Gemeinsam. Stark. Deutschland

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geschrieben von Janka Kluge

Nach den Ausschreitungen in Köln von Hooligans im Oktober letzten Jahres ist der Öffentlichkeit deutlich geworden, dass es nach wie vor neonazistische Gruppen in Fußballstadien gibt. Nun hat sich ein beträchtlicher Teil von den »Hooligans gegen Salafisten« (HoGeSa) abgespalten und Anfang des Jahres einen neuen Verein gegründet. Der Verein mit dem Namen »Gemeinsam. Stark. Deutschland« (G.S.D) wurde Anfang Januar ins Nürnberger Vereinsregister eingetragen. Der Spaltung waren heftige Auseinandersetzungen im Internet vorausgegangen. Den Organisatoren der HoGeSa wurde vorgeworfen, dass sie mit dem Verkauf von Kleidern mit dem Abzeichen der HoGeSa nur Geld verdienen wollen. Ein weiterer Vorwurf, der wahrscheinlich schwerer wiegt, war, dass sie keine richtigen Hooligans seien. Nach Recherchen von Antifaschisten haben sich Ende letzten Jahres ungefähr 20 Nazis und Hooligans in Fulda getroffen um eine neue Strategie zu diskutieren. Mitte Januar wurde der Verein dann ins Nürnberger Vereinsregister eingetragen.

Der Internetdienst »blick nach rechts« schreibt über die Neugründung. »Der Zusammenschluss versteht sich als `Weiterentwicklung der HoGeSa und Pegida´ (und) hetzt gegen `links-rot-grün versiffte Gutmenschen´.« Diese Selbsteinschätzung wird untermauert durch die Teilnahme vieler Hooligans bei Pegida-Demonstrationen in Deutschland. In ihrer Stellungnahme im Internet nehmen sie mit dem Satz »Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen« offen Bezug auf neonazistische Propaganda.

Eine Demonstration, die G.S.D. für Anfang Februar in Ludwigshafen angemeldet hatte, wurde auch in zweiter Instanz verboten. Die Hooligans und Neonazis durften lediglich vor dem Bahnhof eine Kundgebung abhalten. In Ludwigshafen haben mehrere tausend Menschen gegen die Kundgebung demonstriert. Eine weitere Demonstration ist für Mitte März in Erfurt angemeldet.

Der neue Zusammenschluss von Hooligans und Neonazis macht deutlich, dass sie verstärkt auf der Straße in Erscheinung treten wollen. Das ist nicht nur für Muslime und Flüchtlinge eine Bedrohung, sondern für alle die für ein offenes, tolerantes und antifaschistisches Deutschland eintreten.

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