Die antifa als E-Paper

4. November 2026

Ab 2027 gibt es das Verbandsmagazin auch digital – Fragen an Thomas Willms

antifa: Der letzte Bundesausschuss hat entschieden, dass unser Verbandsmagazin auch als E-Paper erscheinen soll. Was erhofft sich der Verband davon?

Thomas Willms: Tatsächlich ein besseres Angebot für unsere Leser*innen, deren Mediengewohnheiten sich ändern und die andere Anforderungen an ein Verbandsmagazin wie unseres stellen. Wir haben aktuell ein gedrucktes Magazin mit einer Auflage von rund 10.000 Stück alle zwei Monate. Die darin erschienenen Texte sind schon jetzt im Internet auf unserer Webseite dokumentiert. Der Zusammenhang einer Ausgabe und die Illustrationen kommen da aber nicht zur Geltung. Was wir nun zusätzlich anbieten wollen, ist ein sogenanntes E-Paper. Egal auf welchem digitalen Endgerät: Diese elektronische Variante soll der gedruckten näherkommen. Die Artikel sollen zudem besser auffindbar und das Archiv einfacher durchsuchbar sein. Wir planen, das rückwirkend für mindestens die vergangenen zehn Jahre umzusetzen.

antifa: Heißt das, die gedruckte antifa wird abgeschafft? Oder geht es vor allem ums Sparen?

Thomas Willms ist Bundesgeschäftsführer der VVN-BdA. Foto: privat

Thomas Willms ist Bundesgeschäftsführer der VVN-BdA. Foto: privat

T. W.: Das E-Paper ist nur ein Angebot: Wer auf Papier lesen will, kann das weiterhin tun. Man kann auch beides nutzen oder ganz auf das E-Paper umstellen. Eine E-Paper-Ausgabe bietet die Chance, dass die ständig steigenden Produktions- und Versandkosten sinken. Entscheidender ist aber, dass wir uns damit den Trends der medialen Nutzung öffnen und unsere Inhalte auch Menschen zur Verfügung stellen, die wir mit der gedruckten Ausgabe bisher nicht erreicht haben. Die sollen uns ja auch lesen und mitmachen können. Die antifa ist in erster Linie ein Mittel des Verbandes, den Mitgliedern politische Orientierung zu geben, Anregungen für ihre Tätigkeiten vor Ort zu liefern und Interesse an der VVN-BdA zu wecken. Dafür müssen wir auch in zeitgemäßen Verbreitungsformen attraktiv präsent sein. Dass wir es erst jetzt machen, hängt mit der technischen Vereinfachung zusammen. Vor fünf Jahren wäre so ein Projekt um ein Vielfaches teurer und arbeitsintensiver gewesen.

antifa: Wann kann man das erste E-Paper der antifa lesen?

T. W.: Eine vom Bundesausschuss eingesetzte Arbeitsgruppe kümmert sich um die Details. Wir gehen davon aus, dass wir das technisch gemeistert bekommen. Es braucht auch keine Zuarbeit der Landes- oder Kreisvereinigungen. Das Angebot geht direkt an die Mitglieder und Einzelabonnent*innen. Der Zugang erfolgt datensparsam über eine Abo-Nummer. Wir rechnen mit der ersten oder zweiten Ausgabe des nächsten Jahres und werden die Leser*innen an dieser Stelle über das Prozedere informieren.

Barrierefrei lesen

Ein wichtiger Aspekt des E-Papers ist die Barrierefreiheit: Die digitale antifa kann man sich per Vorlesefunktion von einer Computerstimme vortragen lassen. Bisher hat die VVN-BdA gar kein Angebot für Seheingeschränkte. Zudem lassen sich immer mehr Menschen Zeitschriften und Bücher digital vorlesen – auch für sie wird die antifa so zugänglicher.

Das Gespräch führte Nils Becker