Verbot mit Ankündigung

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geschrieben von Janka Kluge

Am 23. Juli 2014 wurde vom bayrischen Innenministerium das neonazistische Netzwerk Freies Netz Süd (FNS) verboten. Das war mehr als überfällig. Bereits im April 2012 hatten alle Fraktionen des Landtags in München einstimmig ein Verbot des Nazi-Netzwerkes gefordert. Begründet wurde das nicht damit, dass Mitglieder offen für ein neues Drittes Reich eintraten, sondern dass sie die Arbeit der Fränkischen Aktionsfront (AFF) fortsetzten. Die AFF wurde bereits 2004 verboten. Vorausgegangen war zusammen mit dem Nationalen Infotelefon Bayern und der Kameradschaft Süd-Aktionsbüro Süddeutschland die Gründung einer AG Bayern. Aus diesen Strukturen heraus wurde das FNS etabliert.

Im FNS waren bis zu 20 militante neonazistische Gruppen aus ganz Bayern zusammengeschlossen. Sie organisierten Kundgebungen und Demonstrationen (bspw. am 1. Mai). Nach Angaben der Antifaschistischen Informations-, Dokumentatios und Archivstelle (A.i.D.A.) verging keine Woche ohne eine Aktion des FNS. Ihre Schwerpunkte lagen in Franken, Oberbay-ern und München.

Sowohl die Fränkische Aktionsfront, als auch das FNS hielten enge Kontakte zum Thüringer Heimatschutz und den dort organisierten Kameradschaften. Wenn man diese militanten Nazinetzwerke anschaut, ist es nicht mehr so verwunderlich, dass die meisten Morde des NSU in Bayern begangen wurden. Über Jahre war Martin Wiese der führende Kopf des FNS. Er wurde im September 2003 zusammen mit acht weiteren Mitgliedern des FNS verhaftet und zu sieben Jahren Haft verurteilt. Für den 9. November hatten sie einen Bombenanschlag auf die Grundsteinlegung der neuen Synagoge in München geplant.

Bereits vor einem Jahr gründeten Mitglieder aus dem FNS eine Auffangorganisation. Mit der Partei »Der III. Weg« versuchen sie es diesmal mit einer Parteistruktur. Auffällig ist dabei nicht nur der Name, mit dem direkt auf das 3. Reich Bezug genommen wird. Damit ist »Der III. Weg« nach der »Rechten« innerhalb kurzer Zeit die zweite Parteigründung, mit den Neonazis versuchen, ihre Strukturen aufrecht zu halten.

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