Herbst der Solidarität

14. Dezember 2018

München, Hamburg und Berlin

»Jetzt gilt’s. Gegen die Politik der Angst«. Am 3. Oktober waren es in München noch einmal um die 40.000 Menschen, die dem gemeinsamen Demonstrations-Aufruf der beiden Bündnisse »noPAG« und »#ausgehetzt« gefolgt waren. Und keinen Zweifel daran ließen, was sie vom bayerischen »Polizeiaufgabengesetz« und anderen Attacken auf Grund- und Freiheitsrechte halten und von den zunehmend rassistischen fremdenfeindlichen Tönen nicht nur aus Neonazi- und AfD-Ecken, sondern auch aus den Reihen der Regierungspartei CSU und ihrer führenden Mandatsträger.

Ganz viele junge Leute waren auch bei »Jetzt gilt’s« wieder dabei, wie bereits bei den vorangegangen großen bayerischen Manifestationen. Immer öfter inzwischen mit ihren eigenen Kommentaren zu den Veranstaltungsthemen auf selbstgebastelten Demo-Schildern.
Ernst Antoni

44 Themen-Trucks mit Redebeiträgen, Parolen und Musik fuhren bei der antirassistischen Parade »We‹ll Come United« am 29. September durch Hamburg und 29.000 Menschen schlossen sich ihnen an. Wer am Straßenrand stand, konnte rund eineinhalb Stunden zugucken, wie sich der bunte, fröhliche Zug vom Rathausmarkt zur Hafenstraße durch die Stadt bewegte.

Vorneweg natürlich das Bündnis »Welcome United«, das die Parade – nach der »Premiere« ein Jahr zuvor in Berlin – zum zweiten Mal organisiert hat, gefolgt von vielen Selbstorganisationen von Geflüchteten, z. B. Lampedusa in Hamburg, Women in Exile, Gruppen aus Syrien, Afghanistan und Eritrea. Seewatch, Attac, Aufstehen gegen Rassismus und viele andere waren dabei, verteilten Hochhalte-Schilder, Flyer und Luftballons.

Am Hafen angekommen begann die Kundgebung mit kriminalisierten Aktivistinnen der Seenotrettung im Mittelmeer, mit Geflüchteten, die über ihre Erfahrung mit Rassismus sprachen, mit einem Vertreter aus Niger, der berichtete, wie katastrophal die in die Sahelzone »vorverlagerte« Abschottungspolitikpolitik der EU sich auf die ganze Region auswirkt und etliches mehr. Klar war, es war ein toller Tag und ein toller Mobilisierungerfolg für Seenotrettung, offene Grenzen und weltweite Solidarität gegen die Politik der Ein- und Ausgrenzung. Alle, deren Füße noch nicht schmerzten, feierten beim anschließenden Konzert bis spät abends …
Cornelia Kerth

Überwältigend vielfältig und solidarisch, das war die #unteilbar-Demonstration in Berlin. Wer dabei war, wird das Gefühl, Teil einer gewaltigen Mehrheit zu sein, die hier und jetzt Solidarität und Menschlichkeit einfordert, nicht vergessen. Frauen, Männer, Kinder, Alte und Junge, Bürger aus Deutschland und aller Welt, Religiöse und Atheisten, Menschen mit und ohne Handicap, Gewerkschafter, Künstler, Arbeitslose und Rentner, politisch Organisierte und Individualisten – alle waren dabei. Die Mehrheit der Losungen zielte gegen die von der Politik angefachte rassistische Spaltung der Gesellschaft. Doch es ging auch um soziale Spaltung, Wohnungsnot oder den Abbau der Demokratie. Wir lassen nicht zu, dass Menschenverachtung und Ausgrenzung Normalität werden! Es ist höchste Zeit diesen gemeinsamen Anspruch zu bekräftigen.      Regina Girod

UNITED AGAINST RACISM - Hamburg

UNITED AGAINST RACISM – Demostration am 28. September 2018 in Hamburg Foto: Ulf Stephan – r-mediabase

UNITED AGAINST RACISM – Demostration am 28. September 2018 in Hamburg Foto: Ulf Stephan – r-mediabase

UNITED AGAINST RACISM – Demostration am 28. September 2018 in Hamburg Foto: Ulf Stephan – r-mediabase