Anti-Antifa geht um die Welt
4. September 2026
66 Staaten berieten in Washington über den Kampf gegen »die Antifa«
Am 16. Juli lud das US-Außenministerium nach Washington zu einer Ministerkonferenz über das »Wiederaufleben des politischen Terrorismus«. Vertreter aus 66 Staaten nahmen teil. Die Meloni-Regierung schickte einen Staatssekretär aus dem Innenministerium, Deutschland war mit einem Abteilungsleiter des Bundesinnenministeriums vertreten. Beraten wurde über das »Wiederaufleben des transnationalen extrem linken Terrorismus«. In den Dokumenten ging es um eine Stärkung der internationalen Zusammenarbeit beim Austausch von Geheimdienstinformationen und der Strafverfolgung. Ein Folgetreffen soll in Deutschland stattfinden – das Bundesinnenministerium nennt es einen »Workshop von Fachexperten« und schweigt bislang zum Termin.
Vorausgegangen war der Umbau eines Feindbildes. Seit einiger Zeit versuchen extrem rechte Parteien und Kräfte, es neu zu definieren, nämlich als »die Antifa«. Im September 2025 erklärte die Trump-Regierung »die Antifa« zur »inländischen Terrororganisation«, auch wenn keiner sagen konnte, was »die Antifa« eigentlich sei. Wenig später kündigte die damalige ungarische Regierung unter Viktor Orbán denselben Schritt an. Im niederländischen Parlament brachten rechte Parteien um Geert Wilders einen entsprechenden Antrag durch, der allerdings nicht bindend ist und bis heute nicht umgesetzt wurde. Und der belgische Verteidigungsminister meinte, »die Antifa« als kriminell bezeichnen zu können.
Konkret geworden ist die Einstufung schon vorher: Im November 2025 erklärte das US-Außenministerium vier europäische Gruppen zu »ausländischen Terrororganisationen«, darunter die deutsche »Antifa Ost«. Ob »die Antifa« als Ganzes folgt, überlegt die US-Regierung weiter. Eine solche Einstufung würde den amerikanischen Behörden weitreichende Überwachungsbefugnisse und Sanktionsmöglichkeiten verschaffen. (red)
Im August setzten die USA das italienische Internetkollektiv Autistici/Inventati auf ihre Antiterrorliste. Bekannt ist das Kollektiv unter anderem für die Blogplattform NoBlogs.org, die auch in Deutschland rege genutzt wird und auf der tausende Blogs gehostet sind.





























