Gewerkschaften gegen Aufrüstung

geschrieben von Ulrich Stuwe

8. März 2026

Die Gegner der Aufrüstung aus den Gewerkschaften haben Ende letzten Jahres einen Sammelband publiziert, in dem sie ihre Positionen darstellen und daraus Empfehlungen ableiten. Herausgeberin ist die Gewerkschaftssekretärin Ulrike Eifler. Sie sieht in der Umstellung von Teilen der Industrie auf Rüs-tungsproduktion und die enorme Steigerung des Rüs-tungsetats auf avisierte fünf Prozent des BIP einen Klassenkampf von oben, dem sich die Gewerkschaften als Vertretung der Arbeiterklasse entgegenstellen müssen. Die Aufrüstung wird nach Meinung aller AutorInnen zu einem massiven Abbau des Sozialstaates führen und zu einer Verschlechterung der Möglichkeiten der Arbeitenden für hohe Gehälter und gute Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Hiergegen helfe als einziges Bollwerk der Aufbau einer gewerkschaftlich verankerten Friedensbewegung.

Ulrike Eifler (Hg.): Gewerkschaften in der Zeitenwende. Was tun gegen Umverteilung nach oben, massive Angriffe auf den Sozialstaat, die Militarisierung des Alltags und den Rüstungswahnsinn? VSA Verlag, Hamburg 2025, 144 Seiten, 12,80 Euro

Ulrike Eifler (Hg.): Gewerkschaften in der Zeitenwende. Was tun gegen Umverteilung nach oben, massive Angriffe auf den Sozialstaat, die Militarisierung des Alltags und den Rüstungswahnsinn? VSA Verlag, Hamburg 2025, 144 Seiten, 12,80 Euro

Die anderen Beiträge befassen sich mit Teilaspekten der »Zeitenwende«. Ingar Solty, Dierk Hirschel und Ralf Krämer beleuchten die internationale Lage und stellen die Auswirkungen der Aufrüstung auf Wirtschaft, Sozialstaat und Gesellschaft dar. Die Beiträge von Sidar Carman und Armin Duttine beschäftigen sich mit den Auswirkungen der Aufrüstung auf den Öffentlichen Dienst und die Gewerkschaften dort. Mark Ellmann beschreibt die Auswirkungen auf den Bildungs- und ein Autorenkollektiv auf den Gesundheitssektor. Ulf Immelt, Heinz Bierbaum und Hans Schenk beschäftigen sich mit dem rasanten Verlust industrieller Produktion und Arbeitsplätze bei teilweiser Umstellung ziviler Produktion auf Rüstung. Immelt und Bierbaum sehen darin eine volkswirtschaftliche Fehlentwicklung, von der nur die Rüstungsindustrie profitiert. Hans Schenk gibt Arbeitnehmervertretern Handlungsempfehlungen, um den betriebswirtschaftlichen Auswirkungen entgegenwirken zu können. Anne Rieger wirbt für eine Konversion von Rüstungsbetrieben zu ziviler Produktion. Norbert Zirnsak erinnert an den Antifaschisten und Gewerkschafter Georg Benz, dessen Kampf gegen Krieg und Faschismus er als beispielgebend für die heutige Friedens- und Gewerkschaftsbewegung ansieht.

Insgesamt liegt hier ein kompakter Beitrag innergewerkschaftlicher FriedensaktivistInnen vor. Die negativen Auswirkungen der Aufrüstung wird von den Schreibenden mit Quellenangaben gut belegt. Kritisch bleibt anzumerken, dass der schmale Band auch vieles ausblendet.