»AfD Subtext« jetzt in Neubrandenburg

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»Neubrandenburg Nazifrei« hat am 19.08.2016 eine neue online Kampagne mit dem Namen »AfD Subtext: – Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Wahlprogramm der AfD in MV« gestartet. Darin beschäftigen sie sich ausführlich mit ausgewählten Punkten des Wahlprogramms der Partei und versuchen ein Bild zu zeichnen, was passieren könnte, wenn die Alternative für Deutschland aktiv an der Landesregierung in Mecklenburg- Vorpommern beteiligt sein würde. Das Bündnis zitiert dazu Forderungen aus dem Wahlprogramm, stellt die zentrale These dieser heraus und analysiert, was es für das Land bedeuten würde, wenn diese Forderungen und Ideen tatsächlich umgesetzt würden. Dabei soll es auch darum gehen, den Ansichten der AfD eigene politische Standpunkte entgegenzusetzen.

Bündnis Neubrandenburg Nazifrei nbnazifrei.blogsport.eu nbnazifrei@systemausfall.org https://www.facebook.com/nbfueralle

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»In wenigen Wochen werden die Einwohner des Landes Mecklenburg-Vorpommern ihren 7. Landtag seit der Wiedervereinigung wählen. Am 04. September entscheiden die Wählerinnen, wer die nächsten fünf Jahre im Schweriner Schloss die Geschicke des Bundeslandes lenken wird.«, so Anna Rosenthal, Mitglied des Bündnisses. Ziel der Kampagne soll es sein, auf die politischen Gefahren nach der Landtagswahl hinzuweisen, die durch rechtspopulistische Parteien in der Regierung entstehen könnten und potenzielle Protestwähler zum Nachdenken zu bewegen. »Erstmals gibt es eine reelle Chance, dass die NPD, angeschlagen durch das laufende Verbotsverfahren, ihre Plätze im Landtag räumen muss. Gleichzeitig steht eine andere politische Kraft rechts von der CDU in den Startlöchern: die AfD, der auch in M-V aus dem Stand Rekordergebnisse von 19+-x% vorausgesagt werden. Was passiert eigentlich, wenn sich die Forderungen der AfD aus dem Landeswahlprogramm durchsetzen würden?«, so Rosenthal weiter.
Die Ausführungen des Bündnisses dazu werden fortlaufend auf seiner Facebook Seite, sowie auf der Website, die unter  www.nbnazifrei.de zu erreichen ist, veröffentlicht.

 

Die EU opfert ihre Werte

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geschrieben von Ulrich Schneider

Seit dem Militärputsch Mitte Juli 2016 hat sich die politische Situation in der Türkei verschärft. Schon vorher betrieb die Regierung unter Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan einerseits eine zunehmend expansionistische Politik mit Unterstützung der IS-Truppen in Syrien, andererseits schränkte sie in Inneren demokratische Freiheiten, insbesondere die Pressefreiheit, ein. Der Putsch, der im Kern aus der Konkurrenz zwischen zwei reaktionären Machtblöcken innerhalb der Türkei resultierte, hatte nicht das Ziel, die Verhältnisse innerhalb des Landes demokratischer zu gestalten. Sein Scheitern wird von Erdoğan genutzt, seine Macht mit antidemokratischen Mitteln und unter Aufhebung der grundlegenden Freiheitsrechte zu sichern.
Zehntausende Lehrer, Richter und Leiter von Universitätsfakultäten sind bereits entlassen, viele Soldaten inhaftiert. Angeblich richten sich diese Maßnahmen gegen Anhänger der Gülen-Bewegung. Faktisch setzen sie die Verfolgung der gesamten Opposition fort. Immer neue Einschränkungen der demokratischen Freiheiten und Menschenrechte werden angeordnet. Akademikern wird die freie Ausreise untersagt, tausende Reispässe werden annulliert, etwa 60.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben bereits ihre Arbeitsplätze verloren. Über 50 Zeitungen und andere Medien verloren ihre Zulassungen, so dass die öffentliche Meinung nur noch von den Regierungsmedien beherrscht wird. Außerdem geht die polizeiliche und militärische Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung im Südosten der Türkei in unverminderter Härte weiter.
Auffällig ist, dass es Erdoğan und seiner HDP gelungen ist, den Machtkampf durch eine breite Mobilisierung seiner Anhängerschaft zu gewinnen. Durch Großkundgebungen wie in Istanbul oder in Köln versucht er, die Ablehnung des Militärputschs für seine politischen Ziele zu funktionalisieren.
In dieser Situation üben wir als Antifaschisten politische Solidarität mit allen Demokraten in der Türkei, den Gewerkschaften, den verfolgten politischen Parteien, den demokratischen Medien und den Organisationen der Zivilgesellschaft. Deren Handlungsfreiheit muss wieder hergestellt werden! Der Krieg gegen die kurdische Bevölkerung muss gestoppt werden. Wir sind solidarisch mit den Menschen in der Türkei, die sich gegen den Militärputsch und einen autoritären, islamistischen Staat im Sinne von Staatspräsident Erdoğan wehren.
Unsere Forderungen richten sich auch an die Europäische Union, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit sowie das Recht sich frei zu versammeln, sich friedlich zu äußern oder der eigenen Religion nachzugehen, auch gegenüber der türkischen Regierung einzufordern. Diese Werte dürfen nicht für einen drei Milliarden Euro schweren Deal zu Lasten von Kriegsflüchtlinge geopfert werden.

Les Amis des Combattants

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geschrieben von Claire Rol-Tanguy

Die französichen Freunde der Kämpfer im republikanischen Spanien

Unsere Organisation ACER hat sich zum Ziel gesetzt, die Geschichte des Spanischen Krieges von 1936 bis 1939 bekannt zu machen, dabei insbesondere die Rolle und die Werte des Einsatzes von internationalen Freiwilligen aus 53 Nationen – und der 10.000 Franzosen – die gekommen waren, um der Spanischen Republik zu helfen.

Claire Rol-Tanguy (geb. 1946) ist die Generalsekretärin des französischen Vereins »Les Amis des Combattants en Espagne Républicaine« (ACER). Ihr Vater war der berühmte französische Widerstandskämpfer Henri Rol-Tanguy (1908 - 2002), der auch als Interbrigadist für die Spanische Republik kämpfte. Ihre Mutter ist die ehemalige Widerstandskämpferin Cécile Rol Tanguy (geb. 1919).

Claire Rol-Tanguy (geb. 1946) ist die Generalsekretärin des französischen Vereins »Les Amis des Combattants en Espagne Républicaine« (ACER). Ihr Vater war der berühmte französische Widerstandskämpfer Henri Rol-Tanguy (1908 – 2002), der auch als Interbrigadist für die Spanische Republik kämpfte. Ihre Mutter ist die ehemalige Widerstandskämpferin Cécile Rol Tanguy (geb. 1919).

Als Franco am 18. Juli 1936 seinen Putsch gegen die Republik der Volksfront, die aus den Wahlen vom Februar 1936 hervorgegangen war, auslöste, hat das spanische Volk sofort reagiert, um den Raub seiner großen Hoffnung auf sozialen Fortschritt und Demokratie zu verhindern. Eine Welle von Sympathie und der internationalen Solidarität ging um die Welt.
Freiwillige aus der ganzen Welt sind »vor dem Morgengrauen« aufgestanden, um ihren spanischen Brüdern und Schwestern zu helfen bei der Verteidigung ihrer sozialen Errungenschaften und um zu verhindern, dass dieser Konflikt das Vorspiel zu einem allgemeinen Brandherd in Europa wird, weil sich schon sehr bald Beweise für die militärische Unterstützung für Franco durch Hitler und Mussolini häuften.
Die internationalen Freiwilligen kämpften in den Internationalen Brigaden mit der republikanischen Armee, litten an der Seite des gemarterten spanischen Volkes und wurden nach drei Jahren des Widerstands wegen des militärischen Ungleichgewichts bei gleichzeitiger Abstinenz der westlichen Demokratien besiegt.
Nach der Niederlage der Republik 1939 gingen die spanischen Republikaner ins Exil, namentlich nach Frankreich, wo sie beschämender Weise in Lagern interniert wurden, gemeinsam mit den internationalen Freiwilligen aus Deutschland, Polen, der Tschechei und Italien…, die nicht in ihre Heimatländer zurückkehren konnten. Viele setzten ihren Kampf gegen den Faschismus in der Résistance und in den Armeen der Alliierten bis zum endgültigen Sieg 1945 fort.
In Frankreich wurde ihr Einsatz in Spanien als Veteranen-Kämpfer erst 1996 durch die Regierung anerkannt: im gleichen Jahr verlieh der Cortes (das spanische Parlament) den Überlebenden die spanische Staatsbürgerschaft.
Die ACER organisiert regelmäßig Gedenkreisen nach Spanien, aus Anlass der Erinnerung an große Schlachten, in denen sich die Internationalen Brigaden ausgezeichnet haben (Madrid, Lopera, Guadalajara, Jarama, Teruel, Brunete, Ebro…). Sie unterhält Beziehungen mit allen anderen Organisationen, die in Spanien oder in aller Welt die Erinnerung an die Internationalen Brigaden wachhalten. Außer der Organisation von Veranstaltungen, Konferenzen und Debatten sowie Ausstellungen für die große Öffentlichkeit arbeitet eine Forschungsgruppe in den Archiven, um eine Kartei, eine Datensammlung über die französischen und die nach Frankreich eingewanderten Freiwilligen zu erstellen.
Und, um die Forschung über den Spanischen Krieg und die internationale Solidarität zu begünstigen, hat sie einen Universitäts-Preis »Henri Rol-Tanguy« ausgelobt, der für Master-Studierende an einer französischen Universität bestimmt ist.
In diesem Jahr hat die ACER aus Anlass des 80. Jahrestags der Gründung der Internationalen Brigaden durch die spanische Republik in Zusammenarbeit mit offiziellen Stellen (dem Office National des Anciens Combattants – Nationalen Büro der Veteranen) eine Ausstellung erstellt: »Levés avant le jour – Les Brigades internationales de L‘Espagne à la Résistance« (Vor dem Morgengrauen – die Internationalen Brigaden von Spanien bis zur Resistance). Sie wurde am 21. Juni diesen Jahres im Hôtel National des Invalides in Paris eröffnet und wird in ganz Frankreich gezeigt werden; sie wird auch bei der Fête de l‘Humanité von 9. – 11. September 2016 zu sehen sein.
Diese Ausstellung stellt die Rolle der Internationalen Brigaden und die Verbindung zwischen den Freiwilligen in Spanien zur Verteidigung der republikanischen Ideale und Werte und der Fortsetzung ihres antifaschistischen Kampfes an allen Fronten des 2. Weltkriegs dar.
Der Höhepunkt des Gedenkens an den 80. Jahrestag der Gründung der Internationalen Brigaden wird die Einweihung eines monumentalen Denkmals am Gare d‘Austerlitz in Paris sein, das von dem Künstler Denis Monfleur zur Erinnerung an alle die Freiwilligen der Freiheit – Franzosen oder Internationale – geschaffen wurde. Von diesem Bahnhof fuhren viele ab, um den Faschismus in Spanien zu bekämpfen. Die Einweihung ist vorgesehen für den 22.10.2016 aus Anlass des internationalen Treffens.
Bei dieser Gelegenheit wird daran erinnert werden, wie wichtig das kollektive und individuelle Engagement für die menschlichen Werte in schwierigen Zeiten unserer gemeinsamen europäischen Geschichte, ob vergangen oder gegenwärtig, ist.

Übersetzung aus dem Französischen: Angelika Becker

Amigos de las Brigadas

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geschrieben von Almudena Cross, Vorsitzende der AABI

Die Vereinigung der Freunde der Internationalen Brigaden in Spanien

Die AABI ist eine pluralistische, gemeinnützige und partizipative Vereinigung, bestehend aus Menschen, die daran interessiert sind, die Erinnerung an die Freiwilligen der Freiheit aufrecht-zuerhalten und zu verbreiten und deren solidarisches Beispiel lebendig zu halten. Sie wurde 1995 mit dem Ziel gegründet, in Spanien eine nationale Ehrung für die Internationalen Brigaden zu organisieren und das Versprechen von Juan Negrín von 1938 Wirklichkeit werden zu lassen: den Freiwilligen der Freiheit die spanische Staatsbürgerschaft zu-zuerkennen. Ihr gegenwärtiges Haupt-ziel ist es, das historische Vermächtnis, das Gedächtnis und die Werte der Internationalen Brigaden zu schützen und zu verbreiten.

Dafür macht die AABI Folgendes: Wir organisieren jedes Jahr Veranstaltungen zur Ehrung der internationalen Freiwilligen. Im Jahr 2015/16 führten wir folgende durch:
27.06.2015 Brunete-Marsch
31.10.2015 Ehrung der IB in Móstoles und Erneuerung des Denkmals
07.11.2015 jährliches Gedenken an die Verteidigung Madrids in der Ciudad Universitaria (Universitätsviertel)
14.11.2015 Ehrung der IB in Vicálvaro
14.11.2015 Teilnahme an der Ehrung der IB in Córdoba
21.11.2015 Ehrung für Oberst Mamsurov [Jadyi Umar Mamsurov (Xanti)] in Fuenlabrada
20.02.2016 Jarama-Marsch
12.03.2016 Guadalajara-Marsch
08./09.04.2016 Ehrung der IB in Andalusien (Córdoba und Jaén)
26.03.2016 Beisetzung von drei Brigadisten in Caspe
20.05.2016 Ehrung der im Gefängnishospital von Gernika gestorbenen Republikaner und Brigadisten

Wir arbeiten daran, Denkmäler und Gedenkplaketten zu errichten, ebenso an der Namensgebung von öffentlichen Straßen; dieses Jahr haben wir erreicht, dass die Verwaltung von Madrid die Schaffung eines Platzes mit dem Namen der Internationalen Brigaden bestätigt hat. Für den Oktober 2016 ist die Einweihung eines neuen Denkmals vorgesehen. Gleichfalls haben wir erreicht, dass in Sagunto eine Straße eingeweiht wird, gewidmet der internationalen Batterie Gottwald.
Wir verbreiten und erforschen die Geschichte der Freiwilligen der Freiheit.
In diesem Jahr haben wir mitgewirkt an der Ausstellung über das Hospital der IB in Murcia, im September 2015 haben wir Gesprächsrunden auf den Festen der KPS in Madrid und der KPF in Paris durchgeführt, haben wir die Ehrungen in London (Juli), Benissa und Camposines (Oktober) und Belfast (November 2015) unterstützt, haben wir Konferenzen und Besuche am Jarama für Schüler von Rivas organisiert, haben wir uns am Projekt des historischen Parks der Jaramaschlacht beteiligt, haben wir die Präsentation des Dokumentarfilms Erinnerungen von F. Corsi und des Buches Freiwillige aus Puertorico im Bürgerkrieg von José Alejandro Ortiz und Teresita Rivero organisiert, haben wir Spaziergänge durch die Ciudad Universitaria (Universitätsviertel) und Besuche am Jarama mit Angehörigen und Freunden der Internationalen Brigaden organisiert, haben wir die Fotoausstellung über General Walter in verschiedenen Biblio-theken und Kulturzentren gezeigt, haben wir uns am IBAP (Archäologisches Projekt Internationale Brigaden) beteiligt, das sich dieses Jahr auf die Ausgrabungen eines Schützengrabens des Bataillons Edgar André in Madrid konzentriert hat, unterhalten wir die Internetseite www.brigadasinternacionales.org und unterstützen wir die Existenz der Musikgruppe der IB.
Wir fertigen Publikationen über die IB an: Wir arbeiten weiter an der Publikation von Reiseführern zu den Orten der Internationalen Brigaden in Madrid (vier Bände).
Wir leisten dokumentarische Hilfe für an den IB interessierten Personen: Jeden Monat erhalten wir durch-schnittlich drei bis vier Informationsanfragen, die wir gemäß unserer Möglichkeiten be-arbeiten.
Wir unterhalten Kontakte zu Partnerorganisationen der Freunde und Angehörigen: Wir ver-suchen mit all diesen Organisationen bei den Vorhaben zusammenzuarbeiten, die sie oder wir organisieren. Dieses Jahr bereiten wir speziell die Veranstaltungen zur Würdigung des 80. Jahres-tages vor. Neben der Koordinierung der verschiedenen Veranstaltungen in Paris, Bènicassim und Albacete haben wir in Madrid ein dreitägiges Veranstaltungsprogramm vorbereitet.
Außerdem werden wir am Kongress über die österreichischen internationalen Freiwilligen teil-nehmen, der in Graz und danach in Madrid durchgeführt wird.
Auch an den Ehrungen, die in Móstoles und Fuenlabrada stattfinden, werden teilnehmen, wie auch an der Ehrung für den kubanischen Freiwilligen Pablo de la Torriente Brau im Dezember.
Von Januar bis März 2017 wird es eine Ausstellung über den kanadischen Doktor Norman Bethune geben, die begleitet wird von Konferenzen, Filmaufführungen und der Präsentation eines Buches über das Bataillon Mackenzie-Papineau sowie der Eröffnung eines Denkmals neben dem Gebäude, in dem sich das kanadische Institut für Bluttransformation befand.

Diesjähriger Jarama-Marsch, gewidmet den Freiwilligen Kämpfern des Bataillons und der Brigade Dombrowski am 20.04.2016
La Asociación de Amigos de las Brigadas Internacionales (AABI)
www.brigadasinternacionales.org

International Brigade Memorial Trust

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Wer wir sind und was wir tun
Der International Brigade Memorial Trust – gründete sich im Jahr 2000, als sich 14 Interbrigadisten und Mitglieder der Vereinigung der Freunde und Familien der Spanienkämpfer in der Karl-Marx-Gedenkbibliothek trafen. In dieser Sitzung wurde beschlossen, eine Organisation zu bilden, die den Geist und die Erinnerung an diejenigen lebendig halten, die nach Spanien gingen um der spanischen Republik im Kampf gegen den Faschismus zu helfen und für diejenigen, die sie zu Hause unterstützten. Der IBMT hat ca. 1.000 Mitglieder.

Was wir tun:
Jedes Jahr, am ersten Samstag des Monats Juli um 13:00 Uhr halten wir eine große Gedenkfeier an unserem nationalen Denkmal in Jubilee Gardens auf der Londoner South Bank ab.
Jährlich organisieren wie die »Len Crome Konferenz« in Manchester, zu der führende Wissenschaftler aus der ganzen Welt kommen.
Unsere Hauptversammlung wird jedes Jahr in der Regel im Oktober in einer anderen Stadt abgehalten, um der Freiwilligen aus verschiedenen Regionen von England, Irland, Schottland und Wales zu gedenken.
Darüber hinaus ermutigen wir IBMT Mitglieder, überall dort Ehrungen und Gedenkveranstaltungen an Denkmälern durchzuführen, wo sie sich in ihrem Wohnumfeld befinden.
Unser 24 Seiten starker illustrierter Newsletter erscheint drei Mal im Jahr mit Aktuellem über bevorstehende Veranstaltungen, Artikeln aus der ganzen Welt, Buchbesprechungen usw. Wir haben eine Wanderausstellung, »Antifacistas«, die in Britannien, Irland und Spanien gezeigt wurde

Unsere Ziele sind:

  • Pflege der mehr als 100 Denkmäler auf den britischen Inseln und gegebenenfalls das Errichten neuer.
  • Bildung und Information für Lernende, Studierende und die Öffentlichkeit zum Thema »Der Spanische Bürgerkrieg und sein besonderer Platz in der Geschichte Europas im 20. Jahrhundert.«
  • Engagement dafür, dass die antifaschistischen Freiwilligen ihren einzigartigen Platz in der Geschichte der Radikalen- und Arbeiterbewegung behalten und ein Leuchtfeuer der Hoffnung für all jene sind, die gegen Ungerechtigkeit und für eine bessere Welt kämpfen.
  • Unterstützung von Forschern und Historikern bei Arbeiten über die Internationalen Brigaden durch den Erhalt und die Erweiterung unserer bestehenden Archive, Verbesserung der Zugangsmöglichkeiten für Wissenschaftler zu den Archiven.
  • Ermutigung von Schriftstellern, Künstlern, Musikern und Dramatikern, das reiche kulturelle Erbe der antifaschistischen Freiwilligen in den Internationalen Brigaden dem heutigen Publikum nahe zu bringen.

Den Humanismus verteidigen

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geschrieben von Jeremi Galdamez, Maciej Sanigórski

Was die Erinnerung an die Internationalen Brigaden in Polen heute bedeutet

Die Initiative »Hände weg von der Dąbrow-szczaków  Straße« wurde im Juni 2015 gegründet, als Antwort auf Medien-Berichterstattung über die Pläne, eine Straße in Warschau umzubenennen, welche die polnischen Freiwillige der Internationalen Brigaden ehrt. Das Auslöschen der Erinnerung an die polnischen Freiheitsfreiwilligen aus dem öffentlichen Raum gehört zu einem umfassenderen Prozess, der sogenannten Entkommunisierung, welche theoretisch darauf zielt, Namen, die aus der Volksrepublik Polen und dem »realen Sozialismus« stammen, zu entfernen. Doch in der Praxis geht es darum, alle Namen, die mit der ganzen Geschichte der Linken seit dem 19. Jahrhundert verbunden sind, zu liquidieren. Die Politik der Entkommunisierung ist also ein Werkzeug der rechten polnischen Politiker zur revisionistischen Verfälschung der Geschichte. Die polnische Linke hat es bisher vermieden, sich für eine Politik der Erinnerung zu engagieren – und hat damit den Rechten den Weg geöffnet. Als Resultat entstehen zurzeit bei einem riesigen Teil der polnischen Jugend Ansichten über die Gesellschaft, die stark rechtsgerichtet und radikal vereinfacht sind und auf Ressentiments basieren. Unserer Meinung nach dient eine solche Sicht auf die Vergangenheit der weiteren Verstärkung von ausländerfeindlichen, rassistischen und faschistischen Ansichten unter der jüngeren Generation in Polen.

Das Foto zeigt die beiden Autoren bei der Gedenkveranstaltung am 16. Juli 2016

Das Foto zeigt die beiden Autoren bei der Gedenkveranstaltung am 16. Juli 2016

Konfrontiert mit dieser Realität kamen wir zu dem festen Entschluss, die Erinnerung an die polnischen Interbrigaden zu verteidigen. Wir wussten, wenn wir uns nicht organisieren, würden die Reaktionen auf die Entfernung der Straßennamen zu kaum mehr führen als einigen bösen Worten im Internet oder vielleicht in der Presse. Wenige Tage nachdem das Thema in den Medien erschien, bildeten wir also die informelle Initiativgruppe »Hands off…«. Unsere erste Aktion war die Formulierung einer Petition, die dann von mehreren Tausend Menschen unterschrieben wurde. Dann fanden wir Kontakt mit ausländischen Organisationen, welche die Inter-brigaden weiterhin ehren. Wir sprachen vor bei Sitzungen des Warschauer Komitees zur städtischen Namensgebung, das verantwortlich dafür ist, ob der Name Dąbrowszczaków Straße bleibt oder entfernt wird. Es ist uns auch gelungen, in den Medien eine breitere Aufmerksamkeit zu erreichen. Unsere Aktionen wurden der spanischen Organisation »Asociación de Amigos de las Brigadas Internacionales« (AABI) bekannt, und so wurden wir zur Feier am Jahrestag der Jarama-Schlacht eingeladen, einer Feier, die dem Dąbrowski Bataillon gewidmet wurde. Das war für uns ein außerordentliches Erlebnis. Als wir erfuhren, wie viele Menschen in und außerhalb Spaniens in die Bewahrung dieser Traditionen involviert sind und die Gelegenheit bekamen, etliche Aktivisten kennenzulernen, beschlossen wir, zum ersten Mal seit Jahrzehnten in Warschau eine Reihe von Events zu organisieren, um an die Männer und Frauen zu erinnern, die vor 80 Jahren nach Spanien zogen, um den Faschismus zu bekämpfen. Am 16. und 17. Juli führten wir eine Erinnerungsfeier dort durch, wo das Denkmal für die polnischen Freiwilligen liegt, daran schloss sich eine künstlerische Veranstaltung an, die Schicksale der Dąbrowski Brigade vorstellte, verbunden mit Liedern und Gedichten über sie. Am zweiten Tag folgte eine Debatte über die Entkommunisierungspolitik und die Politik der Erinnerung. Beide Events wurden von mehreren Dutzend Menschen besucht, eine beträchtliche Zahl angesichts der heutigen Umstände. Es kamen Familien von Freiwilligen der XIII. Internationalen Brigade, Vertreter von spanischen und deutschen Organisationen, welche die Erinnerung an die Freiheitkämpfer pflegen, und Mitglieder verschiedener linker polnischer Organisationen. Die Ereignisse waren auch ein Zeichen des Protests gegen die anhaltende Drohung, den Namen der Dąbrowszczaków Straße zu entfernen. Um effizienter bei der Verteidigung des Gedenkens an die polnischen Antifaschisten in Spanien zu werden, und um das Wissen über sie zu vermehren, planen wir jetzt, eine Gesellschaft zu bilden, die jenen ähnelt, die in verschiedenen europäischen Ländern bestehen. Wir können gar nicht genug betonen, dass unser Gedenken an die Internationalen Brigaden nicht nur wegen der Geschichte des Antifaschismus und der Linken wichtig ist, sondern weil es auch ein lebendiges Zeugnis der internationalen Solidarität liefert, die in der Lage ist, Rassismus, Xenophobie und wirtschaftlicher Gewalt zu widerstehen; alles Tendenzen, mit denen wir in ganz Europa zunehmend konfrontiert werden. Der Plan, den Namen der Straße zu entfernen, die an die polnischen Freiheits-Freiwilligen erinnert, stellt mehr als einen Angriff auf deren Erinnerung dar; er ist ein Angriff auf die Werte und Ideen, welche sie vor 80 Jahren motivierten. Werte, die uns teuer sind und die wir auch heute noch für äußerst relevant halten. Durch die Erinnerung an die Vergangenheit kämpfen wir um die Zukunft! Aus dem Englischen übersetzt von Victor Grossmann

Verein der Freunde der Interbrigadisten

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Ein Blick in die Geschichte der jungen tschechischen Organisation

Die ursprüngliche Idee, an die Tradition der Tschechoslowakischen Interbrigadisten zu erinnern und sie in der Tschechischen Union der Freiheitskämpfer (Ceský svaz bojovníků za Svobodu, ČSBS) wieder zu beleben, wurde von Oberst Pavel Vranský initiiert. Oberst Pavel Vranský ist Kriegsveteran und betrachtet, obwohl er selbst nicht am Spanischen Krieg für Demokratie teilgenommen hat, die Freiwilligen im Spanischen Bürgerkrieg als Teil der Tradition des Widerstandes unserer Nation gegen den Nazismus und Faschismus. Er entschied sich, Nachkom-men und andere Familienmitglieder von Kämpfern in Spanien zu finden und Kontakt zu ihnen aufzunehmen. Es war sein Ziel, eine Reihe von Treffen mit ihnen einzube-rufen. Neben der Wiederbelebung dieses vergessenen Kapitels der modernen Geschichte, sollten diese Treffen die Erfahrungen Interbrigadisten im »Mikrokosmos« einzelner Familien reflektieren.

Pavel Vranský und Ingrid Schiborowski, Tochter des deutschen Spanienkämpfers Adolf Preissler, am Rande der Konferenz »Tschechoslowakische Interbrigadisten und Spanischer Bürgerkrieg«, die am 23. Oktober 2015 im Senatssaal des Parlaments der Tschechischen Republik stattfand. Kontakte: Český svaz bojovníků za svobodu / Interbrigády - Legerova 22  120 49 Praha 2 Tel.: 224261508, 224261570 www.zasvobodu.cz/interbrigady E-Mail: bojovnici@volny.cz

Pavel Vranský und Ingrid Schiborowski, Tochter des deutschen Spanienkämpfers Adolf Preissler, am Rande der Konferenz »Tschechoslowakische Interbrigadisten und Spanischer Bürgerkrieg«, die am 23. Oktober 2015 im Senatssaal des Parlaments der Tschechischen Republik stattfand.
Kontakte: Český svaz bojovníků za svobodu / Interbrigády – Legerova 22
120 49 Praha 2
Tel.: 224261508, 224261570
www.zasvobodu.cz/interbrigady
E-Mail: bojovnici@volny.cz

Unterstützung für diese Initiative kam vom Tschechischen Verband der Freiheitskämpfer (Pavel Vranský ist einer seiner Vizepräsidenten). Mitte des Jahres 2014 war die Zeit reif für ein erstes Treffen. Unter der Schirmherrschaft des ČSBS und in Anwesenheit seines Präsidenten fand es am 29. Oktober 2014 statt. Teilnehmer waren Vertreter des ČSBS, Historiker und vor allem die Nachkommen der Interbrigadisten. Das Treffen führte zur Gründung einer Vereinigung, deren provi-sorischer Name »Club der Freunde der Interbrigadisten, die in Spanien kämpften«, war. Einstimmig wurde Dr. Richard Falbr zum Präsidenten gewählt und die Anwe-senden wählten einen kleinen Ausschuss. Sie vereinbarten, weitere Kontakte herzustellen und Anregungen für künftige Aktionen zu sammeln.
Das nächste Plenartreffen nahm den endgültigen Namen »Verein der Freunde der Interbrigadisten« an; wichtige Themen waren auch organisations-technische Aspekte (Registrierung der Mitgliedschaft, Schaffung einer Webseite, Finanzierungsmöglichkeiten, die Samm-lung von Hinterlassenschaften, Archivrecherchen, etc.). In der Zwischenzeit konnten weitere Beziehungen mit ausländischen Organisationen und nationalen Institutionen hergestellt werden, die bei der professionellen Forschung helfen und der Kontaktaufnahme mit anderen Nachkommen sowie auch der professionellen Zusammenarbeit mit jenen dienen, die daran Interesse haben.

 

Brigada internacional

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geschrieben von Charlotte Hahn/ Hans-Jürgen Schwebke

»Brigada internacional« – Diesen Ehrennamen haben sich die zwölf Jugendlichen aus Frankreich, Italien, Pakistan, Polen, Russland, Spanien, Slowenien, Tschechien und der Ukraine durch ihre freiwillige Arbeit an Gräbern von Antifaschisten auf dem Friedhof Friedrichsfelde schon jetzt verdient. Sie sind Teilnehmer eines 1. Internationalen Workcamps »80 Jahre Bildung der Internationalen Brigaden – Spanischer Krieg 1936-1939«, das von der Vereinigung junger Freiwilliger in Kooperation mit dem KFSR organisiert wurde.

Harald Wittstock, langjähriger Vorsitzender des KFSR, im Gespräch mit Campteilnehmern. Foto: Gabriele Senft.

Harald Wittstock, langjähriger Vorsitzender des KFSR, im Gespräch mit Campteilnehmern. Foto: Gabriele Senft.

Durch ihre Arbeit werden die jungen Menschen an die Thematik des Kampfes um die Verteidigung der Spanischen Republik herangeführt. So berichtete Eva aus Slowenien, dass sie sich, als sie die Zusage zur Teilnahme erhielt, in Geschichtsbüchern kundig machte. Dabei entdeckte sie auch in ihrer Heimstadt ein Denkmal und Straßennamen von slowenischen Interbrigadisten. »Leider«, so Eva, »hatte ich davon bisher nichts gewusst.« Mit kriminalistischem Eifer gleichen die Campteilnehmer die Friedhofsangaben zu den VVN-Grabfeldern mit dem Lexikon der deutschen Spanienkämpfer, erschienen 2015 im Verlag Edition AV, ab. Damit komplettieren sie die lückenhafte Dokumentation über die letzten Ruhestätten der Spanienkämpfer in Berlin. Diesem Ziel dient auch die Wiederherstellung der Lesbarkeit der Steininschriften. Jeder Freiwillige wird am Ende mindestens von einem, »seinem« restaurierten Stein wissen, welcher Mensch sich hinter dem Namen verbirgt. Die zehntägigen Arbeiten markieren den Beginn der Umsetzung des gemeinsamen Aufrufes von VVN-BdA und KFSR zur Ehrung der Freiwilligen, die der bedrängten Republik unter Einsatz ihres Lebens zur Hilfe eilten. Für Tanit aus Spanien, Campleiterin, sind die Arbeiten Anregung gewesen, ihre Mutter in Spanien anzurufen, um mehr über die Gründe der 14jährigen Haft des Großvaters zu erfahren. Er war republikanischer Soldat und kämpfte gegen Franco. Schon jetzt sind sich alle Beteiligten einig: Diese Arbeit muss 2017 fortgeführt werden.

Der Held von Madrid

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geschrieben von Peter Rau

Manfred Stern führte 1936 die erste der Internationalen Brigaden

»Retter …« bzw. »Held von Madrid« – mit diesem Ehrennamen bedachten die Madrilenen vor allem den Kommandeur der ersten Internationalen Brigade, der am 7./8. November 1936 an der Spitze dreier Bataillone durch die Straßen der Hauptstadt Spaniens marschierte, um gemeinsam mit republikanischen Milizionären den faschistischen Angreifern den Weg in die Stadt zu versperren. Dieser Mann war der damals 40jährige Manfred Stern, auch wenn ihn die Spanier seinerzeit nur unter dem Namen Emilio Kleber oder General Kleber kannten.
Geboren am 20. Januar 1896 in der Bukowina – einem Gebiet beiderseits der rumänisch-ukrainischen Grenze, das von 1775 bis 1918 zu Österreich gehörte – als Sohn eines jüdischen Bauern, konnte er dank der Unterstützung eines älteren Bruders das Gymnasium besuchen und ein Medizinstudium aufnehmen. Er wurde Mitglied einer sozialistischen Studentenvereinigung, nach Beginn des Ersten Weltkrieges eingezogen und in der Armee der 1867 entstandenen Doppelmonarchie Österreich-Ungarn an der russischen Front eingesetzt.
Dort geriet er als Fähnrich, gerade 20 Jahre alt, in Kriegsgefangenschaft, schlug aber alsbald, wie man es damals nannte, den Weg eines Berufsrevolutionärs ein. Nach der Oktoberrevolution 1917 schloss er sich Partisanen an, die sich an der Seite der Bolschewiki konterrevolutionären Banden entgegenstellten. Als Kommissar einer solchen Partisaneneinheit kämpfte Stern in Sibirien gegen die weißgardistischen Truppen von Admiral Koltschak und des Generals Baron Ungern von Sternberg. 1921 wurde er zum Stabschef der Fernost-Truppen der Roten Armee ernannt, die sich japanischen Interventionstruppen und Angehörigen der sogenannten Tschechischen Legion zu erwehren hatten.

Manfred Stern (l.)

Manfred Stern (l.)

In den folgenden Jahren war er im Auftrag der Komintern und ihres Exekutivkomitees (EKKI) in verschiedenen Ländern unterwegs, wo sein militärisches Wissen gefragt war. Vom Zentralkomitee der KPR (B) wurde Stern dem ZK der deutschen Bruderpartei zur Verfügung gestellt und ging nach Hamburg. Als Militärleiter nahm er dort im Oktober 1923 am letztlich fehlgeschlagenen Aufstand teil.
In Spanien, wohin ihn ebenfalls die Komintern entsandte, traf er am 15. September 1936 ein. Bevor Stern-Kleber im Oktober zum Kommandeur der XI. Internationalen Brigade ernannt wurde, trat er zunächst als Berater des von der spanischen Bruderpartei inzwischen als Kern einer künftigen Volksarmee gebildeten »Quinto Regimento« in Erscheinung.
Dass Stern nur für wenige Wochen an der Spitze der XI. agieren sollte, lag nicht in seiner Macht. Aufgrund verschiedener Differenzen mit dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Largo Caballero, der zugleich Kriegsminister war, bezüglich der weiteren Führung des Kampfes um Madrid wurde Stern aus der Hauptstadt abberufen. Stern, dem nach den Novemberkämpfen noch für kurze Zeit das Kommando über eine größere Abteilung mit zwei Internationalen Brigaden und einigen spanischen Einheiten übertragen worden war, wurde schließlich Anfang 1937 nach Valencia beordert, wohin die Regierung inzwischen umgesiedelt war. Hier beteiligte er sich zunächst an der Arbeit der von Dolores Ibarruri geleiteten Militärkommission des ZK der KP Spaniens. Nach dem im Mai 1937 erfolgten Regierungswechsel von Caballero auf Juan Negrin wurde Stern noch einmal an die Front berufen; er übernahm anstelle des im Juni gefallenen Mate Zalka das Kommando über die 45. Division der Volksarmee, mit der er an den Sommer- und Herbstoperationen des Jahres 1937 teilnahm.
Im Oktober 1937 schließlich nach Moskau zurückgerufen, setzte Manfred Stern seine Tätigkeit im Apparat des EKKI fort, bevor er aus welchen Gründen, bzw. unter welchen Vorwänden auch immer, ein Opfer der sogenannten Stalinschen Säuberungen wurde. Im Juli 1938 unter der widersinnigen Anschuldigung der Spionage für Deutschland sowie der Mitgliedschaft in trotzkistischen Organisationen verhaftet, wurde er im Jahr darauf vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt. Diese Haft musste er zumeist in Arbeitslagern an der Kolyma am nördlichen Polarkreis, in der Jakutischen Autonomen Sowjetrepublik, verbringen.
In dieser Zeit hatte Stern, der stets jede Schuld an den ihm zur Last gelegten Verbrechen bestritt, sich immer wieder um eine Rehabilitation bzw. Wiederaufnahme seines Verfahrens bemüht. Nach dem faschistischen Überfall auf die Sowjetunion erklärte er – unter anderem auch in Eingaben an Stalin selbst – wiederholt seine Bereitschaft, als einfacher Soldat an die Front zu gehen und gemeinsam mit allen ehrlichen Söhnen der Heimat gegen den niederträchtigen Feind zu kämpfen.
Das war offenbar vergebens. Stern blieb weiterhin im Lager – und mehr noch: 1945 wurde seine Strafe noch einmal um zehn Jahre Haft verlängert. Die überlebte der inzwischen gesundheitlich angeschlagene Held von Madrid nicht; er starb am 12. Februar 1954.

 

Francisco Galan, einer seiner spanischen Kampfgefährten, der später zum Kommandeur eines Armeekorps avancieren sollte, schrieb Jahre nach dem Krieg über ihn: »Kleber war ein Mensch mit einer großen Seele, und er behielt seine menschlichen Gefühle durch alle Schrecken des Krieges hindurch bei.«
Erst nach dem XX. Parteitag der KPd-SU wurde Manfred Stern im August 1956 vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR rehabilitiert und über zehn Jahre später post mortem seine Wiederaufnahme in die Partei beschlossen.

AfD-Jugend und Identitäre

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geschrieben von Janka Kluge

In der neurechten Bewegung gibt es viele personelle Überschneidungen

Die Identitäre Bewegung (IB) hat es in den letzten Wochen immer wieder in die Medien geschafft. Nachdem der Verfassungsschutz in mehreren Bundesländern die rechte Gruppe beobachtet, hat nun das Bundesamt nachgezogen und will sie ebenfalls beobachten. Die Gruppe ist seit 2012 in Deutschland aktiv.

Patriotische Personalunion: Berliner AfD-Kandidat Jannik Brämer bei Identitären-Aufmarsch in Berlin am 17. Juni 2016. Foto: Sören Kohlhuber

Patriotische Personalunion: Berliner AfD-Kandidat Jannik Brämer bei Identitären-Aufmarsch in Berlin am 17. Juni 2016. Foto: Sören Kohlhuber

Die Identitäre Bewegung kommt ursprünglich aus Frankreich. Sie wurde bereits 2002 von Mitgliedern der Unité radicale gegründet. Die Organisation war dort verboten worden, nachdem ein Mitglied einen Mordanschlag auf den damaligen Präsidenten Chirac verübt hat.
Um sich von der Vorgängergruppe abzugrenzen, entwickelten die Identitären ein Konzept, das an dem der neuen Rechten angelehnt ist. Diese Bewegung ist in den siebziger Jahren ebenfalls in Frank-reich entstanden. Sie formulierte die nationalistischen und rassistischen Ideen neu und hängte ihnen einen neuen Mantel um. In Deutschland wurde diese Umschreibung durch das sogenannte Heidelberger Manifest bekannt. Konservative Wissenschaftler hatten es 1981 veröffentlicht. Ganz in der Denkweise der Neuen Rechten wird darin kein Volk mehr als höher stehend bezeichnet. Vielmehr sind alle Völker gleichwertig, müssen aber in ihrer ursprünglichen Heimat bleiben, um nicht unterzugehen.
Folgender Auszug aus dem Manifest liest sich fast wie eine Blaupause für spätere Gruppen, wie die AfD und die Identitären.
»Mit großer Sorge beobachten wir die Unterwanderung des deutschen Volkes durch Zuzug von vielen Millionen von Ausländern und ihren Familien, die Überfremdung unserer Sprache, unserer Kultur und unseres Volkstums. […] Die Integration großer Massen nichtdeutscher Ausländer ist daher bei gleichzeitiger Erhaltung unseres Volkes nicht möglich und führt zu den bekannten ethnischen Katastrophen multikultureller Gesellschaften. Jedes Volk, auch das deutsche Volk, hat ein Naturrecht auf Erhaltung seiner Identität und Eigenart in seinem Wohngebiet. Die Achtung vor anderen Völkern gebietet ihre Erhaltung, nicht aber ihre Einschmelzung (‚Germanisierung‘).«
Heute sprechen die Rechten nicht mehr von Germanisierung, sondern von dem »großen Austausch« durch den angeblich das deutsche Volk vernichtet werden soll.
Die Identitären sind in Deutschland überwiegend an Universitäten aktiv. Diese Nähe entsteht auch durch ihre Aktionsformen, die Jugendliche ansprechen. Durch die überwiegend jüngeren Mitglieder ergeben sich Kontakte und Doppelmitgliedschaften bei Burschenschaften und der Jugendorganisation der AfD, den »Jungen Alternativen«. Einige Mitglieder arbeiten aber auch eng mit Neonazis zusammen.
Auf der Internetseite der »Patriotischen Plattform« hat der Vorstand, dieses Zusammenschlusses Rechter innerhalb der AfD eine Presseerklärung zur Beobachtung der Identitären Bewegung veröffentlicht.
»Wir raten der Identitären Bewegung, sich auf dem Gerichtsweg gegen die Beobachtung zu wehren, und unterstützen die Identitäre Bewegung wie bisher so auch weiterhin bei ihrem kreativen und gewaltfreien Kampf gegen das Kartell der Altparteien. Wir wünschen uns eine engere Zusammenarbeiten zwischen Identitärer Bewegung und AfD, denn auch die AfD ist eine identitäre Bewegung und auch die Identitäre Bewegung ist eine Alternative für Deutschland.«
Im Vorstand der Patriotischen Plattform ist beispielsweise der Freiburger Anwalt Dubravko Mandic. Seine Eltern sind in den sechziger Jahren aus Bosnien nach Deutschland gekommen. Er ist nicht nur Mitglied der AfD und Vorsitzender der Jungen Alternativen in Südbaden, sondern auch Mitglied der Freiburger Burschenschaft »Saxo Silesia«. Nach einem Artikel in den Badischen Nachrichten liefen auf einer Party im Haus der Burschenschaft Nazilieder und von einem Balkon wurde »Heil Hitler« gerufen.
Enge Kontakte halten Mitglieder der Identitären Bewegung auch zu Gruppen der Neuen Rechten. Die Zeitung »Junge Freiheit« gilt inzwischen nicht nur als heimliche Parteileitung der AfD, sondern übernimmt auch offen Positionen der Identitären. Eine enge Zusammenarbeit gibt es auch mit Götz Kubitschek. Er ist einer der umtriebigsten Vertreter der Neuen Rechten. Zusammen mit seiner Frau betreibt er das Institut für Staatspolitik in Schnellroda.
Zusammen mit Jürgen Elsässer, dem Herausgeber der rechten Zeitschrift »Compact«, und Götz Kubitschek finden sich in der Initiative »Ein Prozent für unser Land« auch der Vorsitzende der Patriotischen Plattform, Hans-Thomas Tillschneider und der Österreicher Martin Sellner. Sellner ist die führende Person der Identitären Bewegung in Österreich. Auf ihrer Internetseite sucht die Gruppe »Ein Prozent« Wahlbeobachter, damit »keine unliebsamen Stimmen unter den Tisch fallen«. Außerdem hat die Gruppe im Internet 10 000.- Euro für die Identitären Österreichs gesammelt, damit diese Schäden, die bei einer »Grenzdemonstration« verursacht wurden, bezahlen kann.

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