Fakten reichen nicht

13. September 2023

Podcastreihe klärt über Verschwörungsmythen auf. Gespräch mit Juliet Schnabel

antifa: Warum produziert »Qabale« Radiosendungen für die politische Bildungsarbeit?

Juliet Schnabel: Es ist nicht so, dass wir nicht auch anderes probiert hätten: Das Spezial zu QAnon in der antifa-November-/Dezemberausgabe letztes Jahr, Workshops hier in Berlin – aber immer muss irgendwas herausgekürzt und vereinfacht werden. Podcasts, also diese kleinen Radiosendungen, die sich jede, wann sie Lust hat, über das Internet anhören kann, sind mittlerweile ein wichtiges Mittel in der Wissensvermittlung geworden. Nicht alles auf einmal, sondern in kleinen Dosen sind die Inhalte konsumierbar und geben uns die Chance, ein Thema gründlich und auch abgrenzbar zum Rest darzustellen. Fakten reichen nicht weiterlesen »

Kämpfer für Gerechtigkeit

geschrieben von Ulrich Sander

13. September 2023

Fritz-Bauer-Forum in Bochum: Lebendiges Denkmal für Antifaschisten und Ankläger gegen Naziverbrecher

In Bochum befindet sich ein Fritz-Bauer-Forum im Aufbau, das dem Kampf um Demokratie und Menschenrechte, konkret der Forschung zum Widerstand und zur Erinnerungsarbeit dienen soll. Die Historikerin Dr. Irmtrud Wojak soll es leiten, sie ist auch Autorin der bedeutenden Biografie »Fritz Bauer 1903–1968«. Eine Forschungsbibliothek mit Videos und Literatur sowie Zeitzeugeninterviews, ferner Veranstaltungs- wie auch Ausstellungsräume werden aktuell geschaffen. Die BUXUS-Stiftung und andere private und öffentliche Stellen bezuschussen das Projekt. Kämpfer für Gerechtigkeit weiterlesen »

Immer rechts

geschrieben von Sebastian Schröder

13. September 2023

Warum wir keinen VS brauchen: Ronen Steinkes Buch zum BRD-Geheimdienst

Der Jurist und Autor Ronen Steinke arbeitet als Journalist für die Süddeutsche Zeitung und recherchiert schon lange im Bereich der deutschen »Sicherheitspolitik«. Das vorliegende Buch ist eine Mischung aus aktuellen Reportagen und der Untersuchung der Geschichte, der Funktionsweise und der Bedeutung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) von 1949 bis heute. »Das Personal (…) hat sich innerhalb der vergangenen zwanzig Jahre knapp verdoppelt. (…) Zugleich hat sich das Budget (…) innerhalb desselben Zeitraumes sogar verdreifacht.« Die Macht des Geheimdienstes sind die knapp 4.000 Hauptamtlichen, zu denen noch circa 3.700 Agent:innen in den 16 Landesämtern für Verfassungsschutz kommen. Immer rechts weiterlesen »

Faszinierende Leben

geschrieben von Henning Fischer

13. September 2023

Ein vielfältiges, zweibändiges Lesebuch zu Harry und Martha Naujoks

Zwei junge Menschen aus Arbeiterfamilien waren schon früh an Kämpfen beteiligt: Harry Naujoks (1901–1983) gegen den Kapp-Putsch, er wurde Kommunist, überlebte fast zwölf Jahre in -nazistischer Haft, war dort am Widerstand der Häftlinge aktiv beteiligt und berichtete in seinem Buch »Mein Leben im KZ Sachsenhausen« -kenntnisreich davon. Nach 1945 war er jahrzehntelang auf dem Feld der Geschichtspolitik sehr produktiv. Faszinierende Leben weiterlesen »

Himmel und Hölle

geschrieben von Harry Friebel

13. September 2023

Über die selbstverwaltete jüdische Gemeinde Schtetl von 1945 bis 1957 in Bayern

Es gab einmal im Deutschland nach dem Holocaust im Bundesland Bayern eine jüdische Gemeinde (Schtetl) mit mehreren tausend Bewohner_innen. Es waren Überlebende der NS-Massenvernichtung, die dort Zuflucht und Sicherheit fanden. Der Ort hieß Föhrenwald, ein Stadtteil in der Kreisstadt Wolfratshausen, 29 Kilometer Luftlinie entfernt von München, elf Kilometer vom Starnberger See. Von 1945 bis 1957 lebten die Jüdinnen und Juden im damals größten europäischen Schtetl selbstverwaltet. Und sie standen unter dem besonderen Schutz der US-amerikanischen Befreier. Deutsche Verwaltung und Polizei hatten keinen Zutritt. Himmel und Hölle weiterlesen »

Mit Marx Faschismus verstehen

geschrieben von Regina Girod

13. September 2023

Und was daraus folgen kann

Dieses kleine Buch hat eine Vorgeschichte. Sie beginnt mit dem Scheitern des Versuchs, im 20. Jahrhundert in verschiedenen Ländern den Sozialismus aufzubauen. Seit dem »Manifest der Kommunistischen Partei« war die Schaffung einer solchen Gesellschaft, die nicht mehr der Kapitallogik unterworfen sein sollte, erklärtes Ziel der politischen Arbeiterbewegung. Da die dafür notwendigen tiefgreifenden Veränderungen nicht innerhalb kurzer Zeitspannen zu bewältigen wären, entwickelte Marx den Gedanken, dass zwischen dem Kapitalismus und dem Kommunismus notwendig eine Übergangsperiode existieren müsse – eine Epoche sozialer Revolution. Mit Marx Faschismus verstehen weiterlesen »

Biographie ausgedacht

geschrieben von Nils Weigt

13. September 2023

Buch thematisiert falsche und imaginierte Familiengeschichten zur NS-Verfolgung

Es ist wieder passiert: Ein nichtjüdischer Deutscher inszeniert eine jüdische Zugehörigkeit und bringt diese kraftvoll in den Diskurs ein. Die Rede ist diesmal von dem Journalisten Fabian Wolff. Schon 2018 war die Fälschung des Antifaschisten Wolfgang Seibert aufgeflogen. Den Fall Seibert nehmen Johannes Spohr und Clemens Böckmann zum Anlass, um in ihrem 2022 erschienenen Band »Phantastische Gesellschaft. Gespräche über falsche und imaginierte Familiengeschichten zur NS-Verfolgung« gemeinsam mit Gesprächspartner:innen über das Thema nachzudenken. Seit dem Skandal um das Buch »Bruchstücke« von Binjamin Wilkomirski (Bruno Dössekker) in den 1990er-Jahren – er hatte ebenfalls eine Shoah-Biografie imaginiert – ist das Thema auch einer internationalen Öffentlichkeit bekannt. Biographie ausgedacht weiterlesen »

Fast unbehelligt

geschrieben von Peter Nowak

13. September 2023

Ein Buch zu rechten Strukturen der Exilkroat*innen in der Bundesrepublik

Sie warfen die Sprengsätze in die jugoslawische Handelsmission. Dann übergossen sie Möbel, Teppiche und Akten mit Benzin, so dass binnen weniger Minuten alles in Flammen stand. Der Hausmeister der Handelsmission wurde im Beisein seines zwölfjährigen Sohnes durch einen Lungenschuss getötet. Dieser Anschlag ereignete sich am 29. November 1962 in Mehlem bei Bonn und war der Höhepunkt der Terrorwelle von rechten exilkroatischen Gruppen in der Bundesrepublik. Sie konnten über Jahre in der BRD fast unbehelligt agieren und Terror nicht nur gegen jugoslawische Einrichtungen, sondern auch gegen Menschen aus Jugoslawien ausüben, die sich nicht vor dem Karren der Rechten spannen lassen wollten. Fast unbehelligt weiterlesen »

Unser Rücktitel

13. September 2023

Die Künstlerin, Antifaschistin und Kommunistin Ula Richter (geboren am 2. September 1939) ist am 5. Juli mit 83 Jahren in Dortmund gestorben. Ihr Gemälde »Kinder vom Bullenhuser Damm« enthält handschriftlich den Text: »Ruchla Zylberberg aus Polen und Georges Kohn aus Frankreich, zwei von zwanzig Kindern, die die SS am 20. April 1945 in Hamburg in der Schule am Bullenhuser Damm, erhängte«. Weitere Werke: ularichter.de Das Bündnis gegen Rechts erklärte: »Unsere Freundin Ula Richter lebt nicht mehr. Nie wieder Krieg – nie wieder Faschismus. Das war Ulas Herzensanliegen. Sie war Mitbegründerin und Motor des Bündnisses Dortmund gegen Rechts und hat unsere Arbeit durch ihren unermüdlichen Einsatz sowie unendlichen Ideenreichtum und künstlerische Kreativität geprägt. Ihr Tod trifft uns tief. Wir trauern um einen liebenswerten Menschen und vermissen Ula sehr. Sie lebt in unserer Erinnerung weiter. Ihren Kampf gegen Faschismus und Krieg für eine gerechte Welt werden wir weiterführen.«

Die Künstlerin, Antifaschistin und Kommunistin Ula Richter (geboren am 2. September 1939) ist am 5. Juli mit 83 Jahren in Dortmund gestorben. Ihr Gemälde »Kinder vom Bullenhuser Damm« enthält handschriftlich den Text: »Ruchla Zylberberg aus Polen und Georges Kohn aus Frankreich, zwei von zwanzig Kindern, die die SS am 20. April 1945 in Hamburg in der Schule am Bullenhuser Damm, erhängte«. Weitere Werke: ularichter.de<br />
Das Bündnis gegen Rechts erklärte: »Unsere Freundin Ula Richter lebt nicht mehr. Nie wieder Krieg – nie wieder Faschismus. Das war Ulas Herzensanliegen. Sie war Mitbegründerin und Motor des Bündnisses Dortmund gegen Rechts und hat unsere Arbeit durch ihren unermüdlichen Einsatz sowie unendlichen Ideenreichtum und künstlerische Kreativität geprägt. Ihr Tod trifft uns tief. Wir trauern um einen liebenswerten Menschen und vermissen Ula sehr. Sie lebt in unserer Erinnerung weiter. Ihren Kampf gegen Faschismus und Krieg für eine gerechte Welt werden wir weiterführen.«

Ausgabe Juli/August 2023

geschrieben von Nils Becker

11. Juli 2023

Die Kampagne »Björn Höcke ist ein Nazi« von »Aufstehen gegen Rassismus« nimmt an Fahrt auf. Bester Beweis sind die Ermittlungen zahlreicher Strafverfolgungsbehörden gegen VVN-BdA-Mitglieder, die sich mit Kampagnenmaterial öffentlich zeigten. Als Rechtfertigung für die Repressalien heißt es mitunter, das öffentliche Wirken des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke werde durch den Spruch beeinträchtigt. Das jedoch ist genau das Ziel der Kampagne!

Am Wochenende der Fertigstellung dieser antifa, sind die Medien voll von den Unruhen in Frankreich. Massenproteste in mehreren Städten, Rathäuser, die in Brand gesteckt werden, Straßenschlachten mit der Polizei. Sie sind Ergebnis der Tötung des Jugendlichen Nahel, der bei einer Verkehrskontrolle von einem Polizisten erschossen wurde, weil er sich weigerte, den Anweisungen der Polizei Folge zu leisten. Nahel war 17 Jahre alt, algerischer Abstammung, spielte in einem Rugbyverein und lieferte Essen aus. Er ist Opfer rassistischer Polizeigewalt geworden – so wie im letzten Jahr 13 andere Männer, die unter ähnlichen Umständen zu Tode kamen. Ausgabe Juli/August 2023 weiterlesen »

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