Eine junge Frau in Gefahr

geschrieben von Axel Holz

18. September 2017

Vom Überleben als »Untergetauchte«

Kurz vor ihrem Tod sprach Marie Jalowicz Simon ihrem Sohn ihre Lebensgeschichte auf 77 Tonbänder. Die Professorin für antike Literatur und Kulturgeschichte an der Berliner Humboldt-Universität hatte nach der Befreiung Berlins, die sie sehnsüchtig erwartet hatte, nie über ihre Zeit als Untergetauchte und rassisch Verfolgte gesprochen. Sie war eine von über 5.000 Menschen, die in Berlin vor der Deportation flohen, von den Nazis auf Grund ihrer jüdischen Herkunft in die Illegalität getrieben wurde und von denen nur etwa 1.600 überlebten.

Marie Jalowicz Simon berichtet darüber, was es bedeutet, sich Tag für Tag im faschistischen Berlin durchzuschlagen. Dazu braucht die junge Frau, deren Eltern bereits gestorben sind, sichere Verstecke, Papiere, Lebensmittel und Menschen, die ihr helfen. Mehr als einhundert Menschen tragen dazu bei, an neunzehn verschiedenen Orten vor der Verfolgung durch die Nazis Unterschlupf zu finden. Ihr Überlebenswillen, ihr Mut und ihre Schlagfertigkeit helfen der Verfolgten zu überleben. Vielfach kann sie einer Verhaftung nur knapp entkommen – durch Zufall und einen siebten Sinn für drohende Gefahr. So flieht sie nach monatelanger Zwangsarbeit bei Siemens 1942 in letzter Minute im Unterrock aus ihrer Wohnung an den Gestapo-Häschern vorbei. Ein wildfremder Arbeiter hilft ihr an der Ecke mit einer Windjacke aus. Sie erzählt im Buch von Leiden und Langeweile, von ständiger Angst, von sexuellen Übergriffen auf die Schutzlose und auch über die erstaunliche Hilfsbereitschaft vieler Menschen. So nutzt sie die Identität und Lebensmittekarte von Johanna Koch, die ihr hilft und sie doch armselig, abhängig und leidend sehen möchte. Marie Jalowitcz spielt die alleinstehende Schwester oder Haushalthilfe und wird hier geliebt, dort geduldet und woanders als Halbjüdin beschimpft. Die Motive der Helfer sind sehr unterschiedlich. Nicht wenige nutzen ihre schwierige Lage aus. Ein Rechtsanwalt, der ihr zu Papieren verhilft, verlangt Sex von ihr, ein anderer Helfer bedrängt sie. Aber sie erfährt auch Solidarität und Zuwendung. Sie versucht, mit einem bulgarischen Freund in die Türkei zu fliehen und erhält falsche Papiere vom deutschen Dienststellenleiter für die Fremdarbeiter in Deutschland Hans Goll in Sofia, um nach dem Scheitern der Flucht unerkannt zurückzukehren. Sie erhält die Gnadenpension für ihren verstorbene Vater durch den Kammergerichtspräsidenten Heinrich Hölscher aus Hilfsbereitschaft zugebilligt, lebt mit der Artistin Camilla Fiochi zusammen und in einer Beziehung mit einem holländischen Zwangsarbeiter. Sie wird von der Kommunistin Trude Neuke aufgenommen, die wochenlang nach neuen Fluchtorten sucht und findet Unterschlupf bei der kommunistischen Portiersfrau Krause.

Sie trifft viele, die sie nicht denunzieren und andere, die ihr helfen, aber weder Nazigegner noch Antifaschisten sind. Sie trifft auf ihrer Flucht auf eine zwiespältige Mischung aus Gleichgültigkeit und gelegentlicher Hilfsbereitschaft, aus humanem Verhalten und rassistischen Einstellungen. Das zeigt auch, dass unser Bild von dieser Zeit oft zu holzschnittartig und die Realität in Wirklichkeit komplizierter ist. Als kluge und gebildete Frau wird die Protagonistin gezwungen, um des Überleben Willens zu einer routinierten Lügnerin und Taktikerin zu werden. Sie checkt die Personen und Situationen in ihrer Umgebung gewissenhaft, geht Abschieden aus dem Weg und meidet Menschaufläufe. Ihr Sohn stellt fest, dass sie aus dieser Rolle noch Jahrzehnte nach dem Krieg nicht herauskommt und von mehreren Zusammenbrüchen heimgesucht wird.

In einem Brief an einen Schulfreund gibt Marie Jalowicz 1946 eine Antwort auf die Frage, wie es eigentlich zur Judenverfolgung kommen konnte. Das, was passiert ist, sei immer und überall möglich, wenn man an die niedrigsten Instinkte des Pöbels appelliere, heißt es in dem Brief. Die biographische Verarbeitung der Erlebnisse von Marie Jalowicz ist spannend und zugleich authentisch. Sie macht die jahrelange Flucht der in Berlin Untergetauchten für den Leser ein wenig begreiflich. Die Autorin schildert die Kunst zu Überleben, mit der auch heute tausende Flüchtlinge immer wieder von neuem konfrontiert werden.

Das Buch »Untergetaucht« wird mit einem Nachwort des Sohnes abgeschlossen, dem Historiker und Direktor der Neuen Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, Hermann Simon. Er hat gemeinsam mit der Autorin Irene Stratenwerth das Buchmanuskript aus den Tonbändern erstellt.

Für Marie Jalowicz Simon selbst war ihr Überleben Zufall. 1993 schrieb sie in einem Vortrag: »Wäre das beherzte Überleben Einzelner Segen oder Fluch, wenn es auf Vorhersehung und Lenkung beruhte, angesichts der Ermordung von einer Million Kindern?«

Marie Jalowicz Simon: Untergetaucht. Bearbeitung, Nachwort: Irene Stratenwerth, Hermann Simon. Fischer-Verlag, 416 Seiten

Der Anti-Trump

geschrieben von Thomas Willms

18. September 2017

Eine US-amerikanische Serie mit prophetischen Elementen

Außer vom jeweils realen wird die Welt auch noch von ungezählten künstlerischen Versionen des US-Präsidenten bevölkert. Das ist auch kein Wunder, ist er nun einmal einer der wichtigsten Menschen des Planeten und darüber hinaus auch noch Sinnbild und Projektionsfläche für das, wie auch immer zu verstehende, eigentlich Amerikanische, seine Ziele und Werte.

Zwei Fernsehserien sind dabei gerade besonders interessant. »House of Cards«, mittlerweile in der vierten Staffel, hat sich offenbar zum Ziel gesetzt, auch noch den letzten Anflug von optimistischem Pathos, der diesem Genre eigen ist, zu zersetzen. Es ist fast schon grauenhaft, dem charismatischen Kevin Spacey dabei zuzusehen, wie er durch unglaublichen Zynismus das Amt erst erobert und dann verteidigt und sich für nichts anderes als die Macht an sich begeistert. Das ist, auch mittels Elementen des epischen Theaters – »Meine Damen und Herren vor den Bildschirmen, passen sie genau auf was ich jetzt tue …« künstlerische Höchstleistung. Leider ist es auch völlig demoralisierend.

Etwas weniger anspruchsvoll, aber dafür auch weniger würgend, geht es bei »Designated Survivor« zu. Die eigenen politischen Repräsentanten in die Luft gejagt zu sehen ist dem amerikanischen Fernsehpublikum, insbesondere seinem rechts gestrickten Teil, bekanntlich immer wieder ein freudiges Erlebnis. Im Laufe des Jahres 2016 muss es wohl ein besonders großes Bedürfnis danach gegeben haben, denn in der im September erstmalig ausgestrahlten Eingangsfolge wird wirklich kurzer Prozess gemacht. Während der »Rede an die Nation« gehen Präsident, Senat, Repräsentantenhaus und Supreme Court mit dem Capitol zusammen in die Luft.

Für eine solche Gewaltfantasie gibt es allerdings auch noch eine andere Erklärung als den spezifisch US-amerikanischen staatsfeindlichen Extremismus, der seine Wurzeln in der Siedlerbewegung des 19. Jahrhunderts hat und deren aktueller Ausfluss die Präsidentschaft Trumps ist. Die Macher von Designated Survivor neigen eher zu den Democrats und werden von einer tiefen Verzweiflung über die ideologiegetriebene Selbstblockade des politischen Systems getrieben, so dass z.B. die Einführung einer annähernd allgemeinen Krankenversicherung durch Präsident Obama zum Höllenakt wurde.

Der Kunstgriff besteht nun darin, nach der Tabula Rasa einen ganz und gar unpräsidialen Ersatz-Präsidenten aufs Podium zu setzen. Tatsächlich gibt es die Funktion des »vorherbestimmten Überlebenden« wirklich, d.h. einen armen Polittropf, der fernab vom Geschehen als allerletzter Notnagel für den Fall des Falles zurückgehalten wird. Hier ist es der Wohnungsbauminister, eine an sich schon irgendwie europäisch anmutende Funktion. Diese Rolle ausgerechnet mit Kiefer Sutherland zu besetzen, ist eine bemerkenswerte Idee gewesen, steht er doch für eine äußerst bekannte und umstrittene andere Rolle im Präsidentenfilm-Genre. Als Geheimagent Jack Bauer war er in »24« zu allen, aber auch wirklich allen Schandtaten bereit, um den Präsidenten zu retten (siehe »antifa«, 2/2011).

Hier nun zelebriert er als Präsident Kirkman das Gegenteil. Vage an John F. Kennedy erinnernd, bräuchte der arme Mann doch nun wirklich einige Zeit, um sich an die neue Aufgabe heranzutasten. Doch natürlich bleibt ihm die nicht – insofern kommt man doch wieder in den Thriller-Modus – sondern er muss ganz im Gegenteil alle möglichen im Machtvakuum aufbrechenden internen und externen Krisen bewältigen, ganz zu schweigen von der Suche nach den Schuldigen für den Anschlag. Sutherland kann ausspielen was er am besten kann: unsicher mit dem Kopf zucken, waidwund gucken, die Schritte plötzlich verlangsamen, die Stimme brechen lassen und sich in dieser Rolle auch noch von Generälen und Provinzpolitikern anpöbeln lassen. Kirkman fehlt scheinbar die Härte, die Bauer auf jeden Fall zu viel hatte. Dieser Mann ist einfach in Ordnung, unparteiisch und geeignet, die Gräben zwischen Democrats und Republicans zu überbrücken. Auch in der Realität gibt es gelegentlich Beispiele für solches Versöhnlertum. Eines wäre der ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain, der im Senat immerhin Obamas Krankenversicherung gegen Trump rettete. Eine Reform, die er selbst stets heftig bekämpft hatte.

Von prophetischer Weitsichtigkeit ist »Designated Survivor« angesichts des (in seiner Art an dschihadistischen Terror erinnernden) nazistischen Terroranschlags von Charlottesville.

Als eigentlicher Gegner Kirkmans stellt sich nämlich, nachdem die üblichen arabischen Terroristen als Täter aussortiert werden, eine tief in die Sicherheitsapparate eingebundene rassistisch-rechtsradikale Erweckungsbewegung heraus.

Anders als im Film hat diese in der Realität leider einen verständnisvollen Freund im Weißen Haus.

Den Eltern auf der Spur

geschrieben von Ernst Antoni

18. September 2017

Christian Weisenborns »Rote-Kapelle«-Film

Vor einigen Wochen hatte in zahlreichen deutschen Kinos ein neuer Dokumentarfilm Premiere: »Die guten Feinde – Mein Vater, die Rote Kapelle und ich« von Christian Weisenborn. Die »Rote Kapelle«: Das war der Name, den sich die Gestapo und »Abwehr«, die braunen Verfolger, ausgedacht hatten für die Menschen um das Ehepaar Harro und Libertas Schulze-Boysen, um Arvid und Mildred Harnack, um Adam und Greta Kuckhoff, Hans und Hilde Coppi und viele andere.

Der Name wird den Widerstandskämpferinnen und -kämpfern, um die es in dem Film geht, wohl weiter anhaften. Aus unterschiedlichen Gründen. Zuerst war es ein Gestapo-Konstrukt, das suggerieren sollte, es habe sich um ein von und aus der Sowjetunion dirigiertes Ensemble von Agentinnen und Agenten gehandelt. Waren einige von ihnen doch in politisch, militärisch und kulturell wichtigen Bereichen zugange. Zudem gab es in dieser – die Herkunft der Beteiligten, deren Berufe und politischen Präferenzen betreffend bunt gemischten – Gruppe schon mehrere, die sich kommunistischen »Zusammenhängen« zuordnen ließen.

Das Konstrukt wurde dann in Kalte-Kriegs-Zeiten in der alten BRD gerne wieder aufgegriffen und weiter verbreitet. Hatte man sich inzwischen doch darauf eingependelt, eventuell dem militärischen Widerstand vom 20. Juli 1944 eine gewisse Berechtigung zuzugestehen angesichts des sich damals abzeichnenden verlorenen Krieges. Und vielleicht noch den Studenten und deren Mitkämpfern von der »Weißen Rose« (bei deren Bewertung Religiöses gerne in den Vordergrund geschoben wurde). Für alles andere, den Arbeiterwiderstand, den kommunistischen besonders, gab es oft Verachtung und Diffamierung: »Landesverräter« eben…

Die guten Feinde

Die guten Feinde

Mit der Legende von der »Roten Kapelle« wurden in den 60er-Jahren die alten Nazi-Konstruktionen von den »russischen Agenten« aufgefrischt. Nicht nur in einschlägigen Rechtsaußen-Medien, sondern auch in Blättern wie dem »Spiegel« oder öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten. »Gewährsleute« blieben die einstigen NS-Verfolger. Juristen wie Manfred Roeder etwa, der an vorderster Stelle damals den Widerstandskämpferinnen und -kämpfern nachgestellt, sie Schauprozessen ausgesetzt und dafür gesorgt hatte, dass sie aufs Grausamste vom Leben zum Tode zu gebracht werden.

Der Schriftsteller, Dramaturg und Journalist Günther Weisenborn, der 1969 verstorbene Vater des Filmemachers, hatte einst versucht, diesen Nazi-Juristen Roeder und andere ehemalige Verfolger vor Gericht zu bringen. Günther Weisenborn, der selbst in der Widerstandsgruppe aktiv war und das Glück hatte, zu überleben, scheiterte mit diesen Versuchen. Roeder, der sich nach 1945 flink auf die »richtige« Seite im Ost-West-Konflikt zu schlagen wusste und – Thema: »Rote Kapelle« – dem US-Geheimdienst CIC antisowjetische Propagandahilfe leistete, blieb Zeit seines Lebens ein angesehener Mann und starb hoch geehrt in seiner hessischen Heimatgemeinde.

In der DDR sprach man von der Schulze-Boysen-Harnack-Gruppe, hielt die Erinnerung an deren Widerstand hoch, jedoch: »Die mit der politischen Entwicklung der Nachkriegsgeschichte verwobenen Deutungsmuster von Spionage und Landesverrat auf der westlichen Seite und von der sich an Beschlüssen der Führung der KPD orientierenden Widerstandsorganisation oder der mit der Sowjetunion verbundenen ‚Kundschaftergruppe‘ auf der östlichen Seite Deutschlands dominierten als komplementäre Fehleinschätzungen bis in die achtziger Jahre hinein die historische Publizistik«. So Hans Coppi, dessen Eltern von den Nazis wegen ihren Aktivitäten in der Widerstandsgruppe ermordet wurden, im Vorwort zur von ihm gemeinsam mit Geertje Andresen 1999 herausgegeben Edition der Briefe von Harro Schulze-Boysen.

Die alten Fehleinschätzungen will der 1947 geborene Christian Weisenborn nun mit seinem Film geraderücken. Ihm geht es darum, am Beispiel seiner Eltern und ihrer Freunde und Kampfgefährten aufzuzeigen, wie vielschichtig die Gruppe war, wie sie zusammenfand, was sie schließlich zum gemeinsamen Widerstand motivierte. Dies gelingt ihm mit Hilfe zahlreicher Bild- und Tondokumente, mit eingestreuten wissenschaftlichen Exkursen und eigenen Reflexionen.

Besonders beeindruckend sind alte Film-Aufzeichnungen von Gesprächen mit Joy, der Mutter des Filmemachers, deren spontane Authentizität, ihre musikalischen Beiträge… Deutlich wird, dass damals junge und nicht mehr ganz junge Leute mit effektiven und auch weniger effektiven Mitteln alles versuchten, dem Faschismus an der Macht zu trotzen. Und gleichzeitig fröhlich und gesellig sein wollten.

Ist wo was locker?

geschrieben von Ernst Antoni

15. August 2017

Bundeswehr wirbt Reparateure für »defekten Weltfrieden«

Seit längerer Zeit schon werden (nicht allein) jungen Bundesbürgerinnen und -bürgern großformatig auf Plakaten und in Medienanzeigen vor olivem Hintergrund zackige Werbebotschaften für die Bundeswehr als Arbeitgeber entgegengeknallt. Die neueste, die in den vergangenen Wochen unübersehbar war, lautete: »Weltfrieden defekt. Techniker gesucht. Mach, was wirklich zählt.«

Um klar zu machen, wie ihrer Meinung nach dem »Defekt« beizukommen wäre, bieten die Militär-PRler potentiell Interessierten eine Vertiefung an: In einem Kasten steht der Hinweis »Technik Karriere«, verbunden mit dem »Eisernen Kreuz«, dem wahrlich traditionsreichen Bundeswehr-Logo. Jenes wiederum wird, wie bei Wikipedia nachzulesen ist, »als militärisches Erkennungszeichen der Bundeswehr geführt (…), insbesondere an Luft- und gepanzerten Rad- und Kettenfahrzeugen«. Und schon erschließt sich der Link, der von den Zielpersonen der Kampagne nun angeklickt werden soll: »bundeswehr.karriere.de«. Wer der Klick-Einladung folgt, landet nämlich bei den spaßig gemeinten olivgrünen Angeboten: »Du kannst an Käfern schrauben. Oder an Tiger, Leopard und Puma.«

Nun ja, der Käfer ist als Bundeswehr-Fahrzeug eigentlich nie besonders aufgefallen. Aber er hat sich halt fürs Tierwelt-Witzchen angeboten, damit der Helikopter Tiger, der Panzer Leopard und der Schützenpanzer Puma ins positive Licht gerückt werden.

»Mit Dir«, erfahren die Adressaten dann noch, »funktioniert Freiheit und Sicherheit«. Weil dann die Kriegsmaschinen schön rund laufen? Da war doch irgendwann mal was mit »Räder müssen rollen…« Das ist nun aber wirklich ein unzulässiger Vergleich. Belassen wir es deshalb bei der Vermutung, dass in den zuständigen Militär- und Ministeriumsgremien, die für diese Werbekampagne zuständig sind, eventuell einige Schrauben locker sind.

Editorial

geschrieben von Regina Girod

15. August 2017

Wozu dienten die Wehrmachtstraditionen in der Bundeswehr, von denen sich Ministerin von der Leyen seit Neuestem so entschieden distanziert? Hat in den 62 Jahren ihrer Existenz gar niemand etwas davon bemerkt? Unser Autor Jakob Knab schreibt dazu: »Krieg war eine zentrale Kategorie der NS-Gewaltherrschaft. Der Krieg füllte nicht nur die Hälfte der NS-Herrschaftsperiode aus, sondern der Nationalsozialismus kam aus dem Kriege, fand im Krieg seine eigentliche Bestimmung und ging schließlich im Krieg unter. Heldenkult und Traditionspflege sind heroisierende Darstellungen von Geschichte.« (Seite 3) Diese heroisierenden Darstellungen wurden und werden gebraucht in einer Bundeswehr, die erst den Kommunismus bekämpfen sollte und nun auf 14 Kriegsschauplätzen dieser Welt im Einsatz ist. Davon zeugt auch der Widerstand, der der Ministerin in dieser Frage entgegenschlägt. Die deutsche Geschichte hat zum Thema Krieg keine Vorbilder zu bieten. Bleibt nur, die Kriege selber endlich abzuschaffen.

Dass politische Interessen den Blick auf die Geschichte und einzelne Akteure extrem verzerren können, hat die Nachkriegsgeschichte immer wieder gezeigt. »Albert Speer in der Bundesrepublik. Vom Umgang mit deutscher Vergangenheit«, heißt eine Ausstellung in Nürnberg, über die Ernst Antoni auf Seite 28 berichtet. Ein Versuch, die »Wandlungsgeschichte« des einstigen Naziarchitekten und Rüstungsministers als das zu entlarven, was sie war: ein Fake, der lanciert und etabliert wurde, um späte Persilscheine unter dem Motto: »Da-konnte-man-halt-nichts-machen« und »Wir-haben-immer-das-Beste-gewollt.«, zu verteilen.

Wichtige Diskussionen zum Umgang mit Rechtpopulismus wollen wir mit unserem Spezial (Seite 13 – 16) befördern. Kann oder sollte man ihm mittels »Linkspopulismus« begegnen? Thomas Willms untersucht theoretische Wurzeln und programmatische Eckpunkte der »France Insoumise« (FI), die im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen nur knapp unter dem Ergebnis des Front National blieb und sich selbst als linkspopulistisch begreift.

Da bleibt noch viel zu tun

geschrieben von Jakob Knab

15. August 2017

Traditionspflege in der Bundeswehr

In der Bundeswehr gärt und brodelt es. Nach ihrem Besuch vom 3. Mai 2017 in der Kaserne von Illkirch tat Bundesministerin von der Leyen kund: »Die Wehrmacht ist in keiner Form traditionsstiftend für die Bundeswehr. Einzige Ausnahme sind einige herausragende Einzeltaten im Widerstand. Aber sonst hat die Wehrmacht nichts mit der Bundeswehr gemein.«

Hier nun ein Blick in die deutsche Geschichte und in die real existierende Traditionspflege: Als am 1. September 1939 die Wehrmacht Polen überfiel, war dies der Auftakt zum Vernichtungskrieg. Vor dem Angriff auf Krakau machte Leutnant Lent klar: »Jeder von uns weiß, dass heute ein schicksalsschwerer Abschnitt Weltgeschichte beginnt, der nicht mit Worten und auf Papier, sondern mit Blut geschrieben wird. Jeder von uns ist sich seiner Verantwortung bewußt, dass er mit dazu beizutragen hat, dass das deutsche Volk vor der Geschichte bestehen kann, dass Deutscher Fliegergeist im neuen Glanze erstrahlt, dass des Führers Hoffnung auf seine Luftwaffe nicht enttäuscht wird.« Lent enttäuschte seinen »Führer« nicht. Am 22. Juni 1944, am dritten Jahrestag des Angriffs auf die Sowjetunion, sprach Lent vom Endsieg: »Wir sind in der entscheidenden Phase dieses Krieges angelangt. Durch den Einsatz unserer neuen Waffen ist das Vertrauen nicht nur des deutschen Menschen in der Heimat, sondern auch des deutschen Soldaten an der Front zur Führung und vor allem auch zum Endsieg unerhört gewachsen. Ich bin gewiss, dass der Endsieg nicht mehr fern ist.« Mehrfach rief Lent seine Männer dazu auf, »in leidenschaftlicher und fanatischer Weise bis zum letzten Blutstropfen zu kämpfen«.

In seiner kriegerischen Tüchtigkeit war der hochdekorierte Lent unübertroffen. Beim Staatsakt für den tödlich verunglückten Lent sprach Reichsmarschall Göring von dessen »unvergänglichem Heldentum«. Auf Initiative von General Josef Kammhuber wurde im Juli 1964 die Liegenschaft im niedersächsischen Rotenburg nach Oberst Lent benannt. Es war jener Kammhuber, der sich zusammen mit seinem Kameraden Dietl beim Hitler-Putsch im November 1923 geweigert hatte, die junge Republik zu verteidigen. Die Dietl-Kaserne Füssen wurde im November 1995 umbenannt, die Kammhuber-Kaserne Karlsruhe wurde im Juli 2011 aufgegeben. Die Lent-Kaserne in Rotenburg heißt bis heute so.

Krieg war eine zentrale Kategorie der NS-Gewaltherrschaft. Der Krieg füllte nicht nur die Hälfte der NS-Herrschaftsperiode aus, sondern der Nationalsozialismus kam aus dem Kriege, fand im Krieg seine eigentliche Bestimmung und ging schließlich im Krieg unter. Heldenkult und Traditionspflege sind heroisierende Darstellungen von Geschichte. Der Held muss die Todesangst ebenso wie die Tötungshemmung überwinden.

Deutschlands weltweit verehrter Kriegsheld ist Rommel. Er ist die Symbolgestalt der Panzertruppe. Bei der Bundeswehr gibt es ebenfalls bis heute Rommel-Kasernen in Augustdorf und in Dornstadt.

Nach dem Einmarsch in Polen schrieb Rommel über den »Führer«: »Von ihm geht eine magnetische, vielleicht hypnotische Kraft aus, die ihren tiefsten Ursprung in dem Glauben hat, er sei von Gott oder der Vorsehung berufen, das deutsche Volk ‘zur Sonne empor’ zu führen.« Für Rommel war die Wehrmacht »das Schwert der neuen Weltanschauung.« Am 21. Juni 1942 fiel nach schweren Kämpfen die Festung Tobruk. Tagesbefehl Rommels an seine tapferen Krieger: »Soldaten der Panzerarmee Afrika! Jetzt gilt es, den Gegner vollends zu vernichten.« Rommels Propagandarede »Entscheidungsschlacht im Westen« für die Wochenschau Mitte Mai 1944 markierte ein letztes Aufbäumen: »Der angreifende Gegner muß in ein tödliches Staunen fallen!« Doch in einer Lagebetrachtung vom 15. Juli 1944 übte Rommel entschiedene Kritik an Hitlers Kriegsführung. Rommel wusste auch um die Pläne der Verschwörer. Als Rommel jedoch auf dem Krankenlager von Stauffenbergs missglückter Tat erfuhr, schrieb er an seine Frau: »Zu meinem Unfall hat mich das Attentat auf den Führer besonders stark erschüttert. Man kann Gott danken, dass es so gut abgegangen ist.« Am 14. Oktober 1944 wurde Rommel vor die Wahl gestellt, eine Giftkapsel zu schlucken oder wegen Hochverrats vor den Volksgerichtshof gestellt zu werden. Rommel wählte den Freitod.

Mit seinem Tagesbefehl förderte Hitler den Heldenkult: »Mit ihm ist einer unserer besten Heerführer dahingegangen. Sein Name ist im gegenwärtigen Schicksalskampf des deutschen Volkes der Inbegriff für hervorragende Tapferkeit und unerschrockenes Draufgängertum. Das Heer senkt vor diesem großen Soldaten in stolzer Trauer die Reichskriegsflagge. Sein Name ist in die Geschichte des deutschen Volkes eingegangen.« Beim Staatsakt für Rommel sprach Generalfeldmarschall von Runstedt diesen markigen und zynischen Worte: »Der unermüdliche Kämpfer war erfüllt von nationalsozialistischen Geist, der die Kraftquelle und Grundlage seines Handelns bildete. Sein Herz gehörte dem Führer.«

Jakob Knab ist Gründer und Sprecher der »Initiative gegen falsche Glorie«.

Titel

15. August 2017

Unser Titelbild: Junge Gäste am Stand der VVN auf dem Kirchentag in Berlin (siehe auch Seite 6)

Unser Titelbild:
Junge Gäste am Stand der VVN auf dem Kirchentag in Berlin

Geheim für hundert Jahre?

geschrieben von Peter C. Walther

12. August 2017

Es ist nichts Neues, dass der Inlandgeheimdienst Verfassungsschutz kräftig bemüht ist, vieles von dem, was im Zusammenhang mit der Terrorgruppe NSU, ihrem Hintergrund und Umfeld geschehen – und nicht geschehen ist, nicht bekannt werden zu lassen. Wohl aus diesem Grund wurde sofort nach der Aufdeckung des NSU mit dem Schreddern von Akten und Unterlagen begonnen. Alles Weitere wird seitdem weitgehend geheim gehalten.

Dem nicht nachlassenden Bohren durch Mitglieder der NSU-Untersuchungsausschüsse ist es zu verdanken, dass doch hin und wieder etwas ans Tageslicht kommt. So zum Beispiel vor kurzem dies in Hessen: Aus einem als streng geheim eingestuften internen Bericht geht hervor, dass mindestens zwei Verfassungsschutzämtern bereits im August 1999 ein Hinweis auf »National Sozialistische Untergrundkämpfer« vorlag – also noch vor Beginn der Mordtaten, zu denen es womöglich nicht gekommen wäre, wenn dem Hinweis nachgegangen worden wäre.

Es bleibt geheim, wie es zu dem Hinweis gekommen ist, wer die Beteiligten waren, warum dem Hinweis nicht nachgegangen wurde, wo er verblieben ist und was sonst noch aufzuklären wäre. Denn der Bericht unterliegt weiterhin der Geheimhaltung – angeordnet bis zum Jahre 2134; also wenn es danach geht, für mehr als hundert Jahre. Seit der Reichsgründung von 1871 hat kein einziges Staatswesen auf deutschem Boden auch nur annähernd so lange existiert. Die Gründe, diese Dinge im Dunkeln lassen zu wollen, müssen also gewaltig sein!

Darüber hinaus ist klar, dass unverblümt gelogen wurde. Immer wieder war erklärt worden, dass dem Verfassungsschutz über den NSU nichts bekannt gewesen sei. Schon angesichts der Tatsache, dass sich rund 40 V-Leute im Umfeld des NSU befanden, wirkte diese Behauptung unglaubwürdig. Der jetzt bekannt gewordene Hinweis bestätigt die Verlogenheit.

Geheimhaltung ist ein ebenso beliebtes wie probates Mittel, unliebsame Dinge unter Verschluss zu halten. Zu akzeptieren ist das allerdings nicht und in Zeiten von Whistleblowing auch kaum mehr durchzuhalten, schon gar nicht hundert Jahre.

Voll daneben

geschrieben von Axel Holz

12. August 2017

Die DDR ist weiter an allem schuld

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, die Thüringer SPD-Politikerin Iris Gleicke, hat den Ostdeutschen eine besondere Anfälligkeit für Rechtsextremismus attestiert, gegen vielfachen Protest bis in die CDU hinein. Zum ersten Mal hatte Gleicke das Thema Rechtsextremismus in ihrem Jahresbericht zum Stand der deutschen Einheit mit aufgenommen, obwohl die Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung in ganz Deutschland seit über 15 Jahren relativ stabile diskriminierende Ressentiments gegen einzelne Bevölkerungsgruppen in erheblichen Teilen der Gesamtbevölkerung feststellen.

Die Hälfte der rechtsextremen Straftaten würde im Osten verübt, wo aber nur 19 Prozent der Bevölkerung lebten, hatte das Göttinger Institut für Demokratieforschung herausgefunden. Diese Studie begründet eine höhere rechtsextreme Anfälligkeit der ostdeutschen Zivilgesellschaft in erster Linie mit der Geschichte der DDR und nennt eine Erinnerungskultur als Grund, die den eigenen Opferstatus überhöhe. Sie konstatiert ein großes Unbehagen am Politischen, das unter anderem auf Erfahrungen der Staatspolitisierung in der DDR zurückgehe. Doch ist das glaubhaft, wenn mehr als 25 Jahre nach dem Beitritt der DDR zur BRD nicht die tatsächlich vorhandenen gesellschaftlichen Verhältnisse die Verabschiedung vieler Bürger von der Zivilgesellschaft prägen sollen? Die Studie beruht auf vierzig Interviews in Schwerpunktorten rechtsextremer Aktivität, in Freital und Heidenau bei Dresden sowie im Erfurter Stadtteil Herrenberg. Zuträglich war dabei sicherlich nicht, dass einige Interviews nicht erkennbar als anonymisiert autorisiert wurden, wie es in Medienberichten heißt. Die Studie habe nur eine bedingte Aussagekraft für den Osten, betonen die Autoren, und die Mehrheit der Ostdeutschen sei nicht rechtsextrem, kommentiert die Ostbeauftragte. Warum hat die Studie dann nicht weitere Regionen in Ost und West einbezogen, in denen gleichermaßen Flüchtlingsheime brannten?

Den Rückzug des Staates aus ganzen Regionen können wir nicht hinnehmen, so Gleicke. Aber ist dieser Trend nicht seit Jahren bekannt, fragt Eric Wallis vom vorpommerschen Regionalzentrum Anklam, der regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie. Demokratielotsen und Erzählsalons seien Angebote gegen die Sprachlosigkeit, verkündet Gleicke zuversichtlich. Die Autoren der Studie sehen die beste Prävention gegen Rechtsextremismus hingegen in einer besseren Arbeitsmarkt-, Wohn- und Sozialpolitik. Wie aber wollen die politischen Akteure diese Probleme bei der anstehenden Bundestagswahl angehen, wenn sich Ihre Analyse weiterhin auf augenscheinliche Geschichtsklitterung verlässt?

Antifa auf dem Kirchentag

geschrieben von Thomas Willms

12. August 2017

Die Anti-AfD-Ausstellung im Massentest

Um das Beste vorweg zu sagen: die AfD hat den Kampf um den Mainstream der evangelischen Kirchenwelt offenbar verloren, zumindest vorerst. Dies ist das eindeutige Gesamtergebnis der notgedrungen fragmentarischen Eindrücke des wie immer über Himmelfahrt stattgefunden habenden evangelischen Kirchentages, der wohl größten Massenveranstaltung in Deutschland.

VVN-BdA Stand auf dem Kirchentag in Berlin

VVN-BdA Stand auf dem Kirchentag in Berlin

Im Vorfeld der in Berlin stattfindenden Veranstaltung hatte es heftige Auseinandersetzungen gegeben. Sollte die Partei wie beim katholischen Kirchentag gänzlich ausgeschlossen oder in irgendeiner Weise als Gesprächspartner zugelassen werden? Das Präsidium hatte bekräftigt, dass niemand eingeladen würde, der sich rassistisch äußere oder Äußerungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit verbreite. Trotzdem wurde mit Anette Schultner eine Vertreterin der Gruppe »Christen in der AfD« zu einer Diskussion mit Bischof Dröge eingeladen. Diese spannungsgeladene und ohne konkretes Ergebnis endende Veranstaltung, auf der Dröge sich eindeutig gegen die Politik der AfD äußerte, war ein wichtiges Gesprächsthema am Stand der VVN-BdA auf dem »Markt der Möglichkeiten«.

Unser Stand wandte sich von allen Ausstellern am eindeutigsten gegen die AfD. Wir zeigten nämlich die Ausstellung »Der Arm der Bewegung« und verbreiteten in großem Umfang Material der Kampagne »Aufstehen gegen Rassismus«. Zwar kam die Ausstellung gut an, erwies sich aber trotzdem bei speziell diesem Mega-Event mit den oft extrem kurzen Aufmerksamkeitsspannen als zu uneindeutig. Manche Besucher, die buchstäblich zurücktaumelten, verwechselten uns im ersten Moment mit dem Gegner. Unsere große inhaltliche Vielfalt und Vielzahl an Materialien, die oft gelobt wurde, ist in so einer Umgebung auch ein Nachteil. Unsere Organisations-Identität muss künftig stärker herausgestellt werden. Vergleicht man die Kirchentage des vergangenen Jahrzehnts muss man feststellen, dass wir als Organisation an Boden verloren haben. Die Anzahl unserer eigenen Mitglieder, die sich zu erkennen geben, ist gesunken, ebenso die erkennenden Ausrufe – »Ach, ihr seid auch hier!«. Wurde man früher öfter als Prügelknabe von Antikommunisten verwendet, ist diese Angriffslinie weitgehend verschwunden, wohl mangels sichtbarer kommunistischer Politik in der Gesellschaft. Dafür hat die direkte Attacke »wegen Antifa« erkennbar zugenommen.

Überwiegend wurden wir jedoch für unsere Arbeit gegen Rechts gelobt und uns viel Erfolg gewünscht. Solche expliziten Sätze konnten wir ebenfalls deutlich öfter hören als früher.

Ganz mitleidlos muss man die vielen hundert Kontakte und Gespräche als Test für unsere Materialien und Argumente sehen. Demzufolge kennt eigentlich niemand mehr oder reagiert positiv auf das Buchenwald-Denkmal von Fritz Cremer, das wir häufig als Illustration verwenden. »Nazifreie Zone« oder »Hier verschwand ein Nazi-Aufkleber« oder auch die bunten AgR-Aufkleber gingen hingegen rasant weg. Dass AgR in Schleswig-Holstein besonders gut verankert ist, zeigte sich deutlich, ebenso die hohe Attraktivität der Stammtischkämpfer*innen-Idee.

Die außer uns optisch am eindeutigsten antifaschistisch auftretenden Gruppen waren interessanterweise verschiedene kirchliche Initiativen, nicht aber z.B. politische Jugendverbände, die völlig in die Konzepte ihrer Mutterparteien eingebunden wurden.

An unserem Stand waren auch Roma-Aktivisten (www.alle-bleiben.info) aktiv, die Unterschriften für Bleiberechts-Initiativen sammelten. Ihnen wurden, selbst in der verhältnismäßig aufgeklärten und generell auf Ausgleich orientierenden Umgebung des Kirchentags heftige antiziganistische Vorurteile entgegengebracht. Das muss man sich merken und in unserer weiteren Arbeit bedenken.

 

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