antifa für alle Mitglieder!

8. März 2026

Der Bezug der Verbandszeitung ist im Beitrag enthalten

Liebe Kameradinnen und Kameraden,

seit dem Zusammenschluss von VVN-BdA (West) und IVVdN-BdA (Ost) zur gemeinsamen Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten im Jahr 2002 ist das antifaschistische Magazin antifa unsere gemeinsame Mitgliederzeitung. Der Bezug ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. antifa für alle Mitglieder! weiterlesen »

Im Teufelskreis der Projektionen

geschrieben von Maxi Schneider

8. März 2026

Erinnerungspolitische Verwerfungen nach dem 7. Oktober 2023

Das antisemitische Massaker durch Hamas und Verbündete am 7. Oktober 2023 mit mindestens 1.200 ermordeten Israelis und 240 verschleppten Geiseln und die darauffolgende Kriegsführung gegen den Gazastreifen durch Israel, die für die palästinische Zivilbevölkerung dramatische Auswirkungen genozidalen Ausmaßes hat, hat hierzulande zu tiefgreifenden politischen Verwerfungen geführt. Wahrscheinlich hat schon dieser Satz auf verschiedenen Seiten unterschiedliche Widerstände ausgelöst. Es ist gar nicht möglich, einen solchen Text zu schreiben, ohne Irritationen auszulösen. Zu verfahren und kompliziert ist die Lage – voll von Projektionen, Unterstellungen, Verletzungen, Bedrohungen und existenziellen Ängs-ten. Die Auseinandersetzungen und Spaltungen betreffen die Erinnerungskultur in Deutschland und beschäftigen uns als Antifaschist*innen besonders stark.

Zum einen wird der Kampf gegen Antisemitismus über die sogenannte Staatsräson instrumentalisiert, um rassistische Repression in Deutschland zu legitimieren und Kriegsverbrechen gegenüber der palästinensischen Bevölkerung zu rechtfertigen. Zum anderen steigen antisemitische Attacken unter dem Deckmantel des Antizionismus seit dem 7. Oktober rasant an, und erinnerungspolitische Errungenschaften werden seit Neuestem auch von links infrage gestellt. Im Teufelskreis der Projektionen weiterlesen »

Das Morgenrot der Menschheit

geschrieben von Bernd Kant

8. März 2026

Jüdischer Kommunist und Widerstandskämpfer: Peter Gingold zum 110. Geburtstag am 8. März

Zum 50. Gründungsjubiläum der VVN-BdA standen Peter Gingold und Esther Bejarano gemeinsam auf der Bühne und verlasen ihren – bis heute aktuellen – »Appell an die Jugend«. Es war für alle Anwesenden ein bewegender Moment, als diese Zeitzeugen den Nachgeborenen die Verantwortung für die Fortführung des Vermächtnisses der Überlebenden übergaben.

So war Peter Gingold, geboren am 8. März 1916, sein ganzes politisches Leben lang. Mit jungen Antifaschisten stand er in vielen Orten auf Straßen und Plätzen gegen Neofaschismus und Krieg. Gleichzeitig berichtete er in ungezählten Veranstaltungen, in Gesprächsrunden, in Schulklassen und Jugendgruppen von seinen historischen Erfahrungen – von dem Verfolgungsschicksal seiner Familie, aber auch seiner Bereitschaft, sich dem antifaschistischen Widerstand anzuschließen, und alles dafür zu tun, dass nie wieder Faschismus und Krieg die Menschheit bedrohen. Das Morgenrot der Menschheit weiterlesen »

Möglichst weit weg

geschrieben von Susanne Heim

8. März 2026

Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen

Als im Herbst 1933 das Hochkommissariat des Völkerbunds für die Flüchtlinge aus Deutschland gegründet wurde, konnte Deutschland, das immer noch Mitglied des Bundes war, Bedingungen durchsetzen, die den Handlungsspielraum des Hochkommissars stark einschränkten.

Eine koordinierte Flüchtlingspolitik kam nicht zustande. Und die potenziellen Zufluchtsstaaten entwickelten nicht miteinander, sondern tendenziell in Konkurrenz zueinander neue Regularien zur Abwehr von Flüchtlingen. In Deutschland enteignet, in den Zufluchtsstaaten ohne Arbeitserlaubnis – die geflüchteten Jüdinnen und Juden wurden schnell zur unerwünschten Bevölkerungsgruppe. Dem versuchten die jüdischen Organisationen entgegenzutreten. Doch je länger die Flüchtlinge in den Zufluchtsstaaten festsaßen, desto mehr wurden die Ressourcen der Hilfs-organisationen für ihre vorübergehende Versorgung gebraucht und fehlten damit für den Aufbau neuer Existenzen. Zudem waren die Hilfsorganisationen in den Zufluchtsstaaten in einer ambivalenten Situation. Einerseits bemühten sie sich, die Flüchtlinge zu unterstützen, andererseits waren sie an einer Kooperation mit den Behörden interessiert und bereit, die Zahl der Neuankömmlinge in Grenzen zu halten aus Sorge vor einer Ausbreitung des Antisemitismus. Möglichst weit weg weiterlesen »

Führerprinzip und Kapitalismus

geschrieben von Dirk Schneider

8. März 2026

Vor 100 Jahren: Bamberger Tagung der NSDAP

Ein Jahr nach Wiedergründung der NSDAP 1925 kam es im Februar 1926 in Bamberg zur Machtprobe zwischen dem Nordflügel um Gregor Strasser und Joseph Goebbels sowie dem von Hitler dominierten Südflügel. Die Tagung in der fränkischen Provinz bestimmte dabei die langfristige Ausrichtung der Nazipartei. Goebbels und Strasser standen im Vorfeld programmatisch in der Tradition der Thesen Oswald Spenglers in dessen Schrift »Preußentum und Sozialismus«. Beide verfochten eine »nationalbolschewistische« Wirtschaftspolitik und befanden sich so in Fundamentalopposition zu Hitler und den süddeutschen Parteigauen. Führerprinzip und Kapitalismus weiterlesen »

35 Jahre von 75

8. März 2026

Ein Gespräch über die FIR, die vor 75 Jahren gegründet wurde

Regina Girod: Sich an die Geschichte der FIR zu erinnern, ist für uns untrennbar mit der Geschichte der VVN verbunden, die seit ihrer Gründung 1951 Mitglied in der FIR war. Wenn wir heute über die 35 Jahre sprechen, die wir beide aktiv miterlebt und mitgestaltet haben, bringst du die Westerfahrung und ich die Ostperspektive ein. Die alte VVN war von Anfang an dabei, du bist heute der Aktivist der VVN-BdA, der die FIR am längsten und besten kennt. Mir ist sie das erste Mal 1992 bei einer Generalversammlung in Berlin begegnet, da hast du als einziger Nachgeborener bereits die VVN-BdA vertreten. Von den beiden 1990 im Osten gegründeten Organisationen war damals nur die IVVdN Mitglied in der FIR. Ihr Vorsitzender, Fred Dellheim, erzählte mir, dass du zu diesem Zeitpunkt keinen leichten Stand unter den gestandenen Widerstandskämpfern hattest. 35 Jahre von 75 weiterlesen »

USA am Kipp-Punkt


geschrieben von André Wartmann

8. März 2026

Entwicklung zu einem faschistisch-autoritären Staat

Ein Jahr nach Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump ist klar: Die Entwicklung übertrifft selbst die düsteren Erwartungen vieler Beobachter*innen. Anders als während seiner ersten Präsidentschaft von 2017 bis 2021, als Trump noch als politischer Außenseiter ohne erkennbare strategische Linie agierte, treibt er nun von Beginn an einen systematischen autoritären Staatsumbau voran. Die ideologische Grundlage liefert das Programm »Project 2025« der Heritage Foundation, umgesetzt von loyalen Amtsträger*innen in Schlüsselpositionen. Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus ist die politische Kultur der Vereinigten Staaten nicht nur rauer geworden – sie ist bereits in den ersten Wochen des Jahres 2026 in einer Weise eskaliert, die selbst pessimistische Prognosen übertroffen hat. USA am Kipp-Punkt
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Stimmen für die Ewigkeit

geschrieben von Falk Mikosch

8. März 2026

»Holo-Voices« im Erinnerungs- und Lernort auf Zeche Zollverein in Essen

Nur noch wenige NS-Opfer können über ihre Erlebnisse berichten. Die neue Ausstellung »Holo-Voices – begegnen – fragen – weitersagen« soll deshalb dafür sorgen, dass die Zeitzeugen nie verstummen werden. Am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, eröffnete »Holo-Voices« in der Zeche Zollverein in Essen. Mit Aufnahmen von Holocaustüberlebenden wurden lebensgroße Hologramme gebildet. Fast könnte man vergessen, dass es sich um ein dreidimensionales Video handelt. Auf eine Bühne projiziert, ist es sogar möglich, Fragen an die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu stellen. Stimmen für die Ewigkeit weiterlesen »

Feldzug gegen die UdSSR

geschrieben von Ulrich Schneider

8. März 2026

Quellenreiche Studie zum deutschen Überfall erschienen

Jochen Hellbeck ist Autor der Studie »Ein Krieg wie kein anderer«. Der Professor an der Rutgers University ist bereits vor einigen Jahren mit dem Band »Die Stalingrad-Protokolle« in Erscheinung getreten. Darin gelang es ihm, ausgehend von den Erinnerungen der Soldaten beider Seiten, die Dramatik dieser Schlacht, die tatsächlich eine Kriegswende der faschistischen Expansion bedeutete, »von unten« zu beleuchten. Sein neues Buch ist die Fortsetzung dieses Projekts. Es enttäuscht die Erwartungen nicht.

Der Autor beginnt seine etwa 500-seitige Darstellung nicht mit der Kriegsplanung, sondern mit der ideologischen Grundausrichtung der NS-Bewegung, deren Antibolschewismus aus seiner Sicht konstitutiv für alle politischen Entscheidungen in den folgenden Jahren der »Kampfzeit«, aber auch nach der Machtübertragung 1933 war. Er ordnet dabei auch den Antisemitismus, der sich in letzter Konsequenz zur eliminatorischen Form entwickelte, in seiner Bedeutung für das faschistische Projekt neu ein. Er bezeichnet dies als »Triebfeder« des NS-Regimes, die sich in den Massenmorden an den sowjetischen Juden ausdrückte und »zur Blaupause für den Holocaust in ganz Europa« wurde. Erhellend sind in seiner Darstellung die Beispiele für die Konsistenz dieser Ideologie, die sich insbesondere gegen die sowjetischen Juden richtete, die in der NS-Vorstellung als reale Bedrohung aufgebaut wurden. Feldzug gegen die UdSSR weiterlesen »

Kämpfe immer verbunden

geschrieben von Maxi Schneider

8. März 2026

Zur Ausstellung zu Rom*nja und Sinti*zze nach 1945. Ein Gespräch mit Jane Weiß

antifa: Im November 2025 wurde die Ausstellung »Widerstand und Würde – Verbundene Kämpfe von Rom*nja und Sinti*zze nach 1945« im Friedrichshain-Kreuzberg-Museum in Berlin eröffnet. Wie kam es dazu, und was war euch inhaltlich besonders wichtig?

Jane Weiß: Die Ausstellung wurde vom Museum initiiert und gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen erstellt. Für uns ist sie ein wichtiger Teil unserer Arbeit bei RomaniPhen e. V., bei der es darum geht, Wissen rassismuskritisch und mit verändertem Blick aufzubereiten und der Öffentlichkeit, vor allem aber auch unserer Community, zur Verfügung zu stellen. Aus dem Material und unserer Zusammenarbeit haben sich vier Schwerpunkte ergeben: Kämpfe um Erinnerung, Anerkennung, Bleiberecht und feministisches Empowerment (Romnja*-Power). Eine Besonderheit unserer Ausstellung ist, dass wir BRD und DDR immer gleichwertig in den Blick nehmen. Meistens wird die DDR als Fußnote behandelt und dann auch wenig kenntnisreich. Außerdem war es uns sehr wichtig, Geschichte und Gegenwart zu verbinden. Kämpfe immer verbunden weiterlesen »

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