Mitgestaltung von Gedenkstätten

2. Januar 2026

Treffen des Netzwerks der Lagergemeinschaften in Sachsenburg

Vom 7. bis 9. November 2025 kam das LAG-Netzwerk im sächsischen Sachsenburg zusammen. Das Netzwerk besteht aus Vertretungen deutscher Interessenverbände ehemaliger Häftlinge der Konzentrationslager.

Bei den regelmäßigen Treffen steht der Austausch über unsere Gedenk- und Erinnerungsarbeit im Vordergrund. Vertreter*innen von Lagergemeinschaften – viele selbst Nachfahren von Verfolgten – vernetzen und unterstützen sich gegenseitig. Zentrales Anliegen des Netzwerkes ist es, erinnerungspolitische Entwicklungen und Debatten kritisch und im Sinne der ehemaligen Häftlinge, die die Lagergemeinschaften einst gegründet haben, zu begleiten.

Nachdem das Netzwerk 2024 eine gemeinsame Gedenkstättenfahrt in die Gedenkstätte Auschwitz unternommen hatte, trafen wir uns in diesem ganz in der Nähe des ehemaligen KZ Sachsenburg, wo nach jahrelangen Auseinandersetzungen nun endlich eine würdige Gedenkstätte für diesen wichtigen Ort eingerichtet werden soll. Der Weg dorthin scheint aber nach wie vor lang und steinig zu sein.

Das KZ Sachsenburg bestand von 1933 bis 1937. Etwa 10.000 Häftlinge wurden hier eingesperrt, gequält, gefoltert und zu schwerster Arbeit unter widrigsten Bedingungen gezwungen. Unter ihnen auch Väter und Großväter von Angehörigen der LAG Sachsenburg, die unser Gastgeber war. Das KZ Sachsenburg ist historisch auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil es als Ausbildungsstätte der SS in besonderem Maße ein Bindeglied zwischen den frühen Konzentrationslagern und dem späteren Konzentrationslagersystem der SS darstellte.

Nach einem Rundgang über das Gelände am Freitagnachmittag wurden am Samstag und Sonntag verschiedenste Themen besprochen. Es ging um die Befreiungsfeierlichkeiten 2024 anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung an den verschiedenen Orten und die Planungen für das kommende Jahr. Außerdem diskutierten wir die geschichtspolitischen Attacken der AfD auf die Erinnerung an die Nazizeit. Viel Raum nahm der Austausch darüber ein, wie wir die KZ-Gedenkstätten in ihrer wichtigen Arbeit stärken und uns in die Gestaltung von neuen, teilweise mit langem Atem erkämpften Gedenkstätten einbringen können. Im Fokus standen dabei neben der KZ-Gedenkstätte Sachsenburg der im Entstehen begriffene Gedenk- und Erinnerungsort Burg Hohnstein.

Maxi Schneider

Save the dates: Einige Befreiungsfeierlichkeiten im Jahr 2026:

– Gedenkstätte Buchenwald, 11. April

– Gedenkstätte Sachsenhausen, 19. April

– KZ-Gedenkort Neubrandenburg-Waldbau (Außenlager von Ravensbrück), 29. April

– Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, 2./3. Mai

– KZ-Gedenkstätte Mauthausen, 10. Mai

Weitere wichtige Daten des Netzwerks:

– Hohnsteiner Dialog. Gedenkveranstaltung der LAG KZ Hohnstein, 14. März

– Sachsenburger Dialog der LAG KZ Sachsenburg in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Sachsenburg, 6./7. Juni