Der Bremer Detektiv Aren erhält von Direktor Ovelmann von den Zeinithwerken den Auftrag, Diebstähle in seinem Uhrenwerk aufzuklären. Dubios erscheint ihm, dass Ovelmann ihn nicht zu sich ins Kontor kommen lässt und sich auch nicht in seine Detektei bemüht, sondern ihn in eine Weinstube einlädt. Er trifft seine Vorsichtsmaßnahmen, die Weinprobe zieht sich in die Länge. Offensichtlich nutzt Ovelmanns Geschäftspartner die Zeit, um Arens Detektei zu durchsuchen. Gemeinsam mit Kommissar Winkelmann nimmt Aren die Spur auf, die beide zu einer aufwendigen Schatzsuche ins ceylonesische Hochland führen soll. Es ist ein Wettlauf mit der gefährlichen wie entschlossenen Betrügergruppe um Ovel(mann) und Alming (Mingal). Die abenteuerliche und nicht ganz ungefährliche Suche führt Aren zu dem Versteck der Diamanten des Miquel genannten Plantagenbesitzers Michael Mohringers aus Dinkholder und seinen Erben, denen er die Hinterlassenschaften des Verstorbenen übergeben kann.
100 Dokumente aus 100 Jahren
29. März 2018
Friedensinitiativen für Israel und Palästina (1917 – 2017)
Mit dem Sammelband »100 Dokumente aus 100 Jahren – Friedensinitiativen für Israel und Palästina (1917-2017)« hat Angelika Timm auf 724 Seiten einen Dokumentenband der Zeitgeschichte zusammengetragen, ein einmaliges gesamtgeschichtliches Werk vorgelegt und damit das israelisch-palästinensische Spannungsverhältnis als Kern des umfassenden Nahostkonflikts dokumentiert. Damit ist ihr nicht nur eine Geschichtsdokumentation zu Israel und Palästina gelungen, sondern auch eine Gesamtanalyse des Nahen Ostens und der Geschichte seiner Konflikte.
Die Dokumentation teilt in der Einleitung die historischen Prozesse in sechs Abschnitte ein. Er beginnt mit Dokumenten, die sich den Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf Palästina (1917-1920) widmen, durch die in der Balfour-Erklärung den Juden eine nationale Heimstatt in Palästina versprochen wurde.
Verschiedene Kriege?
29. März 2018
Was Geschichtsbücher heute über den 2. Weltkrieg schreiben
Eine einfache, doch überraschende Idee: aktuelle Geschichtsbücher weiterführender Schulen aus Tschechien, Deutschland, Italien, Polen, Litauen und Russlands danach zu befragen, wie sie den 2. Weltkrieg behandeln und anschließend mit ihren Erklärungen und Fotos eine nach Themen geordnete Ausstellung zu gestalten. Das jeweilige Geschichtsbuch vor den Tafeln ausgelegt, damit die Besucher selbst nachschlagen können.
Diese wirklich erhellende Ausstellung des EU-Russia Civil Society Forums war sechs Wochen lang im Museum Berlin Karlshorst zu sehen, jener großen Villa, in der am 9. Mai 1945 die Kapitulation der Deutschen Wehrmacht vor den Alliierten Siegermächten unterzeichnet wurde.
Angekommen im Thriller
26. März 2018
PfD heißt die Rechtspartei in der Serie »Berlin Station«
Die AfD, Frauke Petry und Alexander Gauland sind im internationalen Seriengeschehen angekommen und Personal eines hochklassigen Thrillers geworden. Sie sind das Thema der zweiten Staffel von »Berlin Station« und für den antifaschistisch Interessierten sind es neben dem eigentlichen Plot die leicht verfremdeten Bilder der Partei, die zu denken geben. Im Gedächtnis bleibt ein Parteiempfang der »Perspektive für Deutschland (PfD)« mit lauter gut gekleideten, fröhlichen, optimistischen Anhängern. Es ist ein »Möglichkeitsraum«, in dem diverse Akteure auf der Jagd nach Zukunft die Sektgläser klingen lassen. Unter ihnen sind Agenten der CIA, wie immer beschäftigt mit der Beschaffung von Informationen und wichtiger noch mit der aktiven Einflussnahme auf das Geschehen – doch mit welchem Ziel? Geht es nach »Berlin Station« gehört zu den Kernzielen der CIA die Verhinderung rechtsradikaler Erfolge wie dem der PfD, denn das kann man den »fucking Germans« auf keinen Fall durchgehen lassen. Aber die vorausgesetzte allgemeine Eindeutigkeit dieses Zieles gerät ins Rutschen. Ein neuer Botschafter trifft ein und sucht die CIA-Abteilung, eine Parallelwelt innerhalb der Botschaft, zu unterwerfen. Entsandt hat ihn »die neue Administration«. Irgendetwas geht zwischen »Washington« und »Langley«, den beiden bürokratischen Oberzentren, vor sich. »Washington« denkt offenbar anders über die PfD als die Profis in Berlin.
Humanität verschwindet
26. März 2018
Tagebuch-Aufzeichnungen von 1939 bis 1945
1970 verstarb ein Mann, der als Justizinspektor in der oberhessischen Kleinstadt Laubach 1939 bis 1945 Tagebuch führte. Der Sozialdemokrat Friedrich Kellner macht in seinen Aufzeichnungen deutlich, wieviel ein durchschnittlicher Deutscher während des Krieges darüber wissen konnte, was geschah. Seinem Enkel Robert Martin Scott Kellner ist es zu verdanken, dass diese Aufzeichnungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Darüber hinaus befragte er selbst Ende der 60er Jahre in Kenntnis der Tagebücher Zeitzeugen in Hessen. Es gelang ihm nach Jahren, die verschollen geglaubten ersten Aufzeichnungen zu erhalten, die ein Freund seines Großvaters aufbewahrt hatte.
Dieser verließ 1934 Mainz, wo er sich als Justiz-inspektor nicht mehr sicher glaubte, und ließ sich in die tiefste Provinz versetzen. Zehn Tagebücher enthalten Hunderte Berichte, Schlagzeilen, Fotos, Karikaturen, Ausschnitte von Tages- oder Wochenzeitungen, die er sorgfältig ausschnitt, einklebte und kommentierte. Phrasen und dreisten Lügen faschistischer Amtsträger begegnete er mit klassischen Zitaten. Mehr noch, er deckte Widersprüche in den Aussagen über einen größeren Zeitraum auf. Als im August 1942 von Judendeportationen die Rede war, fragte er sich nach dem Wohin. Er zeichnete auf, was Soldaten auf Heimaturlaub über Mordgräuel im Osten berichteten. Bis zuletzt hoffte er auf Einsicht der Generäle, dass die Lage aussichtslos war. Den Abschluss der Aufzeichnungen bildet der Bericht eines KZ-Überlebenden.
Ein Jahrhundertschicksal
26. März 2018
Ivan Moscovich zu Gast in Hannover
Geboren 1926 in der seit 1918 jugoslawischen Vojvodina in einem bürgerlichen jüdischen Elternhaus, aufgewachsen in der multikulturellen Hauptstadt Novi Sad, erlebte er eine friedliche und glückliche Kindheit und frühe Jugend. Angeregt durch seinen Cousin, den später weltberühmten Mathematiker Paul Erdös, fand er früh seine Liebe zur Mathematik.
Der zunehmende Einfluss des faschistischen Deutschlands und des faschistischen Ungarns verschärfte die nationalistische und antisemitische Hetze auch in Novi Sad. 1941, nach dem Überfall auf Jugoslawien und der ungarische Besetzung, gipfelte sie im Januar 1942, nach der »Razzia«, in den unsäglichen Massenmorden vor allem an Juden und Serben. Sein Vater und zahlreiche Freunde wurden dabei ermordet, er überlebte mit nur wenigen Anderen. Die scheinbare Normalität der folgenden Zeit endete mit der deutschen Besetzung Ungarns und der darauffolgenden Deportation der Juden nach Auschwitz.
Unser Titelbild
8. Februar 2018

Unser Titelbild: Schon im März 1933 richteten SA-Angehörige in einer ehemaligen Brauerei in Oranienburg das erste »wilde« Konzentrationslager in Preußen ein. Das Foto zeigt die Häftlinge Kurt Magnus, Hans Flesch, Heinrich Giesecke, Alfred Braun, Friedrich Ebert jun. und Ernst Heilmann (v.r.n.l.) am 1. August 1933.
Editorial
8. Februar 2018
Im Februar oder März könnten im NSU-Prozess in München die Urteile fallen. Fast fünf Jahre hat der längste Strafprozess in der Geschichte der Bundesrepublik dann gedauert, verhandelt wurde über zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle der neonazistischen Terrorgruppe. Aber hat der Prozess das Versprechen von Bundeskanzlerin Merkel aus dem Jahr 2012 eingelöst, dass alles unternommen werde, um die Taten aufzuklären?
Mehmet Daimagüler, Rechtsanwalt und Nebenkläger im Verfahren, verneint das entschieden. Auszüge aus seinem Plädoyer, in dem er auf die gesellschaftlichen und politischen Hintergründe der NSU-Verbrechen einging, veröffentlichen wir im Spezial dieser Ausgabe (Seite 13 – 16).
Wut über die Verbrechen des NSU war für den Hamburger Regisseur Fatih Akin der Auslöser, seinen Film »Aus dem Nichts« zu drehen. Unser Autor Markus Roth geht in seiner Besprechung der Frage nach, ob dieses Rachedrama zur Erklärung des NSU-Komplexes beitragen kann. (Seite 30). »Die Wesensverwandtschaft innerhalb des rechten Spektrums tritt bei erhöhter politischer Labilität und schwindenden Handlungsspielräumen offener und aggressiver hervor – in Programmatik, Taktik, Personalien und politischem Jargon.«, konstatiert Ludwig Elm, der in seinem Beitrag die Bedingungen der Machtübertragung an die Nazis vor 85 Jahren mit heutigen Entwicklungen vergleicht (Seite 6). Elm geht davon aus, dass langwierige Krisenprozesse und soziale Spannungen antidemokratische, antisozialistische und völkisch-rassistische Bestrebungen zur militanten Verteidigung der bürgerlichen Gesellschaft mobilisieren, die sich dann als rettende Alternativen darstellen und kommt zu dem Schluss: »Verschärfte Attacken gegen die kämpferische Linke sind damals wie heute unverkennbares Merkmal und Bedingung rechtsgerichteter Sammlungen und Strategien. Sie sind als Herausforderungen anzunehmen und offensiv zu erwidern.«
Für diesen Kampf wünscht die Redaktion der antifa allen Leserinnen und Lesern auch im Jahr 2018 Gesundheit, Freude und Erfolg.
Regina Girod
Rassisten vergiften das Klima
8. Februar 2018
Rede von Marianne Wilke am 6. Dezember auf der Kundgebung in Hannover
Liebe Freundinnen und Freunde, ich komme aus Schleswig- Holstein, wo ich seit etlichen Jahren als so genannte Halbjüdin nach Lesart der Nazi- Rasseideologen aus meiner Kindheit und Jugend unter dem Hitlerfaschismus erzähle. Ich bin 88 Jahre alt, in einem Alter also, wo sich viele Menschen ins heimische Wohnzimmer zurückziehen, und nicht auf Demos und Kundgebungen gehen.
Aber kann man das, liebe antifaschistischen Freundinnen und Freunde, wenn in diesem Land, in dem Millionen von Juden, Sinti- und Roma- Familien, Kommunisten, Sozialdemokraten und bürgerliche Pazifisten wegen ihrer Abstammung und politischen Gesinnung ermordet wurden, wenn heute Träger faschistischer Ideologien, Rassisten und Faschisten erneut das innenpolitische Klima vergiften – mit großzügiger Genehmigung von Regierungen und deren Vollzugsorgane?
Ich habe an einer Versammlung der Afd teilgenommen, auf der Doris von Sayn-Wittgenstein, Landesvorsitzende der Afd und Mitglied im schleswig-hosteinischem Landtag vor einer »Rassenmischung« gewarnt hat. Liebe Freunde, meinen Eltern hat man damals »Rassenschande« vorgeworfen. Dahin ist es doch nur ein kleiner Schritt! Rassisten vergiften das Klima weiterlesen »
»Arbeitsfront« verhindern
8. Februar 2018
AfD und Neonazis wollen bei Betriebsratswahlen punkten
Gar so wenige Gewerkschaftsmitglieder waren es nicht, die ihre Stimme der AfD gegeben haben, wollen wir den Wahl-Statistiken glauben. Sowohl was den DGB und seine Einzelgewerkschaften betrifft, als auch jene, die einst von »gestandenen« DGB-Mitgliedern unisono als »gelbe Gewerkschaften« bezeichnet wurden. Es mag jetzt bei der Analyse der Stimmen in solchen Umfeldern nach wie vor Unstimmigkeiten geben, eines aber sollte schon klar sein: Auch traditionelle, alles andere als »gelbe« gewerkschaftliche Strukturen sind dagegen nicht gefeit. Rechtspopulistische Demagogie hat auch da funktioniert, wo man es bisher nicht vermutet hätte.
Der DGB und die meisten seiner Einzelgewerkschaften haben bislang darauf, meiner Meinung nach, sehr souverän und meist geschlossen reagiert: Mit Aufklärungs-Aktionen über das, was AfD & Co. tatsächlich anzubieten haben. Über deren Unternehmerfreundlichkeit und die entsprechenden Verbindungen. Das hat Folgen gehabt. Unter anderem einen »Umbau« allzu arbeitgeberfreundlicher Passagen in AfD-Programmen. Und Konzessionen an die eine oder andere gewerkschaftliche Position. Da, wo es niemand wehtut…
(Nicht historisch) neu ist jetzt die Idee, auf »betrieblicher Ebene« das eine oder andere reißen zu können. Ausgehend von einer Ecke des Daimler-Benz-Konzerns und gemeinsam mit dem extrem rechten Szenenmagazin »compact« werden Ideen für »patriotische Betriebsräte« entwickelt. Aktivisten gibt es. Flankierend findet in rechten Spektren eine Öffentlichkeitsarbeit statt, die eine neue »Deutsche Arbeitsfront« propagiert.
Unverzichtbar dagegen sind Aufklärung und Widerstand vor Ort. In Betrieben und Gewerkschaften. Hilfe dabei auch von außen ist immer nützlich und willkommen.



























