Jugend gegen Zwangsdienst

geschrieben von Sam

8. März 2026

Nach Erfolg im Dezember ruft die Bewegung für den 5. März erneut zum Streik gegen Wehrpflicht auf

Rund 55.000 Schülerinnen und Schüler haben am 5. Dezember 2025 bei einem bundesweiten Aktionstag gegen die Wehrpflicht gestreikt. Am selben Tag wurde in Berlin das »Wehrdienst-Modernisierungsgesetz« (WDModG) beschlossen. Das Gesetz beinhaltet vorerst einen Fragebogen, der für alle 18-jährigen Männer verpflichtend auszufüllen ist, Frauen dürfen ihn ausfüllen. Wir nennen das die »Wehrpflicht durch die Hintertür«, denn: Das Gesetz beinhaltet jetzt schon eine Wehrpflicht für den Fall, dass sich nicht genug Freiwillige durch die Fragebögen auftreiben lassen. Es wird in den Medien aber immer von dieser Freiwilligkeit des Modells geschwärmt. Zugleich kommunizieren Minister in Talkshows offen, dass, wenn es zum Kriegsfall kommt, alle eingezogen werden.

Das kann niemand mehr ignorieren. Vor allem die Jugend, die von diesen Maßnahmen direkt betroffen ist, muss sich die Frage stellen, ob der Prozess der Einführung dieser Wehrpflicht gerecht und ob die Argumentation schlüssig ist. Und gerecht ist diese Maßnahme sicher nicht. Es werden aus staatspolitischem Interesse Entscheidungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg getroffen. Dazu kommt, dass die Betroffenen, die oft noch minderjährig sind, bei der letzten Wahl nicht einmal mitwählen durften. Das einzige Pro-Argument dafür, dass diese Wehrpflicht demokratisch sei, ist damit nichtig.

»Gerade jetzt, wo sich die Herrschenden so sicher sind, dass ihre Pläne funktionieren, braucht es eine starke Bewegung dagegen. Wir werden weiter streiken, und wir werden unsere Botschaft klar und deutlich machen.«Sam, Mitglied des Schulstreikkomitee Göttingen

»Gerade jetzt, wo sich die Herrschenden so sicher sind, dass ihre Pläne funktionieren, braucht es eine starke Bewegung dagegen. Wir werden weiter streiken, und wir werden unsere Botschaft klar und deutlich machen.«
Sam, Mitglied des Schulstreikkomitee Göttingen

Ebenso ist die Begründung unschlüssig. Das Hauptargument für die Einführung der Wehrpflicht ist, dass eine unmittelbare und große Gefahr von Russland ausgehe, der man nur durch extreme Aufrüstung entgegnen könne. Den Menschen wird Angst gemacht. Aber ist diese Angst berechtigt? Abgesehen davon, dass es für Russland eine katastrophale politische Entscheidung wäre, die EU anzugreifen, da bereits 2025 rund 50 Prozent der Russen einen Abzug der Truppen und Verhandlungen in der Ukraine forderten, ist auch die militärische Fähigkeit Russlands, einen solchen Krieg zu führen, äußerst fraglich. Seit 2022 hat Russland deutlich weniger ukrainisches Territorium er-obert als geplant. Zudem zeigt eine Greenpeace-Studie aus dem vorletzten Jahr, dass selbst die europäischen Mitgliedstaaten der NATO einen Krieg gegen die Russische Föderation gewinnen würden. Das Argument, »wir brauchen die Wehrpflicht, weil die USA bei einem Bündnisfall vielleicht nicht einspringen«, ist somit also ebenfalls unberechtigt.

Nun hat die Regierung das Gesetz trotz 55.000 Streikenden durchgeboxt, die Wehrpflicht wird kommen. Man könnte jetzt resignieren und sagen, Widerstand wäre zwecklos, aber das zieht nicht. So wird es am 5. März erneut einen bundesweiten Schulstreik geben. Gegen jeden Zwangsdienst, gegen den Krieg, gegen die Wehrpflicht! Am 5. März auf die Straße!

schulstreikgegenwehrpflicht.com