Editorial

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geschrieben von Ernst Antoni

Eine Großveranstaltung extrem rechter europäischer Parteien im Januar in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle mit Spitzenfunktionären aus Österreich, Italien, den Niederlanden und Marine Le Pen aus Frankreich, herzlichst begrüßt von Frauke Petry von der AfD. Das befremdliche Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das der NPD eine »Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus« bescheinigt, um dann doch kein Verbot auszusprechen. »Neurechte« Formen der Holocaust-Leugnung, ein »Integrationsgesetz« in Bayern, das sich gegen Aus- und Inländer richtet, zunehmende Rüstungs- und Militarisierungsbestrebungen allerorten, die Bundesrepublik ganz vorne dabei…
Es sammelt sich derzeit schnell vieles an, über das in einem Magazin für antifaschistische Politik und Kultur kritisch berichtet werden muss. Zu den oben aufgeführten Punkten steht deshalb einiges Ausführlicheres in dieser Ausgabe der antifa. Ergänzt wie immer aber auch durch Überlegungen und positive Beispiele, wie und mit wem solchen Entwicklungen etwas entgegengesetzt werden kann. Wie hierzulande und andernorts humanistisches Engagement Impulse erhalten kann, breitere Bündnisstrukturen entstehen können, Wege des Widerstandes erprobt. Wichtig und nützlich ist hier nach wie vor die Erinnerung an Persönlichkeiten des antifaschistischen Widerstandes, an Verfolgte des Naziregimes und deren Wirken. Dazu auch in diesem Heft wieder einiges auf den Geschichts-, Porträt- und Kulturseiten.
Die aktuellen Entwicklungen vor dem Hintergrund unserer Erfahrungen und Erkenntnisse werden auch Gegenstand der Diskussionen und Schlussfolgerungen des Bundeskongresses 2017 der VVN-BdA sein, der am ersten April-Wochenende in Frankfurt am Main stattfindet. 70 Jahre nach der damals die alliierten Besatzungszonen übergreifenden Gründung des Gesamtverbandes. Die »Spezial«-Seiten dieser antifa informieren über Schwerpunkte des Kongresses, über den vom Bundesausschuss verabschiedeten Leitantrag und einen friedenspolitischen Antrag aus NRW.

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