Kirchen gegen extreme Rechte

2. Januar 2026

Mitte November 2025 kamen in Frankfurt am Main rund 70 Vertreter*innen zur Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R) zusammen. Zentrale Frage der Veranstaltung war, wo demokratischer Konservatismus endet und Rechtsextremismus beginnt. In seinem Eröffnungsgrußwort betonte Dr. Wolfgang Pax, Generalvikar des Bistums Limburg, dass völkischer Nationalismus und der christliche Glaube unvereinbar seien. Auch Antisemitismus stellte er als fundamentale Ablehnung christlicher Werte dar. Die Frankfurter Stadtpolitikerin Eileen O’Sullivan forderte klare rote Linien im Umgang mit rechten Narrativen.

Der wissenschaftliche Einstieg wurde von Felix Schilk (Uni Tübingen) gestaltet. Er erläuterte, wie extrem rechte Gruppen versuchen, sich als konservativ zu präsentieren, und warnte davor, diese Vermischung unkritisch zuzulassen, da sonst rechte Positionen normalisiert werden. Ein weiteres Podiumsgespräch mit der Barbara Becker (MdL Bayern, CSU) erweiterte die Debatte: Becker betonte, dass bloße Ablehnung von Rechtsextremismus nicht ausreiche, sondern es ebenso um das Angebot positiver, demokratischer Alternativen gehen müsse. Eine Zusammenarbeit mit der AfD lehnte sie ausdrücklich ab.

Der zweite Tag begann mit einer Andacht, in der Ulrike Scherf (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) die Arbeit für Demokratie und Menschenwürde als konstanten kirchlichen Auftrag hervorhob. Anschließend wurden internationale Perspektiven thematisiert: So wurde etwa der Aufstieg rechtspopulistischer christlicher Strömungen in den USA und das Zusammenspiel von Nationalismus und kirchlicher Politik in Polen beleuchtet. In kleineren Runden standen praktische Herausforderungen wie rechtsextreme Jugendnetzwerke, antisemitische und antifeministische Agitation sowie digitale Propaganda im Fokus. Die Teilnehmenden erarbeiteten dabei strategische Antworten für kirchliche Bildung, Prävention und demokratisches Engagement.

(red)

Die BAG K+R ist ein ökumenisches Netzwerk aus ca. 50 kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Initiativen, die damit ihre Rolle als Plattform für Austausch, Beratung und fachliche Auseinandersetzung über Demokratie und menschenfeindliche Ideologien stärken. Foto und Infos: bagkr.de