Tagung des KZ-Verbandes in Wien

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geschrieben von Thomas Willms

Nov.-Dez. 2010

Der österreichische »KZ-Verband/VdA« ähnelt der VVN-BdA in vielem und ist doch gleichzeitig ganz anders. Dies wurde beim Bundesdelegiertentag in Wien am 23. und 24.Oktober, an dem der Bundesgeschäftsführer der VVN-BdA als Gast teilnahm, deutlich.

Das österreichische System der Fürsorge für NS-Verfolgte lässt den deutschen Beobachter nur staunen, ebenso die wichtige Rolle, die dem KZ-Verband zusammen mit anderen Opferverbänden darin zugebilligt wird. Dies schlägt sich auch in finanzieller Hinsicht nieder. Wie in den meisten Ländern sind die NS-Opfer Österreichs eher entlang parteipolitischer Grenzen organisiert, in diesem Falle der KPÖ. Andererseits bestehen gute Kontakte zu den Verbänden der SPÖ und der ÖVP, die durch Repräsentanten vertreten waren. Der KZ-Verband hat wichtige Zugänge zur staatlichen Geschichtspolitik. Beispielsweise berät der Verband bei der Neugestaltung der Österreich-Ausstellung in der Gedenkstätte Auschwitz. Außerdem sind Mitglieder an vielen Einzelfragen der historischen Aufarbeitung der NS-Geschichte Österreichs aktiv beteiligt.

Die vielen jungen Gesichter bei der Veranstaltung zeigten auch, dass der Transformationsprozess zu einer generationenübergreifenden Organisation deutlich vorangekommen ist, allerdings gleichen die Zugänge die Abgänge zahlenmäßig bisher nicht aus. Große Unterschiede bestehen an diesem Punkt zwischen den Landesverbänden. Daraus resultieren auch Unterschiede in der Gewichtung mancher Fragen z.B,. nach dem Stellenwert des Kampfes gegen den Neofaschismus und in der konkreten Herangehensweise, was naturgemäß nicht ohne Konflikte bleibt.

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