6.548 Straftaten

13. September 2016

Im 1. Halbjahr 2016 wurden bundesweit 6.548 Straftaten von Neonazis und anderen Rechten von der Polizei registriert. Davon waren 520 Gewalttaten, bei denen 399 Menschen verletzt wurden. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres (2015) betrugen die Zahlen 5.496 Straftaten, davon 342 Gewalttaten und 271 Verletzte. Bei allen Delikten und auch bei der Zahl der Verletzten gab es also erneut Steigerungen. Die Zahlen entstammen den Antworten der Bundesregierung auf Anfragen aus der Linksfraktion.

Weniger Aufmärsche

13. September 2016

Im vergangenen Jahr wurde mit bundesweit 690 die bislang höchste Zahl an rechtsextremen Aufmärschen und Kundgebungen registriert. Erst ab dem 2. Quartal dieses Jahres wurde ein Rückgang festgestellt. Während im 1. Quartal 2016 noch 80 islamfeindliche Kundgebungen mit zusammen 14.260 Teilnehmern stattfanden, sank die Zahl im 2. Quartal auf 49 mit 4.335 Teilnehmern. Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, wies jedoch darauf hin, dass diese Zahlen noch unvollständig sind und dass in ihnen alle Pegida-Aktionen in Sachsen nicht enthalten sind, weil die dortigen Behörden bei Pegida »keine rechtsextremistische Beeinflussung erkennen« können. Eine Analyse der Ursachen des gegenwärtigen Rückgangs steht im Übrigen noch aus.

Offene Rechnung

13. September 2016

Griechenland hat seine Forderungen nach Entschädigung für die deutschen Kriegsverbrechen während der deutschen Besatzung in Höhe von mindestens 269 Milliarden Euro sowie die Rückzahlung des von den Nazis erzwungenen Kredits in Höhe von heute rund zehn Milliarden Euro bekräftigt. Ministerpräsident Tsipras kündigte an, für diese Forderungen »auf diplomatischem und wenn notwendig auch auf rechtlichem Weg« zu kämpfen. Die Erklärung der Bundesregierung, die Reparationsfrage sei »politisch und juristisch abgeschlossen«, findet nicht überall Zustimmung.

Hilfe gegen Rechts

13. September 2016

Gegen Rassismus und Vorurteile in der Gesellschaft wirken die freiwilligen Helfer und Unterstützer für Flüchtlinge positiv, heißt es in der Zusammenfassung einer Studie des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung über ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit vor Ort. Das Engagement habe » Wirkung gegen rechte Stimmungsmache« und leiste wichtige Beiträge zur Integration. Notwendig sei jedoch eine stärkere Unterstützung seitens des Staates.

4.000 Flucht-Tote

13. September 2016

Beim Versuch übers Mittelmeer nach Europa zu gelangen, sind zwischen Januar und Juli d.J. über 3.100 Menschen ums Leben gekommen, die meisten im Mittelmeer ertrunken. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es knapp 2.000. Das teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit. Weltweit wurden im selben Zeitraum mehr als 4.000 Flucht-Tote gezählt.

Leitkultur mit Belehrung

geschrieben von Guido Hoyer

13. September 2016

»Bayerische Werte« sollen per Gesetz vor dem Verfall geschützt werden

Nach altbekannter CSU-Manier »Mir san de mehran« will die Staatsregierung des Freistaates Bayern ein »Integrationsgesetz« durchdrücken, das von der gesamten Landtagsopposition und zahlreichen Gewerkschaften und Verbänden abgelehnt wird.
Geht es der Staatsregierung überhaupt um Integration? Wohl eher nicht, wie im Gesetzentwurf zu lesen: »Diese identitätsstiftende Prägung unseres Landes (Leitkultur) … zu wahren und zu schützen ist Zweck dieses Gesetzes.« Es soll also die »Leitkultur« vor den Einwanderern geschützt werden. Der Gesetzestext belehrt uns, dass »die gewachsene und charakteristisch-kollektive Prägung unseres Landes erhalten bleiben« soll. »Bayern ist geformt von gewachsenem Brauchtum, von Sitten und Traditionen«, Migranten seien verpflichtet, »sich in die von ihnen hier angetroffene Kultur und Wertelandschaft, in Sitten und Umgangsformen einzufügen.« Die »bayerische Identität« mit Brauchtum, Sitten und Umgangsformen (Ostereiersuchen und Bierzelt?), die freilich nur in der Phantasie von CSU-Funktionären existiert, wird »allen Migrantinnen und Migranten vor- und aufgegeben.«

Bündnis gegen das Integrationsgesetz: https://integrationsgesetz.bayern

Bündnis gegen das Integrationsgesetz: https://integrationsgesetz.bayern

Die Liste der ausländerfeindlichen Vorhaben ist lang: Flüchtlingskinder in den Abschiebelagern sollen vom Schulbesuch ausgeschlossen, Kosten für Deutschkurse bei Nichtbestehen dem Flüchtling auferlegt werden wie auch Dolmetscher bei Ämtern vom Migranten zu bezahlen sind, der ja, so die Begründung zynisch, die Kosten dafür verursacht. Ein weiterer Passus wird dafür sorgen, dass Migranten von Sozialwohnungen ferngehalten werden: »Es sollen … für eine … zu belegende Wohnung möglichst nur Personen benannt werden, deren Zuzug keine unausgeglichene Bewohnerstruktur schafft oder verfestigt.« Damit wird Sozialer Wohnungsbau faktisch ad absurdum geführt, denn: »Das Ziel stabiler Bewohnerstrukturen … kann auch unterschiedliche Bildungs-, Einkommensschichten oder Milieus betreffen und will damit … eine allzu einseitige Ausrichtung von Stadtvierteln etc. vermeiden.« An dieser Stelle fragt der Mieterbund zurecht, wie die Regierung denn Einkommensverhältnisse von Mietern ermitteln will. Datenschutz? Braucht´s bei der CSU nicht.
Die Zulassung »nicht freizügigkeitsberechtigter Ausländer« zu kommunalen Einrichtungen soll künftig von einer »Belehrung« abhängig gemacht werden. Begründung: »Die Vorschrift reagiert auf Vorkommnisse vor allem in kommunalen Schwimmbädern … und soll … kommunale Einrichtungen verstärkt davor … bewahren, dass sie von ausländischen Mitbürgern … entgegen den üblichen Sitten und Gebräuchen zweckentfremdet werden.« Wie soll das in der Praxis aussehen? Wer blond und blauäugig ist, wird durchgewunken, wer dunkelhäutig ist, muss bei der Kassenfrau den Ausweis zeigen und sich »belehren« lassen?
Der Gesetzentwurf hat eigens den Dreivierteldeutschen kreiert, qua definitione ein Mensch mit einem im Ausland geborenen Großelternteil.
Die CSU dekretiert »Jeder Einzelne ist … zur Loyalität gegenüber Volk und Verfassung, Staat und Gesetzen verpflichtet.« Sie will Obrigkeit von Gottes Gnaden und treugehorsame Untertanen und braucht daher im Gesetzentwuf den Disziplinierungs-Artikel 13: »Wer durch demonstrative Regelverstöße, Verunglimpfen oder sonst durch nach außen gerichtetes Verhalten beharrlich zum Ausdruck bringt, dass er die freiheitliche demokratische Grundordnung … ablehnt, kann durch die Sicherheitsbehörden verpflichtet werden, sich einem Grundkurs über die Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu unterziehen.« Die Begründung lautet: »Art 13 hat durchgängig präventiven Charakter und will bereits im Vorfeld strafrechtlicher Relevanz staatliche Handlungsmöglichkeiten schaffen. Provokante Handlungen … können … das Vertrauen in die Staatsmacht beeinträchtigen. … Die Ablehnung des staatlichen Gewaltmonopols kann sich dabei insbesondere in grob ungebührlichem Verhalten gegenüber Einsatzkräften äußern. … Die Regelung ist dabei – schon um nicht diskriminierend zu sein – nicht auf Ausländer und Migranten beschränkt. Auch wer als Einheimischer durch entsprechendes Verhalten auffällt, kann daher zu einer entsprechenden Belehrung vorgeladen werden. Auch bei ihm besteht in diesem Falle ja im Zweifel Integrationsbedarf hinsichtlich der geltenden Rechts- und Werteordnung.«
Vorfeld strafrechtlicher Relevanz? Es geht ausdrücklich nicht um Straftaten. Kinder zu schlagen ist eine Straftat. Einen Polizisten beleidigen ist eine Straftat. Darum geht es also nicht. Sogar die »Gleichgültigkeit« gegenüber der »Werteordnung« (Illoyalität gegenüber dem »Volk«?) wird mit »Belehrung« geahndet, die nicht von einem Gericht, sondern von einem Beamten z. B. im Innenministerium willkürlich verfügt wird. Was alles als »Ablehnung der FDGO« gelten kann hat die VVN-BdA erfahren: »In der [VVN-BdA] werden auch die im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechte als wesentliches Element der freiheitlichen demokratischen Grundordnung missachtet. Dies kommt verbal in dem bekannten und von der [VVN-BdA] im Munde geführten Slogan »Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen« zum Ausdruck.«

Der von der CSU-Staatsregierung vorgelegte Entwurf eines »Bayerischen Integrationsgesetzes« hat den Landtag in Erster Lesung passiert und soll im Herbst verabschiedet werden. Ein breites Bündnis mobilisiert dagegen. Für den 22. Oktober ist eine zentrale Demonstration geplant. Sollte das Gesetz im Landtag verabschiedet werden, wird Verfassungsklage erhoben.

»AfD Subtext« jetzt in Neubrandenburg

13. September 2016

»Neubrandenburg Nazifrei« hat am 19.08.2016 eine neue online Kampagne mit dem Namen »AfD Subtext: – Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Wahlprogramm der AfD in MV« gestartet. Darin beschäftigen sie sich ausführlich mit ausgewählten Punkten des Wahlprogramms der Partei und versuchen ein Bild zu zeichnen, was passieren könnte, wenn die Alternative für Deutschland aktiv an der Landesregierung in Mecklenburg- Vorpommern beteiligt sein würde. Das Bündnis zitiert dazu Forderungen aus dem Wahlprogramm, stellt die zentrale These dieser heraus und analysiert, was es für das Land bedeuten würde, wenn diese Forderungen und Ideen tatsächlich umgesetzt würden. Dabei soll es auch darum gehen, den Ansichten der AfD eigene politische Standpunkte entgegenzusetzen.

Bündnis Neubrandenburg Nazifrei nbnazifrei.blogsport.eu nbnazifrei@systemausfall.org https://www.facebook.com/nbfueralle

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»In wenigen Wochen werden die Einwohner des Landes Mecklenburg-Vorpommern ihren 7. Landtag seit der Wiedervereinigung wählen. Am 04. September entscheiden die Wählerinnen, wer die nächsten fünf Jahre im Schweriner Schloss die Geschicke des Bundeslandes lenken wird.«, so Anna Rosenthal, Mitglied des Bündnisses. Ziel der Kampagne soll es sein, auf die politischen Gefahren nach der Landtagswahl hinzuweisen, die durch rechtspopulistische Parteien in der Regierung entstehen könnten und potenzielle Protestwähler zum Nachdenken zu bewegen. »Erstmals gibt es eine reelle Chance, dass die NPD, angeschlagen durch das laufende Verbotsverfahren, ihre Plätze im Landtag räumen muss. Gleichzeitig steht eine andere politische Kraft rechts von der CDU in den Startlöchern: die AfD, der auch in M-V aus dem Stand Rekordergebnisse von 19+-x% vorausgesagt werden. Was passiert eigentlich, wenn sich die Forderungen der AfD aus dem Landeswahlprogramm durchsetzen würden?«, so Rosenthal weiter.
Die Ausführungen des Bündnisses dazu werden fortlaufend auf seiner Facebook Seite, sowie auf der Website, die unter  www.nbnazifrei.de zu erreichen ist, veröffentlicht.

 

Die EU opfert ihre Werte

geschrieben von Ulrich Schneider

13. September 2016

Seit dem Militärputsch Mitte Juli 2016 hat sich die politische Situation in der Türkei verschärft. Schon vorher betrieb die Regierung unter Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan einerseits eine zunehmend expansionistische Politik mit Unterstützung der IS-Truppen in Syrien, andererseits schränkte sie in Inneren demokratische Freiheiten, insbesondere die Pressefreiheit, ein. Der Putsch, der im Kern aus der Konkurrenz zwischen zwei reaktionären Machtblöcken innerhalb der Türkei resultierte, hatte nicht das Ziel, die Verhältnisse innerhalb des Landes demokratischer zu gestalten. Sein Scheitern wird von Erdoğan genutzt, seine Macht mit antidemokratischen Mitteln und unter Aufhebung der grundlegenden Freiheitsrechte zu sichern.
Zehntausende Lehrer, Richter und Leiter von Universitätsfakultäten sind bereits entlassen, viele Soldaten inhaftiert. Angeblich richten sich diese Maßnahmen gegen Anhänger der Gülen-Bewegung. Faktisch setzen sie die Verfolgung der gesamten Opposition fort. Immer neue Einschränkungen der demokratischen Freiheiten und Menschenrechte werden angeordnet. Akademikern wird die freie Ausreise untersagt, tausende Reispässe werden annulliert, etwa 60.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben bereits ihre Arbeitsplätze verloren. Über 50 Zeitungen und andere Medien verloren ihre Zulassungen, so dass die öffentliche Meinung nur noch von den Regierungsmedien beherrscht wird. Außerdem geht die polizeiliche und militärische Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung im Südosten der Türkei in unverminderter Härte weiter.
Auffällig ist, dass es Erdoğan und seiner HDP gelungen ist, den Machtkampf durch eine breite Mobilisierung seiner Anhängerschaft zu gewinnen. Durch Großkundgebungen wie in Istanbul oder in Köln versucht er, die Ablehnung des Militärputschs für seine politischen Ziele zu funktionalisieren.
In dieser Situation üben wir als Antifaschisten politische Solidarität mit allen Demokraten in der Türkei, den Gewerkschaften, den verfolgten politischen Parteien, den demokratischen Medien und den Organisationen der Zivilgesellschaft. Deren Handlungsfreiheit muss wieder hergestellt werden! Der Krieg gegen die kurdische Bevölkerung muss gestoppt werden. Wir sind solidarisch mit den Menschen in der Türkei, die sich gegen den Militärputsch und einen autoritären, islamistischen Staat im Sinne von Staatspräsident Erdoğan wehren.
Unsere Forderungen richten sich auch an die Europäische Union, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit sowie das Recht sich frei zu versammeln, sich friedlich zu äußern oder der eigenen Religion nachzugehen, auch gegenüber der türkischen Regierung einzufordern. Diese Werte dürfen nicht für einen drei Milliarden Euro schweren Deal zu Lasten von Kriegsflüchtlinge geopfert werden.

Les Amis des Combattants

geschrieben von Claire Rol-Tanguy

13. September 2016

Die französichen Freunde der Kämpfer im republikanischen Spanien

Unsere Organisation ACER hat sich zum Ziel gesetzt, die Geschichte des Spanischen Krieges von 1936 bis 1939 bekannt zu machen, dabei insbesondere die Rolle und die Werte des Einsatzes von internationalen Freiwilligen aus 53 Nationen – und der 10.000 Franzosen – die gekommen waren, um der Spanischen Republik zu helfen.

Claire Rol-Tanguy (geb. 1946) ist die Generalsekretärin des französischen Vereins »Les Amis des Combattants en Espagne Républicaine« (ACER). Ihr Vater war der berühmte französische Widerstandskämpfer Henri Rol-Tanguy (1908 - 2002), der auch als Interbrigadist für die Spanische Republik kämpfte. Ihre Mutter ist die ehemalige Widerstandskämpferin Cécile Rol Tanguy (geb. 1919).

Claire Rol-Tanguy (geb. 1946) ist die Generalsekretärin des französischen Vereins »Les Amis des Combattants en Espagne Républicaine« (ACER). Ihr Vater war der berühmte französische Widerstandskämpfer Henri Rol-Tanguy (1908 – 2002), der auch als Interbrigadist für die Spanische Republik kämpfte. Ihre Mutter ist die ehemalige Widerstandskämpferin Cécile Rol Tanguy (geb. 1919).

Als Franco am 18. Juli 1936 seinen Putsch gegen die Republik der Volksfront, die aus den Wahlen vom Februar 1936 hervorgegangen war, auslöste, hat das spanische Volk sofort reagiert, um den Raub seiner großen Hoffnung auf sozialen Fortschritt und Demokratie zu verhindern. Eine Welle von Sympathie und der internationalen Solidarität ging um die Welt.
Freiwillige aus der ganzen Welt sind »vor dem Morgengrauen« aufgestanden, um ihren spanischen Brüdern und Schwestern zu helfen bei der Verteidigung ihrer sozialen Errungenschaften und um zu verhindern, dass dieser Konflikt das Vorspiel zu einem allgemeinen Brandherd in Europa wird, weil sich schon sehr bald Beweise für die militärische Unterstützung für Franco durch Hitler und Mussolini häuften.
Die internationalen Freiwilligen kämpften in den Internationalen Brigaden mit der republikanischen Armee, litten an der Seite des gemarterten spanischen Volkes und wurden nach drei Jahren des Widerstands wegen des militärischen Ungleichgewichts bei gleichzeitiger Abstinenz der westlichen Demokratien besiegt.
Nach der Niederlage der Republik 1939 gingen die spanischen Republikaner ins Exil, namentlich nach Frankreich, wo sie beschämender Weise in Lagern interniert wurden, gemeinsam mit den internationalen Freiwilligen aus Deutschland, Polen, der Tschechei und Italien…, die nicht in ihre Heimatländer zurückkehren konnten. Viele setzten ihren Kampf gegen den Faschismus in der Résistance und in den Armeen der Alliierten bis zum endgültigen Sieg 1945 fort.
In Frankreich wurde ihr Einsatz in Spanien als Veteranen-Kämpfer erst 1996 durch die Regierung anerkannt: im gleichen Jahr verlieh der Cortes (das spanische Parlament) den Überlebenden die spanische Staatsbürgerschaft.
Die ACER organisiert regelmäßig Gedenkreisen nach Spanien, aus Anlass der Erinnerung an große Schlachten, in denen sich die Internationalen Brigaden ausgezeichnet haben (Madrid, Lopera, Guadalajara, Jarama, Teruel, Brunete, Ebro…). Sie unterhält Beziehungen mit allen anderen Organisationen, die in Spanien oder in aller Welt die Erinnerung an die Internationalen Brigaden wachhalten. Außer der Organisation von Veranstaltungen, Konferenzen und Debatten sowie Ausstellungen für die große Öffentlichkeit arbeitet eine Forschungsgruppe in den Archiven, um eine Kartei, eine Datensammlung über die französischen und die nach Frankreich eingewanderten Freiwilligen zu erstellen.
Und, um die Forschung über den Spanischen Krieg und die internationale Solidarität zu begünstigen, hat sie einen Universitäts-Preis »Henri Rol-Tanguy« ausgelobt, der für Master-Studierende an einer französischen Universität bestimmt ist.
In diesem Jahr hat die ACER aus Anlass des 80. Jahrestags der Gründung der Internationalen Brigaden durch die spanische Republik in Zusammenarbeit mit offiziellen Stellen (dem Office National des Anciens Combattants – Nationalen Büro der Veteranen) eine Ausstellung erstellt: »Levés avant le jour – Les Brigades internationales de L‘Espagne à la Résistance« (Vor dem Morgengrauen – die Internationalen Brigaden von Spanien bis zur Resistance). Sie wurde am 21. Juni diesen Jahres im Hôtel National des Invalides in Paris eröffnet und wird in ganz Frankreich gezeigt werden; sie wird auch bei der Fête de l‘Humanité von 9. – 11. September 2016 zu sehen sein.
Diese Ausstellung stellt die Rolle der Internationalen Brigaden und die Verbindung zwischen den Freiwilligen in Spanien zur Verteidigung der republikanischen Ideale und Werte und der Fortsetzung ihres antifaschistischen Kampfes an allen Fronten des 2. Weltkriegs dar.
Der Höhepunkt des Gedenkens an den 80. Jahrestag der Gründung der Internationalen Brigaden wird die Einweihung eines monumentalen Denkmals am Gare d‘Austerlitz in Paris sein, das von dem Künstler Denis Monfleur zur Erinnerung an alle die Freiwilligen der Freiheit – Franzosen oder Internationale – geschaffen wurde. Von diesem Bahnhof fuhren viele ab, um den Faschismus in Spanien zu bekämpfen. Die Einweihung ist vorgesehen für den 22.10.2016 aus Anlass des internationalen Treffens.
Bei dieser Gelegenheit wird daran erinnert werden, wie wichtig das kollektive und individuelle Engagement für die menschlichen Werte in schwierigen Zeiten unserer gemeinsamen europäischen Geschichte, ob vergangen oder gegenwärtig, ist.

Übersetzung aus dem Französischen: Angelika Becker

Amigos de las Brigadas

geschrieben von Almudena Cross, Vorsitzende der AABI

13. September 2016

Die Vereinigung der Freunde der Internationalen Brigaden in Spanien

Die AABI ist eine pluralistische, gemeinnützige und partizipative Vereinigung, bestehend aus Menschen, die daran interessiert sind, die Erinnerung an die Freiwilligen der Freiheit aufrecht-zuerhalten und zu verbreiten und deren solidarisches Beispiel lebendig zu halten. Sie wurde 1995 mit dem Ziel gegründet, in Spanien eine nationale Ehrung für die Internationalen Brigaden zu organisieren und das Versprechen von Juan Negrín von 1938 Wirklichkeit werden zu lassen: den Freiwilligen der Freiheit die spanische Staatsbürgerschaft zu-zuerkennen. Ihr gegenwärtiges Haupt-ziel ist es, das historische Vermächtnis, das Gedächtnis und die Werte der Internationalen Brigaden zu schützen und zu verbreiten.

Dafür macht die AABI Folgendes: Wir organisieren jedes Jahr Veranstaltungen zur Ehrung der internationalen Freiwilligen. Im Jahr 2015/16 führten wir folgende durch:
27.06.2015 Brunete-Marsch
31.10.2015 Ehrung der IB in Móstoles und Erneuerung des Denkmals
07.11.2015 jährliches Gedenken an die Verteidigung Madrids in der Ciudad Universitaria (Universitätsviertel)
14.11.2015 Ehrung der IB in Vicálvaro
14.11.2015 Teilnahme an der Ehrung der IB in Córdoba
21.11.2015 Ehrung für Oberst Mamsurov [Jadyi Umar Mamsurov (Xanti)] in Fuenlabrada
20.02.2016 Jarama-Marsch
12.03.2016 Guadalajara-Marsch
08./09.04.2016 Ehrung der IB in Andalusien (Córdoba und Jaén)
26.03.2016 Beisetzung von drei Brigadisten in Caspe
20.05.2016 Ehrung der im Gefängnishospital von Gernika gestorbenen Republikaner und Brigadisten

Wir arbeiten daran, Denkmäler und Gedenkplaketten zu errichten, ebenso an der Namensgebung von öffentlichen Straßen; dieses Jahr haben wir erreicht, dass die Verwaltung von Madrid die Schaffung eines Platzes mit dem Namen der Internationalen Brigaden bestätigt hat. Für den Oktober 2016 ist die Einweihung eines neuen Denkmals vorgesehen. Gleichfalls haben wir erreicht, dass in Sagunto eine Straße eingeweiht wird, gewidmet der internationalen Batterie Gottwald.
Wir verbreiten und erforschen die Geschichte der Freiwilligen der Freiheit.
In diesem Jahr haben wir mitgewirkt an der Ausstellung über das Hospital der IB in Murcia, im September 2015 haben wir Gesprächsrunden auf den Festen der KPS in Madrid und der KPF in Paris durchgeführt, haben wir die Ehrungen in London (Juli), Benissa und Camposines (Oktober) und Belfast (November 2015) unterstützt, haben wir Konferenzen und Besuche am Jarama für Schüler von Rivas organisiert, haben wir uns am Projekt des historischen Parks der Jaramaschlacht beteiligt, haben wir die Präsentation des Dokumentarfilms Erinnerungen von F. Corsi und des Buches Freiwillige aus Puertorico im Bürgerkrieg von José Alejandro Ortiz und Teresita Rivero organisiert, haben wir Spaziergänge durch die Ciudad Universitaria (Universitätsviertel) und Besuche am Jarama mit Angehörigen und Freunden der Internationalen Brigaden organisiert, haben wir die Fotoausstellung über General Walter in verschiedenen Biblio-theken und Kulturzentren gezeigt, haben wir uns am IBAP (Archäologisches Projekt Internationale Brigaden) beteiligt, das sich dieses Jahr auf die Ausgrabungen eines Schützengrabens des Bataillons Edgar André in Madrid konzentriert hat, unterhalten wir die Internetseite www.brigadasinternacionales.org und unterstützen wir die Existenz der Musikgruppe der IB.
Wir fertigen Publikationen über die IB an: Wir arbeiten weiter an der Publikation von Reiseführern zu den Orten der Internationalen Brigaden in Madrid (vier Bände).
Wir leisten dokumentarische Hilfe für an den IB interessierten Personen: Jeden Monat erhalten wir durch-schnittlich drei bis vier Informationsanfragen, die wir gemäß unserer Möglichkeiten be-arbeiten.
Wir unterhalten Kontakte zu Partnerorganisationen der Freunde und Angehörigen: Wir ver-suchen mit all diesen Organisationen bei den Vorhaben zusammenzuarbeiten, die sie oder wir organisieren. Dieses Jahr bereiten wir speziell die Veranstaltungen zur Würdigung des 80. Jahres-tages vor. Neben der Koordinierung der verschiedenen Veranstaltungen in Paris, Bènicassim und Albacete haben wir in Madrid ein dreitägiges Veranstaltungsprogramm vorbereitet.
Außerdem werden wir am Kongress über die österreichischen internationalen Freiwilligen teil-nehmen, der in Graz und danach in Madrid durchgeführt wird.
Auch an den Ehrungen, die in Móstoles und Fuenlabrada stattfinden, werden teilnehmen, wie auch an der Ehrung für den kubanischen Freiwilligen Pablo de la Torriente Brau im Dezember.
Von Januar bis März 2017 wird es eine Ausstellung über den kanadischen Doktor Norman Bethune geben, die begleitet wird von Konferenzen, Filmaufführungen und der Präsentation eines Buches über das Bataillon Mackenzie-Papineau sowie der Eröffnung eines Denkmals neben dem Gebäude, in dem sich das kanadische Institut für Bluttransformation befand.

Diesjähriger Jarama-Marsch, gewidmet den Freiwilligen Kämpfern des Bataillons und der Brigade Dombrowski am 20.04.2016
La Asociación de Amigos de las Brigadas Internacionales (AABI)
www.brigadasinternacionales.org

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