Demokalender gut gefüllt
2. Januar 2026
Budapest, Dresden, Osterhofen, Erfurt: Erste Antifaaktionen kündigen sich 2026 an
Das Jahr 2026 wird aus antifaschistischer Perspektive nicht nur im Hinblick auf Wahlen und mögliche Erfolge der AfD (siehe Seite 6) zur echten Herausforderung. Auch auf den Straßen zeichnen sich bereits wichtige Termine ab, die den Demokalender von Aktivist:innen prägen werden – als Zeichen des Widerstands gegen den rechten Vormarsch.
Bei den antifaschistischen Protesten in Gießen (siehe Seite 5) wurde bereits für das kommende Widersetzen-Happening am 4. und 5. Juli geworben, wenn die AfD in der Messe Erfurt ihren Bundesparteitag abhalten will. Bereits am 18. Februar – gut zwei Wochen vor den Wahlen in Bayern und Baden-Württemberg – wird die extrem rechte Partei bei ihrem Aschermittwochstreffen im Donaucenter in Osterhofen (Niederbayern) mit entschiedenen Protesten unter anderem von »Osterhofen zeigt Gesicht« sowie weiteren antifaschistischen Gruppen rechnen dürfen.
Zudem ist zu erwarten, dass sich auch um den 13. Februar 2026, den Jahrestag der Bombardierung Dresdens, Antifaschist:innen den Plänen von Neonazis und anderen Rechten widersetzen werden. In der sächsischen Elbmetropole steigen seit Jahren die Teilnehmendenzahlen der geschichtsrevisionistischen Naziaufmärsche, bei denen von den rechten Organisatoren um den Neonazikader Lutz Giesen das einst kriegswichtige Dresden als unschuldiges Opfer eines »alliierten Bombenholocaust« zurecht gelogen wird, gefälschte Opferzahlen inklusive. Im Februar 2025, zum 80. Jahrestag der britischen Luftschläge gegen Dresden, nahmen über 2.000 Neonazis an einem »Trauermarsch« teil, womit in der Stadt die größte rechte Versammlung des Jahres abgehalten wurde. An den Protesten von »Dresden WiEdersetzen – Dresden stellt sich quer« beteiligten sich damals rund 5.000 Antifaschist:innen.
Ein weiteres geschichtsrevisionistisches Großereignis findet bereits am 12. Februar 2026 rund 650 Kilometer südöstlich in Budapest statt. Wie im Vorjahr mobilisiert auch die VVN-BdA gemeinsam mit anderen Organisationen zu den Protesten gegen das NS-verherrlichende Heldengedenken »Tag der Ehre« (Becsület napja). Im Februar 1945 befahl SS-General Karl Pfeffer-Wildenbruch seinen Truppen den Ausbruch aus der eingeschlossenen Stadt – ein aussichtsloses Unterfangen, das nur wenige Kämpfer überlebten. Dennoch lässt sich die neofaschistische Szene nicht davon abbringen, den Nazibefehlshaber und seine Anhänger mit jährlichen Märschen zu verherrlichen, zu denen europaweit auch mit starker deutscher Beteiligung mobilisiert wird. Wer weitere Informationen zu den Protesten sucht, ist auf den Onlinekanälen der VVN-BdA wie gewöhnlich bestens informiert.
Andreas Siegmund-Schultze
In Budapest richtet am 12. Februar MEASZ (Verband der ungarischen Widerstandskämpfer und Antifaschisten; Magyar Ellenállók és Antifasiszták Szövetsége) gemeinsam mit lokal organisierten jungen Antifas eine Demo gegen den rechten Marsch in der Stadt aus. Aus Wien wird es eine Busanreise nach Budapest geben. Infos demnächst beim KZ-Verband Wien (kz-verband-wien.at) sowie auf den Onlinekanälen der VVN-BdA.

























