Indiens »Porno-Nationalismus«

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geschrieben von Thomas Willms

Das Kapital setzt auf ihn, doch auch die Massen hoffen

 

Die hiesigen Reaktionen auf die Wahl des neuen indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi und seiner rechtsextremen Partei BJP (Bahratiya Janata Party) fielen angesichts des monumentalen Ausmaßes des Ereignisses schwach aus. Modis Partei dominiert das indische Unterhaus nun mit einer absoluten Mehrheit und das nach dem vermutlich umfassendsten Wahlkampf aller Zeiten in der größten demokratischen Wahl der Menschheitsgeschichte.

Das ist umso bemerkenswerter, weil die indische »Innen«-politik mit Bundesstaaten, die so viele Einwohner wie Deutschland oder sogar Russland haben, eher mit der EU als mit einem normalen Nationalstaat zu vergleichen ist. Narendra Modi will und soll der »Führer einer Milliarde« sein, in einem Atemzug mit Obama, Putin und Xi zu nennen.

Modis Sieg wurde von der indischen Presse seit langem vorausgesagt. Und blickt man auf die typischen Berichte in »India Today« oder »Hindustan Times« weiß man auch warum: Eine endlose Kette von Verkehrskatastrophen, Stromausfällen und vor allem von Korruption, Verschwendung und Unfähigkeit haben das Image der seit der Unabhängigkeit zumeist regierenden konservativen Kongresspartei vollständig ruiniert.

Dass gleichzeitig auch die beiden starken kommunistischen Parteien abgestürzt sind, deutet auf tiefere Ursachen von Modis Durchbruch hin. Entscheidend ist der steile Aufstieg der indischen Wirtschaft, bzw. der einiger ihrer Bundesstaaten seit Anfang der 1990er Jahre. Die Entwicklung des gesamtindischen Staates und seiner Agenturen, aber auch der gesellschaftlichen Werte halten damit nicht Schritt. Was nützt z.B. das neue Auto, wenn in Indiens Großstädten eine reelle Chance besteht bei Parkplatzstreitigkeiten umgebracht zu werden. Wer kann, kauft sich lieber im sicheren London eine Luxuswohnung (Indische Investitionen von 1 Milliarde Pfund in den letzten 18 Monaten).

Unzufriedenheit entsteht vor allem, wenn man sich mit China vergleicht. Die eiserne Hand der regierenden Gongchandang beschert dem Kapital dort beste Entwicklungsmöglichkeiten, u.a. tausende Kilometer Hochgeschwindigkeitseisenbahnen und andere Infrastrukturprojekte sowie Wohlstands-chancen für die Massen. Mithalten können da nur einige der indischen Bundesstaaten, allen voran der seit einem Jahrzehnt von Modi regierte westindische Bundesstaat Gujarat mit seinen 60 Millionen Einwohnern. Die gujaratischen Technokraten sollen den korrupten Prinzenhof von Delhi aufräumen – das ist der gemeinsame Wunsch des indischen Kapitals und der wachsenden Mittelschichten. Aber auch die hunderten von Millionen Armer sehen in ihm überwiegend denjenigen, der Aufstieg und Wohlstand binnen kurzem möglich machen soll. Das schließt selbst Angehörige der Dalits (der Kaste der Unberührbaren), der Buddhisten und sogar der Muslime ein.

Der ideologische Kern der BJP und der eng mit ihr verbundenen Kader-, Massen- und Jugendorganisationen wurde im vergangenen Wahlkampf bewusst hintan gestellt. Der indische Sozialforscher Anand vermittelt einen lebhaften Eindruck von ihrer verheerend destruktiven Hindutva-Ideologie (Hindu-Nationalismus). Er charakterisiert Hindutva als »porno-nationalistisches asexuelles maskulinistisches Projekt«. Es richtet sich gegen alle Religionen und Theorien der Gleichheit, seien es Liberalismus, Kommunismus und die monotheistischen Religionen. Praktisch ist die 140 Millionen Menschen große islamische Minderheit Indiens das Ziel unglaublicher Diffamierungen, Einschüchterungen, von Pogromen, Vertreibungen und Morden. Hindutva zufolge ist »Bharat Mata« (Mutter Indien) seit Jahrhunderten das Ziel eines islamischen Übernahmeplans, der mittels Gewalt und Sexualität durchgeführt werde. In psychologischen Projektionen wird den muslimischen Männern unterstellt mittels eines tierischen Fortpflanzungstriebes das Hindu-Volk (dessen schiere Existenz in einem Land mit 122 offiziell registrierten Sprachen durchaus bezweifelt werden kann) auslöschen zu wollen. Hindu-Männer hätten entsprechend die Pflicht, Hindu-Frauen zu überwachen, zu kontrollieren und zu korrigieren. Die weitverbreitete sadistische sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen, die Modi zur Zeit mit Worten kritisiert, ist tatsächlich tief in die Ideologie seiner eigenen Bewegung eingeschrieben.

Das Ergebnis der Entwicklung ist trotz allem offen, denn die dynamischen indischen Gesellschaften bringen auch Kräfte hervor, die auf mehr Gleichheit und Freiheit drängen, allen voran eine starke Frauenbewegung mit ihrem militanten Arm, den »Pink Saris«.

Das Drumherum des NSU

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geschrieben von Janka Kluge

Mundlos, Böhnhardt, Zschäpe in Netzwerke eingebettet?

 

Nachdem die beiden Rechtsterroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 4.11.2011 erschossen in einem Wohnmobil in Eisenach gefunden wurden, schienen die Morde des Nationalsozialisten Untergrunds (NSU) aufgeklärt zu sein. Trotz vieler offener Fragen geht die Bundesanwaltschaft bis heute davon aus, dass die Gruppe nur aus drei Personen bestand. Neben den beiden Toten zählt sie lediglich Beate Zschäpe dazu. Die anderen Angeklagten im Münchner NSU-Prozess stehen wegen Unterstützung und nicht wegen Mitgliedschaft vor Gericht. Doch es kommen immer mehr Zweifel auf, ob diese These zu halten ist.

Die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung lässt sich nicht so leicht nachweisen, wie etwa die in einem Sportverein. Es werden keine Mitgliederlisten geführt und keine Beiträge eingezogen. Trotzdem spricht einiges gegen die Annahme der Bundesanwaltschaft.

Die drei waren Größen in der Nazistruktur von Thüringen. Sie kamen aus der Jenaer Kameradschaftszene und waren aktiv in der Ostthüringer Anti-Antifa und im Thüringer Heimatschutz, einem Zusammenschluss Thüringer Nazigruppen. Nach der Durchsuchung einer Garage am 26.1.1998, die sie angemietet hatten, sind sie abgetaucht. Erst danach wurde ein Haftbefehl gegen sie ausgestellt. In der Garage wurde neben Sprengstoff und verschiedenen Nazischriften auch eine Adressliste gefunden. Diese Liste enthielt die Namen fast aller, die später als Kontaktpersonen und Unterstützer genannt wurden.

In den dreizehn Jahren bis zum November 2011 verübten sie mehrere Überfälle und mindestens zehn Morde. Sie waren in dieser ganzen Zeit nicht isoliert von den verschiedenen Nazistrukturen. Einen ersten Hinweis auf den NSU gab es schon 2002. In der neonazistischen Zeitung »Der weisse Wolf« stand im Vorwort der ersten Nummer: »Vielen Dank an den NSU, es hat Früchte getragen – der Kampf geht weiter.« Nach Hinweisen hat das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum (apabiz) die entsprechende Stelle in einem Heft im Archiv gefunden. Hier wird der Name des terroristischen NSU zum erstenmal, grammatikalisch richtig, genannt. Der Herausgeber schreibt außerdem in dem Vorwort: »»Wenn die Zeiten härter werden – muß der Kampf es auch werden. Unterstützt die Kameraden in Haft, im Rechtskampf, auf der Straße, bildet Netzwerke – nur vom Musikhören und Feiern kommt die Wende nicht« Unterzeichnet wurde das Vorwort von »Eihwaz«. Durch antifaschistische Hackerangriffe auf neonazistische Versandgeschäfte wurde offen gelegt, dass dieses Pseudonym von David Petereit benutzt wurde. Der heutige NPD-Landtagsabgeordnete in Mecklenburg-Vorpommern ist seit vielen Jahren eine zentrale Person im neonazistischen Netzwerk. Im Jahr 2000 meldete er die Internetpräsenz der Zeitschrift »Der Weisse Wolf« an. In der Zeitung werden oft Artikel über Bands aus dem Blood & Honour (B&H) Spektrum veröffentlicht. Diese neonazistische Organisation, die nach außen hin nur Konzerte organsierte, wurde im Jahr 2000 verboten. Mundlos und Böhnhardt hatten selbst enge Kontakte zu den sächsischen und thüringischen Blood & Honour Strukturen. Von ihnen wurden sie über Jahre unterstützt.

Thomas Richter gehörte ebenfalls zu den führenden Köpfen der Neonazistrukturen. Er gründete mehrere Internetportale. Die Zeitschrift »Der weisse Wolf« kam auf einem dieser Portale unter. Doch Thomas Richter war nicht nur ein aktiver Nazi, sondern arbeitete auch für den Verfassungsschutz. Zuerst wurde er vom baden-württembergischen Geheimdienst angeworben und später vom Bundesamt weiter geführt. Unter dem Decknamen Corelli gab er zwar Termine für Konzerte und Aufmärsche weiter, aber nichts über seinen Freund Uwe Mundlos, den er 1995 bei einem Nazi Konzert in Dresden kennengelernt hatte. Allein das Bundesamt für Verfassungsschutz soll ihm über die Jahre 180 000 Euro gezahlt haben, die er zu einem großen Teil in neonazistische Strukturen gesteckt hat. Nachdem Thomas Richter, alias Corelli, 2012 aufgeflogen ist, kam er in ein Zeugenschutzprogramm. Leider kann Thomas Richter beim Prozess in München nicht mehr aussagen. Er starb Anfang April an einer angeblich nicht erkannten Zuckerkrankheit. Eigenartig ist, dass ungefähr zur selben Zeit bekannt wurde, dass Thomas Richter eine DVD mit dem Titel NSU/NSDAP zusammengestellt hat. Diese DVD, die dem Hamburger Verfassungsschutz von einem anderen V-Mann übergeben wurde, stammt aus dem Jahr 2006. Also deutlich vor der Enttarnung des NSU.

Thomas Richter war auch einer der Gründer des Ku-Klux-Klans in Baden-Württemberg, bei dem auch Kollegen von Michele Kiesewetter mitgemacht haben. Es versteht sich fast von selbst, dass auch sein Name auch auf der Garagen-Liste stand. Nur ein engagierter Unterstützer?

Vom Umgang mit Jahrestagen

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Die Erinnerung muss nicht auf Schmalkost reduziert werden. Von Kurt Pätzold

 

Im vergangenen Jahr 2013 wurde in den Medien und auf andere Weise vor allem zweier historischer Ereignisse gedacht: des 200. Jahrestages des Befreiungskrieges und des 80. Jahrestages des Be-ginns der Errichtung der faschistischen Diktatur. Beide Tage sind miteinander nicht in Konkurrenz geraten. Des antinapoleonischen Krieges gedachten vor allem Sachsen, wegen der Völkerschlacht, und ebenso Brandenburger, wegen der Schlachten bei Großbeeren und Dennewitz, mit denen den Truppen des Franzosenkaisers das erneute Vordringen nach Berlin verwehrt wurde. Während die Nachfahren der Preußen sich deren Rolle und an Männer wie Stein, Hardenberg, Blücher, Scharnhorst und Gneisenau erinnern konnten, waren die Sachsen schlechter dran. Hatten doch Truppenkontingente aus Landeskindern bis in die Völkerschlacht in den Armeen Napoleons gekämpft und manche waren dann übergelaufen, als sie erkannten, auf welcher Seite der Sieg sein werde. Obendrein war Sachsens König danach gefangen gesetzt worden, wenn auch in dem schönen Schlösschen, das heute Teil des Berliner Tierparks ist.

Nein, ein staatsweites Gedenken ist aus dem Ereignis nicht geworden, sind doch auch die Bayern, Württemberger und Badener, Mitglieder des von Napoleon gezimmerten Rheinbundes, erst spät auf Seiten des Bündnisses gewechselt, das Russen, Preußen und Österreicher geschlossen hatten. Von einer nationalen Erhebung kann mit Wahrheitsanspruch nicht die Rede sein. Die Geschichtswissenschaft hat sich definitiv von solch verklärenden Bildern verabschiedet, einschließlich des Preußenbildes, wonach der König rief und alle gekommen seien. Kurzum: Von diesem Befreiungskrieg hat man in Karlsruhe, wohin der badische Herzog nur zurückkehren konnte, weil ihm eine Verwandtschaft mit dem Zaren wieder auf den Thron verhalf, nicht sonderlich Notiz genommen.

Zur Bilanz des Gedenkens gehören einige verdienstvolle Ausstellungen, nicht nur in Leipzig und Dresden, sondern auch in kleineren Orten. Dazu die Spektakel des Kriegspielens, veranstaltet von Männerscharen, die in so genannten historischen Vereinen organisiert sind, und zu deren Freizeitgestaltung die militärischen Übungen gehören. In Leipzig und in Großbeeren präsentierten sie sich in Uniformen und mit den Waffen von einst. Tausende Gaffer beobachteten eine nur vermeintlich lebensnahe Darstellung des Schießens, Verwundetwerdens und Sterbens. Damit da nichts ausgelassen wurde, schafften die Veranstalter in Großbeeren Fleisch und Blut von Schweinen herbei, um ein Feldlazarett in Aktion vorführen zu können. Was sollen die peinlichen Schauspiele eigentlich sagen? Befragte Darsteller antworteten: Wie furchtbar der Krieg, wie schön der Friede ist. Darauf stößt hierzulande jeder nahezu jeden Abend, wenn er die Bildberichte in den Fernsehnachrichten verfolgt.

Es gab eine Möglichkeit, den Bogen von jenen zweihundert Jahre zurückliegenden Ereignissen in unsere Tage zu schlagen. Die Mobilisierung zum Kampf gegen die napoleonischen Besatzer und dann er selbst wurden zur Geburtsstunde des deutschen Nationalbewusstseins. Während das französische das Kind der Revolution war, wurde das deutsche das eines Krieges. Und es steigerte sich augenblicklich zum Nationalismus in Gestalt des Franzosenhasses, dessen literarische Äußerungen bis heute schaudern machen. »Schlagt ihn tot, das Weltgericht fragt Euch nach den Gründen nicht« und »staut den Rhein mit ihren Leichen« lauten Verszeilen aus jenen Zeiten. Und so hätte sich, ohne den Fakten Gewalt anzutun, fragen lassen, wie sie denn verlaufen ist, die Auseinandersetzung mit einem fremdenfeindlichen Nationalismus und wie weit es namentlich die Bundesdeutschen damit gebracht haben. Dafür bildete sich kein Bedürfnis.

Dass einem achtzigsten Jahrestag besonderes Gedenken gewidmet wird, war eher außergewöhnlich. Doch hatte die Aufmerksamkeit, die dem Tage galt, da Hitler in die Reichskanzlei und das Zimmer einzog, in dem einst Otto von Bismarck regiert hatte, möglicherweise einen Grund darin, dass wir hierzulande und weithin in Europa mit den Faschisten nicht fertig sind, die unter verschiedensten verharmlosenden Namen auftreten und über die mit dem inflationär benutzten Sammelbegriff Rechtsextremisten im Grunde auch nichts gesagt ist.

 Das Jahr 1933

Während die Historiker über die Geschehnisse des Jahres 1813 nicht mehr im Streit liegen, gilt das für die des Jahres 1933 nicht. Die Meinungsverschiedenheiten betreffen die Ursachen und die Verursacher, die die deutsche Geschichte zu jenem verhängnisvollen Tag hintrieben. Auf der einen Seite stehen Verfechter der These, es seien eine kleine Gruppe von Personen und dann Millionen des Volkes gewesen, deren Handeln oder Verhalten in die Diktatur führten. Auf der anderen jene, die nach der Rolle der wirtschaftlichen, politischen und geistigen Eliten in der Republik seit deren Gründung fragen, also nach jenen, denen dieser Staat anfänglich Zufluchtsort, später aber Hindernis für ihre innen- und außenpolitischen strategischen Pläne war. Annäherung oder gar Versöhnung dieser Positionen steht, weil undenkbar, auch künftig nicht zu erwarten. Verändert hat sich im zurückliegenden nahezu Vierteljahrhundert jedoch das Kräfteverhältnis der Vertreter beider Standpunkte. Das hat die Marginalisierung der historischen Materialisten bewirkt, die nicht die einzige, aber die stärkste Gruppe derer stellten, die nach Interessen fragten, die den faschistischen Bestrebungen zum Siege verhalfen.

Auf dem von derlei Fragen weitgehend freigemachten Feld ließ sich am Jahrestag nun die Mär von dem halben Dutzend Böser, Ahnungsarmer oder Irrender protestlos verbreiten, die als Schuldige an jenem 30. Januar 1933 gelten sollen: Hindenburg Vater und Sohn, Hugenberg und Papen, dazu die beiden Bankiers Schacht und von Schröder. An deren Biographien ist angesichts der Tatsachen- und Quellenlage nichts zu retten. Wer sich mit dieser Schmalkost nicht zufrieden gibt und sagt oder schreibt, dass die faschistische Diktatur aus der bürgerlichen Gesellschaft hervorwuchs und nach und neben anderen eine staatliche Herrschaftsform dieser Gesellschaft war, hat gute Aussicht in den Bericht des bayerischen Verfassungsschutzes zu geraten. In München weiß man schließlich aus geschichtlicher Erfahrung, wie es wirklich gewesen ist und sorgt sich obendrein darum, dass niemand der bürgerlichen Gesellschaft zu nahe tritt, denn schließlich leben wir noch in ihr, wenn auch auf einer anderen Entwicklungsstufe. Und: Bewältigung unserer Vergangenheit hin und her: Die ungezählten Straßen mit dem Namen Hindenburg, die sich in deutschen Städten in den alten Bundesländern antreffen lassen, haben auch dieses Gedenken überstanden.

Angesichts der Dichte der Ereignisse, die auf den vorletzten Januartag folgten, gab es wieder und wieder Anlass, sich jener achtzigsten Jahrestage zu erinnern, an denen die Etablierung der Nazidiktatur blutig und unblutig voranschritt. Mancher wurde gedacht wie des Reichstagsbrandes, des Tages von Potsdam, der Annahme des Ermächtigungsgesetzes. Sodann des Boykottages gegen die Juden, der wieder und falsch als die erste antisemitische Aktion bezeichnet wurde, denn die fand in deutschen Universitäten schon im März statt, als Nazistudenten vor Hörsälen aufzogen, ihre Kommilitonen vom Besuch der Vorlesungen jüdischer Professoren abzuhalten. Den Unterschied machen nicht so sehr nur wenige Tage, sondern die braun uniformierten Akteure, da die Söhne des Bürgertums vor Hörsaaltüren und dort vor den mit Davidsternen bemalten Einzelhandelsgeschäften die kleinbürgerlich-plebejische SA-Mannschaft.

Manche Ereignisse sind ganz übergangen oder in Feuilletons kaum erwähnt worden. Das galt für die Zustimmung der Restfraktion der Sozialdemokratischen Partei im Reichtag zur verlogenen außenpolitischen Rede Hitlers im Mai 1933, für die Auflösung der bürgerlichen Parteien Ende Juni/Anfang Juli und deren Aufrufe, sich hinter die »nationale Regierung« zu stellen, und für die Erklärung des Endes der »nationalsozialistischen Revolution« im Juli, was Anlass zur Auseinandersetzung mit der Verwendung des Begriffs Nationalsozialismus hierzulande hätte bieten können.

 

Der 1. August 1914

Nun also, und schon geraume Zeit bevor die Schwelle in das Jahr 2014 überschritten wurde, richtet sich der Blick auf jenen ersten Augusttag, an dem aus dem Krieg der K. u. K. Monarchie gegen Serbien ein europäischer und alsbald ein Weltkrieg wurde. Das ist ein Rückblick ohne Zeitzeugen. In Belgien, Frankreich, Russland, Serbien, Montenegro, Italien und Rumänien, wo sich die Kämpfe und Schlachten vor allem ereigneten, lebt kein Soldat mehr, der einer der Armeen angehört hatte. Die letzten starben hoch betagt am Beginn des 21. Jahrhunderts. Dennoch ist dieser Krieg den in dritter oder vierter Generation Nachgeborenen nicht vollends in »graue Vorzeit« entrückt. Gewiss, nur Großmütter können ihren Enkeln davon erzählen, was sie als Kinder und Heranwachsende von ihren Großmüttern über diesen Krieg hörten, die Geschichten vom großem Hunger und dem so genannten Steck- oder Kohlrübenwinter.

Doch ist es wohl nicht in erster Linie diese eben noch dünne Linie der Überlieferung, die in den Krieg zurückführt, der eine neue Art der Kriegführung brachte, die sich im russisch-japanischen Krieg 1904/05 und dann in den beiden Balkankriegen ankündigt hatte, aber von der Masse der Deutschen, und nicht nur von ihnen, nicht wahrgenommen worden war. Seine gedankliche Nähe beruht zum größeren Teil wohl darauf, dass auf ihn, den Weltkrieg, ein zweiter folgte. Vor allem dies trug dem dann als der Erste bezeichneten Krieg die wieder und wieder benutzte Kennzeichnung als »Urkatastrophe« des 20. Jahrhunderts ein. Der Begriff findet sich zuerst in einem Buch, dessen Gegenstand die französisch-russischen Beziehungen der Jahre von 1875 bis 1890 bilden. Es stammt aus der Feder George F. Kennans und erschien 1979. Der US-amerikanische Historiker und Diplomat nannte den Krieg darin »the great seminal catastrophe of this century«, also ein grundlegendes oder eben für folgende Katastrophen bahnbrechendes Ereignis.

Nun wird die Berechtigung dieser Charakteristik beim Gedanken an den 1. September 1939, ein Ereignis, dessen 75. Jahrestag in diesem Jahr ebenfalls bevorsteht, niemand bezweifeln. Der Krieg der Jahre 1914 bis 1918 bedeutete für eine nie ermittelte Zahl von Menschen nicht nur in Europa sondern bis ins ferne Australien eine Katastrophe, für die Toten und viele Schwerstverwundete der Schlachten ohnehin, aber auch für Millionen von Frauen ohne Männer, Alte ohne die stützende Hilfe der Jüngeren, Kinder ohne Väter. Dennoch lohnt es sich bei dem Begriff Katastrophe einen Moment einzuhalten. Denn mit ihm werden zumeist Ereignisse bezeichnet wie Erd- und Seebeben, Erdrutsche, sintflutartige Unwetter mit Überschwemmungen, Dürreperioden oder Einschläge von Himmelskörpern. Sie entstehen ohne menschliches Zutun und wider menschliches Wünschen und Wollen. Die Betroffenen sind ihnen hilflos ausgeliefert. Es ist die Nähe zu dieser Begriffsverwendung, die die bloße Kennzeichnung eines Krieges als Katastrophe fragwürdig macht und, wird der Begriff benutzt, so etwas wie ein Sternchen und eine Anmerkung verlangt. Dieser Krieg wie andere vor und nach ihm waren Menschenwerk und dies auch in anderer Weise wie jene Katastrophen, die ganz oder teilweise dieses Ursprungs sind: Unglücke als Folge fehlerhafter Konstruktionen wie Zusammenstürze von Gebäuden und Brücken, solche im Verkehr zu Lande, in der Luft oder auf See, in Produktionsprozessen durch Einstürze unter Tage oder Explosionen. Katastrophen dieses Typs sind Menschenwerk, aber ungewollte Resultate eines Fehlverhaltens, niemand war an ihnen interessiert. Das aber gilt für Kriege nicht und namentlich nicht für diesen Krieg, der 1914 begann. Er kam zustande, weil in ihm Interessen verwirklicht und Ziele erreicht werden sollten. Das wäre, zur Vermeidung von Irrtümern, der Vorschlag, für den Text einer »Anmerkung« nach dem Wort »Urkatastrophe«.

Gewiss, das Resultat dieses Krieges und dessen Folgen hatte so, wie sie sich dann zeigten, niemand gewollt. Doch die ihn begannen, besaßen Bilder von den Vorteilen und Gewinnen die ihnen der Krieg und ihr Endsieg eintragen sollten und um deren Willen sie ihn vorbereiteten und auslösten. Es entschul-digt sie nicht, ja verringert nicht einmal ihren Schuldanteil, dass sie von der Katastrophe, die letztlich ihr Werk war, keine Vorstellung besaßen, zumal sie sich, denkt man an die politische und militärische Elite des Kaiserreiches, auch da hätten kundig machen können. Nicht, um nicht zuviel zu verlangen, bei Friedrich Engels und dessen prophetischen Blick auf den kommenden Weltkrieg, niedergeschrieben im Jahre 1887. Aber doch, da wären sie in ihren Kreise geblieben, bei Helmuth Graf von Moltke, dem preußisch-deutschen General-stabschef der Kriege von 1864, 1866 und 1870/71, der neunzigjährig, ein Jahr vor seinem Tode als Abgeordneter des Deutschen Reichstags in einer Rede vor einem Krieg warnte, der nichts gemein haben werde mit jenen, die zwanzig und mehr Jahre hinter ihm lagen.

Nun scheint dem von Kennan geprägten Begriff neuerdings ein anderer durch Publizisten zunehmend verbreiteter Konkurrenz zu machen, der das Jahr 1914 als Beginn des zweiten dreißigjährigen Krieges markiert. Diese Kennzeichnung findet sich bereits in den Jahren des Zweiten Weltkrieges und da in Rede- und schriftlichen Texten von Charles de Gaulle und Winston Churchill. In die internationale Geschichtsschreibung ist sie erst später gedrungen. Die Anregung, die es bietet, liegt zutage, stellt es doch eine Verbindung zwischen den beiden Weltkriegen her und verweist auf ihren Zusammenhang, freilich ohne dass über dessen Wesen etwas gesagt wird.

Ist aber die Bezeichnung der Jahre zwischen 1919 und 1938 als Kriegszeiten gerechtfertigt? Und sind die vielen begrenzten Kriege, die in den zwei Jahrzehnten stattfanden, Folgen und Fortsetzungen dieses einen, der in den Sprachen der Briten, Franzosen und Belgier der Große Krieg genannt wird. Lässt sich das für den polnisch-sowjetrussischen Krieg von 1920 sagen? Oder für die Eroberung Äthiopiens durch Italien 1935? Oder für die Kriege Japans auf dem asiatischen Kontinent?

Das Bild vom dreißigjährigen Krieg, das wäre der Haupteinwand, ordnet, gewollt oder nicht, die deutschen Faschisten als Fortsetzer eines Krieges ein, den »andere« begonnen hatten und den sie nun weiterführten. In Wahrheit verfolgten sie vom Beginn ihrer Herrschaft an ihren eigenen Plan, einen Krieg um der Ziele willen zu beginnen, die 1914 ff. verfehlt worden waren und die sie zwar geographisch partiell veränderten, aber noch weiter steckten – im Osten bis zum Ural. Zwischen den beiden Kriegen hatte der »alte« Kontinent, bevor das Jahr 1933 die Situation grundlegend zu verändern begann, jedenfalls Schritte hin zu einer Friedensordnung gemacht, inkonsequent, halbherzig und nicht von nachhaltiger Wirkung. In eine fortdauernde Kriegszeit lassen sich die Jahre nicht subsumieren.

Was immer sich den Begriffen »Urkatastrophe« und »zweiter dreißigjähriger Krieg« an Gedankenanstößen abgewinnen lässt, beiden haftet ein schwerwiegender Mangel an. Sie sagen nichts über das Wesen des Weltkrieges, stechen damit also von Kennzeichnungen wie Befreiungs-, Unabhängigkeits-, Bürger- oder Religionskrieg ab. Das tut indessen eine Charakteristik nicht, die keine nachträgliche Schöpfung ist, sondern vor und inmitten der Ereignisse gebräuchlich war. Sie lautete imperialistischer Krieg und war eine entlarvende Entgegensetzung zur Lüge vom Verteidigungskrieg, die dazu diente Millionen Deutsche im Glauben zu den Waffen zu rufen, sie müssten mit ihnen sich, ihre Familien, ihre Heimat, ihr Vaterland vor jenen schützen, die Deutschland nicht »hochkommen« lassen wollten und es eingekreist hätten.

Imperialistisch nannten diejenigen den Krieg, die seine entschiedensten Gegner waren. Dieser Begriff ist aus der für den Massenkonsum bestimmten Publizistik heute nahezu ganz entschwunden. Er und seine Verwandten können in der wissenschaftlichen Literatur jedoch in Wendungen wie denen von der imperialen Ideologie, imperialen Projekten und Plänen noch angetroffen werden. Und in der Tat: Wie sollen die Zeugnisse sonst benannt werden, die für den Drang stehen, aus der Großmacht Deutschland die Weltmacht Deutschland zu machen? Wie die Haltung des Staatssekretärs des Äußeren, Bernhard von Bülow, der 1897 in einer Reichstagsrede sagte: »wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne«, ein Bild in dem sich die Vorstellung ausdrückte, dass das 1871 gegründete Reich bisher noch im Schatten stehe? Und bezeugte dieses »auch« nicht den Anspruch auf eine Stellung gleich jener der großen Kolonialmächte England, Frankreich und in anderer Weise auch Russland? Bülow gelangte 1900 auf den Stuhl des Reichskanzlers.

Die diesen imperialistischen Grundkurs des Deutschen Kaiserreiches in Frage stellen wollten, verlangen mit Vorliebe nach einem Dokument, in dem wie auf einem Eisenbahnfahrplan die Stationen künftiger Eroberungen, die Kriegsziele en detail verzeichnet worden wären. Derlei existierte vor dem Ersten Weltkrieg in deutschen Regierungstresoren so wenig wie vor dem Zweiten. Es bedurfte seiner nicht. Doch die Beweise dafür, dass der »Griff nach der Weltmacht« ideologisch, militärisch und waffentechnisch in einer Weise vorbereitet wurde, die keinen Aufwand scheute und keinen Zweifel an seiner Verwendung ließ, ist massenhaft an Quellen belegt.

Wie erklärt sich dann aber die Weigerung, vom imperialistischen Krieg zu reden, in dem die Mittelmächte Deutschland und Österreich ihre Macht mehren, die Entente die ihre mindestens behaupten und den lästigen Konkurrenten bändigen wollten, was ihnen dann zeitweilig auch gelang? Und wie, dass hierzulande Schulgeschichtsbücher den Imperialismus als eine Zeit einordnen, die in dem einen Band 1914, im anderen 1918 zu Ende gegangen sei? In diesen abstrusen Thesen liegt womöglich die Antwort. Wer gedanklich einmal auf die Spur des deutschen Imperialismus gesetzt ist, fragt womöglich weiter, was denn aus diesen imperialen Bestrebungen geworden ist. Wann und wie haben sie sich verloren? Wer hat sich daran ein Verdienst erworben? Wie kam es, dass heute Kriege, häufig zu militärischen Einsätzen heruntergespielt, vom eigenen Lande weit entfernt geführt werden, einzig, wie beteuert wird, um Menschenrechte zur Geltung zu bringen und dem Ziel, der schönen ungeteilten demokratischen Welt, Bahn zu brechen?

Der Blick zurück aus dem Abstand eines Jahrhunderts bietet viel Stoff für Diskussionen und für Lernprozesse von aktuellem Nutzen. Es wird aber wohl etwas nachgeholfen werden müssen, damit er auf die Tagesordnung der Erinnerung kommt. Ohne dies werden die Gedenktage wie vordem schon sich in der Erkenntnis erschöpfen: Friede gut, Krieg schlecht.

Eine außergewöhnliche Gedenkstätte

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geschrieben von Hartmut Stinton

Bei meinem letzten Berlin-Aufenthalt entdeckte ich auf einen Tip meiner dort lebenden Schwester hin die besondere Gedenkstätte »Wir waren Nachbarn« im Schöneberger Rathaus. Der Saal befindet sich im Hochparterre gleich rechts vom Pförtner, ist jeden Tag (auch Sonntags) von morgens bis nachmittags geöffnet und kostet keinen Eintritt. Geschaffen wurde sie als Wanderausstellung von einer Schöneberg-Tempelhofer Geschichts-Gruppe und ist seit einigen Jahren fix im Rathaus. Dargestellt werden die Lebensläufe von über 150 jüdischen Mitbürgern, die irgendwann in ihrem Leben im gutbürgerlichen Bayerischen Viertel in Schöneberg gelebt haben und durch den Faschismus gelitten haben. Für jeden steht an langen Tischen ein Stuhl, vor dem ein Ringbuch aus eingeschweißten Kartonseiten liegt. Darin wird mit Fotos und Texten (Interviews, Reden, Artikel …) kurz das Leben der betreffenden Person beschrieben. Bei bisher 15 (an weiteren wird gearbeitet) von ihnen gibt es auch eine Hörstation, wo man als O-Töne oder von Schauspielern gelesen, Ausschnitte aus Reden, Interviews etc. über Kopfhörer hören kann. Neben ganz normalen Leuten wie du und ich fällt eine erstaunliche Promi-Dichte auf. Ich hörte mir beispielsweise Kurt Tucholsky, Albert Einstein und Gisele Freund an. Durch die Möblierung entsteht eine ganz eigene Stimmung und sowohl die Hefte als auch die Tondokumente sind sehr informativ. Ich werde bestimmt noch das eine oder andere Mal dort reinschauen und empfehle das auch anderen Interessierten.

Keine Gemeinsamkeit mit Faschisten

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geschrieben von Carlo Bleichert

In der letzten Zeit wird verstärkt über die sogenannten Demonstrationen zum Frieden – insbesondere in der Ukraine – berichtet und es ist eine Diskussion im Internet und in den Foren über die mögliche Beteiligung von Linken jeder Art ausgebrochen. Das Problem an dieser Stelle ist allerdings, dass zumindest ein Teil dieser Demonstrationen und Kundgebungen in der Tradition des KDS (Kampfbund deutscher Sozialisten, eine wohl nicht mehr existierende Querfrontorganisation von Christian Worch) und anderer faschistischer Querfrontstrategen entstanden ist. Mit massiver Beteiligung diverser rechter und faschistischer Gruppen und Parteien und mit massiver Bewerbung durch deren Web- und Facebookseiten. Es geht ihnen nicht in erster Linie um das Thema Frieden (Frieden und Faschismus schließen sich historisch gesehen aus), sondern darum, über das Thema ihre Massenbasis zu verbreitern und in einer breiteren Bevölkerungsschicht akzeptiert zu werden als der gute Nazi von nebenan. Das können und dürfen wir nicht mitmachen. Wir können nicht einerseits Kritik an dem Verhalten von Steinmeier in der Ukraine bezüglich der dortigen Faschisten äußern, aber hier den Türöffner für solche Gruppierungen geben. Wie das ausgehen kann, hat man nicht zuletzt auf dem Maidan gesehen.

Berichtigung

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geschrieben von Gerhard Hoffmann

Infolge eines Missverständnisses unterlief mir in dem Beitrag »Befreiungstag in Buchenwald«, antifa, Mai/Juni 2014, Seite 5 ein Fehler. Richtig muss es heißen »Der Rumäne Vasile Nuszbaum sprach zu den Jugendlichen am früheren Kinderblock 8 über sein Erleben als Kind im Lager.«

Entschieden kämpferisch

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geschrieben von Mathias Meyers

Zum 100. Geburtstag des Antifaschisten Emil Carlebach

 

Am 10. Juli 1914 wurde Emil Carlebach in einer bürgerlichen jüdischen Familie in Frankfurt am Main geboren. Hier absolvierte er das Abitur, begann im Mai 1932 eine Lehre in einer Ledergroßhandlung und trat in den Zentralverband der Angestellten (ZdA) ein. Noch 1931 war er Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD) geworden.

Als politisch prägendes Erlebnis beschrieb Emil Carlebach den Justizmord am 23. August 1927 an den amerikanischen Arbeitern Nicola Sacco und Bartelomeo Vanzetti in Charlestown (USA). Emil Carlebach verfolgte den Schauprozess gegen die beiden anarchistischen Aktivisten der Arbeiterbewegung mit großer Aufmerksamkeit – er las alle Berichte der Korrespondentin Agnes Smedley in der Frankfurter Zeitung. Nach dem Gerichtsurteil gegen die beiden Streikführer wegen der angeblichen Beteiligung an einem Raubmord gab es weltweit Massendemonstrationen gegen die geplante Hinrichtung. Emil Carlebach erzählte stets, dass dieses Ereignis ihm – er war damals 13 Jahre alt – erstmals Kenntnis von der Arbeiterbewegung und deren internationaler Solidarität gab.

Schon vor der Machtübertragung an Adolf Hitler und die NSDAP war Emil Carlebach antifa-schis-tisch aktiv. Er gehörte zu denjenigen Gewerkschaftern, die der vorherrschenden Haltung, den drohenden Faschismus zu bagatellisieren, entgegentraten. Als Hitler am 1. Mai 1933 vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsverband als Reichskanzler eingeladen worden war, auf einer Berliner Kundgebung der Gewerkschaft zu sprechen, war Emil Carlebach mit seiner Gruppe in Frankfurt so gut organisiert, dass er im Radio die Hitlerrede anhörte und währenddessen ein Flugblatt dazu verfasste, in dem er die Demagogie Hitlers und dessen Pläne zur Zerschlagung des politischen Widerstandes im Lande benannte. Das Flugblatt wurde am Nachmittag von der kleinen Widerstandsgruppe vervielfältigt und noch in der gleichen Nacht in die Briefkästen verteilt.

Am 11. Januar 1934 wurde Emil Carlebach wegen der Herstellung und Verbreitung antifaschistischer Zeitungen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Haft wurde er 1937 in das Konzentrationslager Dachau verbracht und war ab 1938 bis zur Selbstbefreiung des KZ in Buchenwald inhaftiert. Unter den Bedingungen der Haft setzte er den Widerstand fort und war »Blockältester« in einer Baracke mit jüdischen Häftlingen. In der illegalen internationalen Widerstandsorganisation des Konzentrationslagers arbeitete er in verantwortlichen Positionen. Er gehörte zu den Häftlingen, die das Signal zum Aufstand am 4./5. April 1945 gaben und das Lager mit den befreiten Gefangenen und festgenommenen SS-Wachleuten am 11. April 1945 den heran rückenden amerikanischen Einheiten übergaben.

Emil Carlebach blieb mit der Erfahrung von elf Jahren faschistischer Haft überzeugter Antifaschist. Als solcher wurde er zum 1. August 1945 von den alliierten Behörden in der US-amerikanischen Besatzungszone zu einem der sieben Lizenzträger und zu einem der Chefredakteure der neu gegründeten Frankfurter Rundschau berufen. Er war Stadtverordneter der KPD in Frankfurt sowie Abgeordneter des hessischen Landtages.

Mit Beginn des Kalten Krieges wurde Emil Carlebach – wiederum auf Weisung der US-Behörden – bereits 1947 aus der Leitung der FR entfernt. Er war Mitbegründer der VVN und viele Jahre lang Vizepräsident des Internationalen Buchenwaldkomitees. Er verfasste acht Bücher, die sich vor allem mit den Wurzeln und den historisch wirksamen Auswirkungen des deutschen Faschismus beschäftigten. Er war darüber hinaus vielfach publizistisch aktiv, unter anderem als Chefredakteur der VVN-Wochenzeitung »die tat«.

Nach dem Verbot der KPD (1956) lebte Emil Carlebach mehr als zehn Jahre in der DDR um der drohenden Verfolgung und erneuten Inhaftierung in der BRD zu entgehen. 1969 kehrte er nach Frankfurt am Main zurück und war in verschiedenen Funktionen in der VVN-BdA, der DKP und der Deutschen Journalisten-Union (dju) tätig. Als Zeitzeuge und Buchautor besuchte er, so lange seine Kräfte es erlaubten, Veranstaltungen, las aus seinen Büchern und berichtete in Antifa-, Jugend- und Gewerkschaftsgruppen von der Kraft der Solidarität im Widerstandskampf.

Der Schwur der befreiten Häftlinge des KZ Buchenwald blieb für den unbeugsamen Kommunisten Lebensmaxime. In einer kämpferischen Rede am 50. Jahrestag der Befreiung erinnerte er am 9. April 1995 auf dem Buchenwalder Appellplatz an diesen Schwur. An die anwesenden Überlebenden des KZ’s und die Teilnehmer der Kundgebung gewandt, forderte er: » … aber lasst nicht nach in Eurer Wachsamkeit. Lasst Euch durch schöne Worte nicht beruhigen. Unser Schwur gilt heute wie vor 50 Jahren: ›Für eine Welt des Friedens und der Freiheit‹. Zu Frieden und Freiheit aber gehört die Tradition des Kampfes gegen den Faschismus, gegen Antisemitismus, Rassenhass, Militarismus und Herrenmenschentum. In diesem Kampfe waren wir vereint, in diesem Kampfe bleiben wir vereint.«

Emil Carlebach starb am 9. April 2001 in Frankfurt am Main.

Der slowakische Aufstand

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geschrieben von Gerald Netzl

Zwei Monate Kampf gegen die deutschen Truppen

 

Der am 29. August 1944 begonnene Slowakische Nationalaufstand ist neben dem Warschauer Aufstand (1.8.-3.10.1944) und den Kämpfen jugoslawischer PartisanInnen die einzige herausragende militärische Rebellion im deutschen Herrschaftsbereich während des Zweiten Weltkrieges, wobei diese nicht miteinander koordiniert waren.

Die unabhängige Slowakei wurde 1939 als Satellitenstaat von Hitlers Gnaden geschaffen. Ihr Territorium war etwas kleiner als das der heutigen Slowakei. Sie war ein autoritärer, klerikaler, klerikalfaschistischer Staat, mit dem Priester Jozef Tiso als Präsident an der Spitze. Ihm gelang es politisch nicht ungeschickt, die Mehrheit der überwiegend bäuerlich-katholischen Bevölkerung für sein Programm zu gewinnen, wurden die Slowaken und Slowakinnen doch in Jahren davor in der ČSR von der tschechischen Mehrheit unterdrückt. Die Slowakei war im Unterschied zu anderen Ländern nicht von der Wehrmacht besetzt.

Priester Jozef Tiso

Priester Jozef Tiso

Bis zum Frühjahr 1944 war die Tiso-Herrschaft vergleichsweise mild. Mit wenig Begeisterung erfolgte die Beteiligung am Russlandfeldzug mit 50.000 Mann. Nach dem Fall von Stalingrad und der deutschen Niederlage in der Schlacht im Kursker Bogen im Juli 1943 kippte die Stimmung im Land. Die KP trat aus ihrem bisherigen Schattendasein, die herrschenden Kreise in Bratislava wandelten sich in dem Maße, in dem sich die Rote Armee der Grenze näherte. In der Armeeführung taten sich Verschwörer zusammen und konzentrierten Truppen, Nahrung und Kriegsmaterial in der Mittelslowakei, die zur strategischen Festung ausgebaut wurde. Man wollte sich in der absehbaren Schlussphase des Krieges vom Makel der Kooperation mit dem Nazismus befreien. Die 1943 noch zaghafte Partisanenbewegung wuchs mit sowjet-ischer Unterstützung 1944 stark an. Präsident Tiso und seine Clique wollten jedoch lieber als katholische Märtyrer für eine christliche Slowakei sterben, als mit der UdSSR gegen die Deutschen zusammenzuarbeiten.

Der Beginn des Aufstands wurde vorzeitig durch einen unvorhergesehenen Zwischenfall ausgelöst, 22 Mitglieder der evakuierten deutschen Militärmission in Rumänien wurden in der Nordslowakei kriegsrechtswidrig erschossen. Darauf marschierte die Wehrmacht – mit Zustimmung von Präsident Tiso! – von Norden, Osten und Westen in das Land ein und schaltete damit handstreichartig mehr als die Hälfte der slowakischen Truppen aus. Die Aufstandsarmee, rund 20.000 verbliebene Soldaten und Offiziere, war abgesehen von ca. 2.000 Partisaninnen die reguläre Armee. Auch wenn die NS-Propaganda von »Banditen« sprach, wurde sie von der kämpfenden Truppe der Wehrmacht als reguläre Soldaten angesehen und so behandelt. Nach wenigen Tagen drohte der Aufstand zusammenzubrechen. Eine sowjetische Waffenlieferung sowie Gerüchte über näher kommenden Entsatz stabilisierten die Verteidiger, die ca. die Hälfte des Landes hielten (20.000 km²). Die Hoffnung der Aufständischen auf Unterstützung aus dem besetzten Protektorat Böhmen und Mähren sollte sich nicht erfüllen. Anders als beim Warschauer Aufstand, den die Rote Armee verbluten ließ, rannte sie mit schwerem Geschütz und zahlreichen Truppen von Norden gegen die Karpaten, mit hohen Verlusten und erfolglos. Von den Westalliierten gab es keinerlei materielle Hilfe. Mit der tschechoslowakischen Exilregierung Beneš in London war man zwar in Kontakt, allerdings nicht im vollständigen Einvernehmen. Bei den Kämpfen erwiesen sich die kampf-erprobten deutschen Truppen den slowakischen zumeist überlegen. Das Aufstandsgebiet schmolz immer mehr zusammen. Der Warschauer Aufstand war am 3. Oktober zu Ende, der slowakische ebenso nach zwei Monaten am 28. Oktober. Ohne den heldenhaften Kampf im Land und ohne die sowjetische Offensive hätte er nicht so lange gedauert.

In der zweiten Januarhälfte 1945 befreite die Rote Armee die Ostslowakei, am 26. März war sie in Banská Bystrica, dem militärischen Zentrum des Aufstands, und am 4. April in Bratislava.

Faktum und Vermächtnis des Aufstandes passten den stalinistischen Kommunisten unter Gottwald genauso wenig ins Konzept wie den tschechoslowakischen bourgeoisen Kräften unter Beneš, was nach 1945 eine langjährige Marginalisierung zur Folge hatte. In Banská Bystrica erinnert ein sehenswertes Museum an den slowakischen Nationalaufstand, der 29. August ist in der heutigen Slowakei Staatsfeiertag.

Das Erbe angenommen

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geschrieben von Marek Winter

Doch die Aufarbeitung der Tiso-Diktatur lässt auf sich warten

 

Wenn über den Umgang mit der Geschichte des Widerstandes gegen die deutschen Besatzer und ihre einheimischen Kollaborateure in Mittel- und Osteuropa nach dem Zusammenbruch der realsozialistischen Regime, in denen das Gedenken an diesen Widerstandskampf Teil der Staatsdoktrin war, diskutiert wird, dann stehen meist jene Länder im Fokus, in denen diese Erinnerung heute verdrängt und negiert wird und sich die dominierenden politischen Kräfte positiv auf nationalistische Bewegungen der Zwischenkriegszeit beziehen, die während der deutschen Besatzung ganz oder teilweise mit dieser kollaborierten. Daneben gibt es aber auch einige Länder, in denen der antifaschistische Partisanenkampf weiterhin, wenn auch in modifizierter Form, Teil der offiziellen nationalen Erzählung ist. Dies ist vor allem in jenen Ländern der Fall, in denen der Befreiungskampf gegen die Deutschen ein unverzichtbarer Teil des Prozesses der Nations- und Nationalstaatsbildung ist. Hierzu gehört die Slowakei. Obwohl nach 1989 aus der Emigration zurückkehrende Anhänger der Tiso-Diktatur den Slowakischen Nationalaufstand als Verrat an der Nation zu diffamieren suchten, Apologeten des Tiso-Regimes immer mal wieder in slowakischen Regierungen der letzten 20 Jahre saßen und eine wichtige Rolle in der Hierarchie der mächtigen katholischen Kirche spielen, stellte sich die unabhängige Slowakische Republik nach 1993 in die Kontinuität der aufständischen Slowakei und nicht in die der Tiso-Slowakei.

Denkmal des Slowakischen Nationalaufstands  in Banská Bystrica. Foto: Anna Regelsberger

Denkmal des Slowakischen Nationalaufstands in Banská Bystrica. Foto: Anna Regelsberger

Die heutige Slowakische Republik nahm das Erbe des Nationalaufstandes an, weil dieser die Legitimation ihrer staatlichen Existenz in den aktuellen Grenzen darstellt. Die faschistische Slowakei hatte in den durch den Ersten Wiener Schiedsspruch vom 2.11.1938 festgesetzten Grenzen existiert, ohne die heutige Südslowakei, die von Ungarn annektiert war. Die Alliierten erkannten 1944 die slowakischen Aufständischen als Teil der Antihitlerkoalition an und nach der Befreiung wurde die Südslowakei wieder in den tschechoslowakischen Staat eingegliedert. Dass sich Dank des Nationalaufstandes die Slowakei auf der Seite der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges wiederfand, ermöglichte nach 1945 und bis heute, sich um eine kritische und umfassende Aufarbeitung der Tiso-Diktatur herumzudrücken. Dies wird besonders am Beispiel der Situation der slowakischen Roma deutlich.

In der Slowakei lebten 1939 schätzungsweise ca. 100.000 Roma. Die den deutschen Marionettenstaat regierende Volkspartei, 1905 von Andrej Hlinka gegründet, war aggressiv antisemitisch und antiziganistisch. Schrittweise wurden seit 1939 Juden und Roma aller politischen und sozialen Rechte beraubt, an öffentlichen Plätzen fand sich z.B. der Hinweis: »Juden, Zigeunern und Hunden Zutritt verboten«. Am 20. April 1941 erließ das slowakische Innenministerium die Bekanntmachung Nr. 163/1941 »Über die Regelung einiger Verhältnisse der Zigeuner«. Diese verpflichtete die nomadisierenden Roma, binnen acht Tagen in ihre Heimatgemeinden zurückzukehren, die sie fortan nicht mehr verlassen durften, und zwang sie Wagen und Zugpferde zu verkaufen. Die sesshaften Roma (die große Mehrheit), die ihre Wohnstätten in der Nähe öffentlicher Wege hatten, mussten diese aufgeben und sich an entlegenen, von den Gemeinden bestimmten Plätzen niederlassen. Obwohl neben den Juden die Roma zu den Hauptleidtragenden der Niederschlagung des Aufstandes gehörten, viele Roma aufgrund des Verdachtes den Aufstand unterstützt zu haben ermordet wurden, wurde die Ausgrenzung der Roma, ihre Vertreibung und Verbannung aus den Ortschaften nach der Befreiung der Slowakei nicht rückgängig gemacht. Die Romasiedlungen außerhalb der Städte blieben bestehen. Erst im Zuge der Industrialisierung der Slowakei zogen Roma wieder in die Städte. Als jedoch die slowakische Industrie nach der Wende zusammenbrach kehrten viele Roma, die als erste entlassen wurden und seither kaum eine Chance auf dem slowakischen Arbeitsmarkt haben, in -diese Ansiedlungen zurück, wo sie heute ein elendes Leben fristen.

Weiße Busse der Hoffnung

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geschrieben von Helga Niet

KZ-Häftlinge in letzter Minute gerettet

 

Die Rettung von Häftlingen aus den Konzentrationslagern im Jahre 1945 durch das Schwedische, Dänische und Internationale Rote Kreuz ist in der Gegenwart kaum noch bekannt. Ein schwedischer Journalist stellte 1998 in der Schweriner Volkszeitung die Frage nach zwei Ärzten – Dr. Zehrer und Lubinski. Ende April 1945 retteten sie einem schwedischen Leutnant in einem Schweriner Reservelazarett das Leben. Daraus ergaben sich viele Nachforschungen in Deutschland, Schweden und Norwegen.

In Schweden waren Informationen zur »Endlösung der KZ« bekannt geworden und damit für Verhandlungen Eile geboten. Die Aktion »Weiße Busse« war das Ergebnis von Verhandlungen zwischen Vertretern der schwedischen Regierung und Himmler. Den Schweden ging es um die Rettung norwegischer und dänischer Häftlinge aus den KZ, Himmler versprach sich Kontakte mit den Westmächten. In den letzten Kriegsmonaten des Jahres 1945 gestattete Himmler Schweden, vertreten durch den Vize-Präsidenten des Schwedischen Roten Kreuzes, Graf Folke Bernadotte, Norweger und Dänen aus deutschen KZ nach Schweden »ausreisen« zu lassen. Himmler erweiterte seine Zusage später auf Gefangene anderer Nationen wie Niederländer, Polen und Franzosen. Endlich konnte am 12./13. März mit der schwedischen Hilfsaktion begonnen werden. Sammelpunkt war Neuengamme bis zur Weiterfahrt nach Schweden. Am 15. März fuhr die erste Kolonne nach Sachsenhausen, der bis zum 29./30. April noch viele in alle Konzentrationslager, wo immer sich skandinavische oder die erwähnten anderen Gefangenen befanden, folgten.

Die Fahrzeugkolonnen bestanden aus Bussen, Lastkraftwagen und Transportfahrzeugen, versehen in nächtlichen Aktionen mit einem weißen Anstrich, dem »Roten Kreuz« in einem schwarzen Kreis und der schwedischen Flagge. Ziele waren KZ u.a. in Dachau, Auschwitz, Theresienstadt, Buchenwald, Natzweiler, Ravensbrück, Oranienburg und das Zuchthaus Bützow. In weiteren Verhandlungen am 20./21. April 1945 gibt Himmler die Zusage für das Freikommen von 1000 jüdischen Frauen. Überliefert ist, dass Bernadotte weibliche Gefangenen, gleich welcher Nationalität, aus Ravensbrück abholen und nach Schweden mitnehmen konnte. Damit begann eine der größten Hilfsaktionen des Schwedischen, Dänischen und Internationalen Roten Kreuzes. In allerletzter Minute gelang es, für Frauen aus Ravensbrück einem Zug der Reichsbahn mit 50 Güterwagen, je Wagen ca. 60 bis 80 Personen zu beschaffen. Insgesamt waren es 3989 Frauen, die nach vier Tagen abenteuerlicher Fahrt am 29. April 1945 im Bahnhof von Lübeck ankamen. Mit dem »Geisterzug« – wie er genannt wurde, ging es weiter nach Dänemark, von dort mit Personenwagen weiter in die Freiheit. Am 27. April wurde das KZ Ravensbrück geräumt. Die noch verbliebenen KZ-Häftlinge – etwa 18 bis 30.000 – mussten auf den Todesmarsch.

Die Fahrten fanden unter großen Schwierigkeiten und absoluter Geheimhaltung statt. In den wenigen vorliegenden Fahrtprotokollen der Busfahrer ist von Orten wie Ludwigslust, Perleberg, Havelberg, Belzig , Ziesar, Berlin, Dresden, Wismar , Sternberg, Neustrelitz die Rede. Es gab bei den Fahrten Tote und Verletzte, u.a. in der Nähe von Schwerin und nach Wismar. Von den vier Toten und zehn Schwerverletzten fehlt bis heute jeder Nachweis.

Deutsche Armeefahrzeuge waren weiß gekennzeichnet, mischten sich unter die Buskolonnen, um von Tieffliegern verschont zu werden.

Am Holocaustgedenktag am 27. Januar 2014 in Malmö berichtete Stefan Zablocki über seinen Weg nach Auschwitz, Braunschweig und Wöbbelin und seine dortige Befreiung durch die Amerikaner. Erinnerungen an diese Zeit würden für weitere Recherchen hilfreich sein. Nichts darf dem Vergessen anheim fallen, damit die Zukunft für alle eine gute ist und wird.

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