Interview mit Felix Schilk zu Grenzen des demokratischen Konservatismus
antifa: Für die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus hast du kürzlich ein Referat zu den »Grenzen des demokratischen Konservatismus« gehalten. Worum ging es dabei?
Felix Schilk: Im Vortrag ging es um eine bestimmte Strömung des Konservatismus, die christlich und humanistisch geprägt ist. Mir ist aber wichtig hervorzuheben, dass es nicht den einen Konservatismus gibt. Historisch betrachtet handelt es sich beim Konservatismus um eine politische Ideologie, die sich deutlich flexibler und opportunistischer an die jeweiligen Epochen anpasst als etwa liberale oder sozialistische Ideologien.
Den Kern des konservativen Denkens bilden nicht moralische Leitlinien, sondern Hegemonie- und Machtansprüche, für deren Durchsetzung fortwährend neue Methoden und Strategien entwickelt werden. Die ideologische Offenheit des Konservatismus gegenüber Themen und Strategien kann in Phasen, in denen die Gesellschaft insgesamt autoritärer wird, sehr gefährlich sein. In den meisten Ländern ist der demokratische Konservatismus eine historische Ausnahmeerscheinung, die nur durch den mäßigenden Einfluss des christlichen Menschenbildes entstehen konnte. In dem Beitrag für die evangelische Kirche ging es daher um die Deutungskämpfe darum, was heute konservativ ist. Die wichtige Frage ist ja, wie dieser grundsätzlich offene Konservatismus mit demokratischen Werten gefüllt werden kann, statt ihn der Rechten zu überlassen. Erzählgemeinschaften weiterlesen »




























