Die Sammelwut der AfD

geschrieben von Janka Kluge

8. März 2026

Feindeslisten, Datenweitergabe und Einschüchterung politischer Gegner*innen

Die AfD hat im Bundestag nach dem Vorbild der USA im Oktober 2025 einen Antrag zum Verbot der »Antifa« eingebracht, der im Januar 2026 von allen Parteien, außer der AfD abgelehnt wurde. Parallel lieferten sie Daten über angebliche politische Gegner*innen an US-Behörden.

Es gibt eine lange Tradition, Listen von politischen Gegnern anzulegen. Bereits 2017 hat der damalige baden-württembergische AfD-Landtagsabgeordnete Heiner Merz eine Liste mit 25.000 Namen und Adressen an Parteifreunde verschickt. Die Daten stammten wahrscheinlich aus einer 2015 gehackten Internetseite eines Punk-Versandhandels. Die Liste wird seitdem immer wieder als »Antifa-Liste« veröffentlicht. 2022 wurden die Namen auf einer Internetlandkarte von rechten Impfgegnern veröffent-licht. Es hieß die »Jäger (werden) nun zu Gejagten«.

Diese Lust am Sammeln von Daten von Antifaschist*innen hat nach dem Verbot der »Antifa« in den USA wieder zugenommen. Dabei stand besonders die sogenannte Antifa-Ost im Fokus. Das greifen sammelwütige Rechte hierzulande nun auf.

In der Talkshow von Markus Lanz vom 15. Oktober 2025 bestätigte Beatrix von Storch, die Daten von Unterstützer*innen des Digital Service Act an das Umfeld von Trump weitergegeben zu haben. Durch den Digital Service Act sollen Nutzer*innen von Social Media vor Hass geschützt werden. Sie sagte wörtlich: »Ich liefere die ganze Zeit Informationen, und sie werden damit umgehen.«

Zu denen, die Namen und Adressen von Gegner*innen sammeln und damit prahlen, gehört auch Patrick Kolek. In einem Interview mit dem rechten Medium Report24, sagte er, dass er »schon seit der fünften Klasse ein Nazi« sei. Das AfD-Mitglied Kolek war auf X unter dem Namen Wuppi aktiv und unter dem #RedaktionsnetzwerkRechts getweetet. Laut eigenen Angaben hat er unter anderem die Journalistin Dunja Hayali wegen einer angeblichen Rechtfertigung des Mordes am rechten Aktivisten Charlie Kirk beim FBI gemeldet. Konsequenzen hatte das allerdings nicht.