts rockt nicht« vom sächsischen Ministerpräsidenten Kretschmer bei dessen Auftritt beim »Friedensfest« ausdrücklich anerkannt wurde.

Antisemitismus

12. Juli 2018

Gegen Antisemitismus richteten sich Kundgebungen und Demonstrationen an mehreren Orten, bei denen die Mehrzahl der Teilnehmer demonstrativ eine jüdische Kopfbedeckung, die Kippa, trugen. Ein Auslöser war der gewaltsame Angriff auf zwei junge Kippa-Träger in Berlin, die beweisen wollten, dass das Tragen einer Kippa in Deutschland ungefährlich sei. Der tätliche Angriff bestätigte hingegen die Zunahme antisemitischer Bedrohungen, und dass es notwendiger denn je ist, dem Antisemitismus in jeder Form entschieden entgegenzutreten. Die Kundgebungen sollen dazu einen Anstoss geben.

Menschenfeindlich

9. Juli 2018

Achtzehn Sozialverbände protestierten scharf gegen die in einer Anfrage der AfD enthaltene Verbindung von Behinderungen mit Inzest und Migration. Die dabei zum Ausdruck kommende Unterstellung von Zusammenhängen erinnere an die Nazi-Ideologie vom »unwerten Leben«, heißt es in der Erklärung der Sozialverbände, die als Anzeige in einer Sonntagszeitung veröffentlicht wurde. Und weiter: »Wir rufen die Bevölkerung auf, wachsam zu sein und sich entschlossen gegen diese unerträgliche Menschen- und Lebensfeindlichkeit zu stellen.«

Klarstellung

9. Juli 2018

Mit einer »Antwort für Demokratie und Menschenrechte« reagierte der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) auf die sogenannte »Erklärung 2018« rechtskonservativer Autoren (Henryk M. Broder, Thilo Sarrazin u.a.m.), die sich gegen eine angeblich drohende »illegale Masseneinwanderung« wenden. Mit seiner »Antwort« will der Schriftsteller/innen-Verband dem Eindruck entgegenwirken, es seien »die« Schriftsteller, die gegen Flüchtlinge und Asylsuchende auftreten. In der Verbands-Erklärung heißt es vielmehr: »Wir solidarisieren uns mit allen Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Armut in unserem Land Zuflucht suchen, und wenden uns gegen jede Ausgrenzung«.

Nein zur AfD

9. Juli 2018

Mehr als hundert Personen aus nahezu allen Teilen der Gesellschaft haben in Hessen einen Aufruf »Für einen Landtag ohne AfD« unterzeichnet. Anlass ist die am 28.Oktober stattfindende Landtagswahl. In dem Aufruf heißt es: »In der AfD gewinnt ein wachsender faschistischer Flügel immer mehr Einfluss… Wir sagen: Eine Partei, die Neofaschisten und Antisemiten in ihren Reihen duldet und deren Rassismus die Gesellschaft spaltet, hat im Hessischen Landtag nichts zu suchen.« Zu den Erstunterzeichnern gehören Gewerkschaftsvorsitzende, Wissenschaftler, Publizisten und Vertreter von Parteien und Verbänden. Der Aufruf soll der Startschuss zu einer Kampagne sein, die sich umfassend mit der AfD auseinandersetzt. (Näheres unter www.keine-afd-im-landtag.de)

Neonazis in Uniform

6. Juli 2018

Nach Auskunft der Bundesregierung ermittelt der Militärische Abschirmdienst (MAD) gegenwärtig in 431 Fällen, in denen Soldaten und Offiziere der Bundeswehr im Verdacht stehen, rassistisches und neonazistisches Gedankengut zu vertreten und zu verbreiten. Das geht aus der Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken hervor. 289 Fälle stammen aus dem Jahr 2017, die anderen bislang unerledigten aus den Jahren davor. 23 Ermittlungsverfahren sind seit Anfang dieses Jahres hinzugekommen.

Reichsbürger-Gewalt

6. Juli 2018

Gestiegen ist die Zahl der Straftaten sogenannter Reichsbürger. Bundeskriminalamt und Verfassungsschutzämter haben von 2015 bis Mitte 2017 mehr als 10.500 Taten von Reichsbürgern gezählt. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres wurden 59 Gewaltdelikte sowie 139 Nötigungen und Bedrohungen registriert. Die Vorfälle würden belegen, dass unter Reichsbürgern eine nicht zu unterschätzende Gewaltbereitschaft und Waffenaffinität herrsche, erklärte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Ältere Nachrichten ·