Mit Assoziationsreichtum und Ausdauer: Naomi Kleins Buch »Doppelgänger«
Die kanadische linksliberale Aktivistin Naomi Klein liefert mit »Doppelgänger« eine Analyse unserer gestörten Gegenwart, wie der Untertitel des Buches verspricht. Klein und ihre Doppelgängerin in den sozialen Medien sind beide jüdisch, tragen denselben Vornamen und tragen eine ähnliche Frisur. Die Verfasserin fragt sich, ob das für eine systematische Verwechslung von zwei Autorinnen ausreichen kann, die sich inhaltlich kaum deutlicher unterscheiden können. Vielleicht liegt dies auch an der Vorgeschichte beider Aktivistinnen, die sich zunächst beide mit emanzipatorischen Themen beschäftigt hatten.
Naomi Wolf fokussierte sich auf den weiblichen Körper, die weibliche Sexualität und die Förderung von Frauen in Führungspositionen. Naomi Klein kritisierte die Macht der Konzerne, den Klimawandel und wurde als Unterstützerin der Occupy-Bewegung während der Finanzkrise bekannt. Naomi Wolf kam als Bannerträgerin des Feminismus mit den Protesten in Berührung, und hier habe die Verwechslung vermutlich ihren Ursprung, konstatiert Naomi Klein. Aber Naomi Wolf verabschiedete sich nach aufgedeckten akuten Recherchefehlern von ihren Themen und wendete sich plötzlich der wachsenden Verschwörungswelt während der Corona-Pandemie zu. Die andere Naomi weiterlesen »






























