Feuerwehr-Brandstifter

Drucken

geschrieben von Folkhart Menzel, VVN-BdA Hagen

Einer von vielen Fällen. Hier: Altena

 

 

Brandstiften hat was. Sucht Mensch herum in den Medien, erstaunt allein schon die Masse. In Hagen rückte die Feuerwehr in der letzten Woche fünfmal an einem einzigen Tag zu einer Schule aus. Trotzdem scheint das manchen nicht genug zu sein, manchen Feuerwehrlern nämlich. So etwa in Altena. Kurz nach Monatsanfang Oktober brannte es im Dachstuhl in dem Burgstädtchen an der Lenne in einem schlichten, alleinstehenden Mehrfamilienhaus. Wie das?

In diesem Haus fanden am Tag zuvor aus Krieg und Verfolgung Geflohene Zuflucht. Nicht von ungefähr. Der Bürgermeister, Dr. Andreas Hollstein, war bekannt geworden im Sauerländer Raum durch seine Aussage, in der jetzigen »Flüchtlingskrise« mehr Menschen aufnehmen zu wollen als der Stadt zugewiesen würden. Über Hundert.

Es scheint diese Politik in der von ständigem Einwohnerschwund geplagten Stadt nicht allen zu gefallen. Vermutlich will man warten, bis man allein in der Stadt wohnt, oder so ähnlich.

Jedenfalls schlichen sich ein in Lüdenscheid arbeitender Feuerwehrmann und sein Kumpel, den eine Kamera beim Einkauf an einer Tankstelle gefilmt hatte, in den Keller des Hauses. Dazu schlugen sie ein Kellerfenster ein. Im Gepäck war der gekaufte sog. Brandbeschleuniger, d.h. Benzin. Umweltfreundlich und bleifrei. Vom Keller begaben sich die jungen Männer vorsichtig und ungesehen zum Dachboden, kappten zuvor noch ganz professionell das Kabel zu einer Feuerwarnanlage – die aber noch gar nicht in Betrieb war – und tränkten augenscheinlich an zwei Stellen den Fußbereich tragender Holzpfosten mit der mitgebrachten Flüssigkeit, entzündeten sie und machten sich davon. Zwar ging das Feuer wieder aus, das angekohlte Holz schwelte aber vor sich hin mit nach erst ca. dreizehn Stunden stark zunehmender, entsprechender Rauchentwicklung.

Das bemerkten zwei Nachbarn, zugleich fiel ihnen das eingeschlagene Kellerfenster auf. Sie erkannten, dass der Rauch vom Dachboden kam und warnten die eben erst Eingezogenen, die daraufhin das Haus unversehrt und glücklicherweise ohne CO-Vergiftung verlassen konnten. Die echte Feuerwehr kam und löschte. Der Schaden blieb relativ gering.

Und dem Kumpel des verkehrten Feuerwehrmannes schlug das Gewissen, er zeigte sich selbst an, der Feuerwehrmann (auf Probe!) aber wurde kurz darauf gefasst, beide kamen in U-Haft. Im Falle einer Verurteilung haben sie mit ca. 15 Jahren Gefängnis zu rechnen.

Gut, dass wir in einer Demokratie mit Gewaltenteilung leben, Gut, dass deshalb über das längere Inhaftieren Verdächtiger ein Staatsanwalt zu entscheiden hat und nicht irgendwer im Polizeidienst. Der für Altena zuständige Staatsanwalt in Hagen hat mehr als dreißig Jahre Berufserfahrung. Er entschied, die beiden nicht länger einzusperren und gab Order, sie freizusetzen.

Das empfanden viele Menschen als unverständlich und unerhört. Der Staatsanwalt rechtfertigte sich damit, dass das Feuer von zwei geständigen, in ihr soziales Umfeld eingebetteten Bürgern, ohne Fluchtgefahr, gelegt worden sei, um die Asylsuchenden zu vertreiben, aber nicht um sie zu verletzen oder gar zu ermorden. Weil nämlich in letzterem Fall man so eine Brandstiftung im Keller macht.

Was so ein Staatsanwalt alles weiß! Indirekt gibt er eine Gebrauchsanweisung für zündelnde Verrückte aller Schattierungen, manche nennen die beiden Altenaer gar Rassisten und Faschisten. Diese temporäre Freilassung und besonders ihre Begründung war einigen AntifaschistInnen aus der näheren und weiteren Nachbarschaft denn doch zu viel. Gerade in diesem Land. Gerade in diesem Land, in dem sich die furchtbaren Tage und Nächte um den 9ten 11ten herum bald zum 77sten Mal jähren. Gerade in diesem Land, in dem die Ortsnamen Mölln, Solingen, Hoyerswerda, Wismar, Rostock-Lichtenhagen und andere ein unauslöschliches Stigma tragen.

Sie organisierten eine Demonstration, die jede Gewalt gegen Menschen anklagte. Am Rande: Der scheint‘s so progressive CDU-Bürgermeister (z.Zt. in Urlaub) lehnte eine Mitwirkung ab.

Schreibe einen Kommentar