»Leuchtende Vorbilder«?

geschrieben von Bernd Graupner, Pritzwalk

30. Juli 2018

Zum Beitrag von Jakob Knab in der Mai/Juni-Ausgabe

Im Rahmen meiner Recherchen zum Thema »Nazis als Vorbilder?« habe ich den Beitrag mit großer Aufmerksamkeit gelesen. Der Autor bringt darin Vorschläge zur Umbenennung von Kasernen. Seine Anregungen kann ich voll unterstützen. Frau v. d. Leyen hat zwar eine ähnliche Initiative in diese Richtung gestartet, doch scheint sie mir nur halbherzig und nicht ganz ohne Fragen zu bleiben. In Hannover gibt es z.B. jetzt ein in »Hauptfeldwebel-Langenstein-Kaserne« umbenanntes Objekt. Dieser Dienstgrad hat aber eine Tradition u.a. in der Waffen-SS. Besonders sensibel ist das nicht gerade. »Tobias-Langenstein-Kaserne« wäre sicher besser gewesen. Ich hoffe, Sie setzen Ihre Bemühungen zur Kritik an solchen staatlichen Hofierungen von Nazigrößen fort.

Provinzträume

geschrieben von Michael Skoruppa, Hinte

30. Juli 2018

Verharmlosung als Form von Geschichtsrevisionismus

Nachdem wir nun gelernt haben, dass das 1000jährige Reich nur ein »Vogelschiss in der 1000jährigen deutschen Geschichte« war, sollten wir unser Augenmerk vielleicht auch auf andere Versuche der Verharmlosung richten. Zur 100-Jahr-Feier der Schlacht vor Verdun konnten wir schon einige Absetzbewegungen von der deutschen Schuld sehen, Versuche, die Schuld gleichmäßig auf alle Seiten zu verteilen, im Sinne der »Schlafwandler«-Theorie.

In Emden ist man da schon einen Schritt weiter und feiert zum 100jährigen Gedächtnis des Ersten Weltkriegs ein kaiserliches Kriegsschiff. Rat und Verwaltung sind bei jedem Marineevent dabei und fordern lautstark, endlich ihr Kriegsschiff »Emden« wieder zu bekommen.

Bei allen Auseinandersetzungen um die deutsche Vergangenheit wird leider meist die prägende Rolle der Provinz vergessen.

 

Missbrauchtes Gedenken

geschrieben von Gerald Netzl

27. Juli 2018

Skandalöses Treffen von Rechtsextremen in Kärnten

Mehrere tausend Teilnehmer treffen sich jedes Jahr in Kärnten zu einer Gedenkveranstaltung am Loibacher Feld/Libuško polje in Bleiburg/Pliberk In diesem Jahr fand die Veranstaltung am 12. Mai statt. Offiziell handelt es sich hierbei um ein katholisches Totengedenken, dass sich aber inzwischen zum größten Faschistentreffen in Europa entwickelt hat. Gedacht wird von vielen Teilnehmern der faschistischen kroatischen Ustaša, der Domobrani, der Wehrmacht und der Waffen-SS. Missbrauchtes Gedenken weiterlesen »

Staatlich legitimierter Hass

geschrieben von Ulrich Schneider

27. Juli 2018

Zur Etablierung einer extrem rechten Regierung in Italien

Nachdem in Italien schon länger eine Stärkung offen faschistischer und rechtspopulistischer Parteien und Kräfte zu verzeichnen war, zeigte sich diese politische Stimmung auch bei den jüngsten Parlamentswahlen. Im Ergebnis erlebte man eine Renaissance von Berlusconis Forza Italia, eine erfolgreiche Südausdehnung der vormaligen Lega Nord und einen Aufschwung der rechtspopulistisch agierenden »Fünf Sterne-Bewegung«. Staatlich legitimierter Hass weiterlesen »

Mit den Augen des Panzersoldaten

geschrieben von М.А. Моissejew

27. Juli 2018

Zum 75. Jahrestag der Schlacht am Kursker Bogen

Dieser Tage begehen wir den 75. Jahrestag der Schlacht vor Kursk. Die Schlacht dauerte vom 5. Juli bis 23. August 1943 und zeichnete sich durch einen außerordentlich intensiven und erbitterten Kampf aus.

Der Kampf um Kursk, die Panzerschlacht bei Prochorowka, zieht bis heute Forscher unterschiedlichster Richtungen in ihren Bann, Militärtheoretiker und Praktiker, Psychologen, Ideologen und viele andere. Die 75 Jahre seit der Schlacht sind m.E. eine ausreichende Zeit, um nochmals die Größe und Tragik der Heldentat der Rotarmisten zu durchdenken. Das Sieb der Geschichte belässt nur die großen, historisch bedeutsamen Ereignisse in der Erinnerung, alles andere verschwindet in den Tiefen der Geschichte. Mit den Augen des Panzersoldaten weiterlesen »

Früher Widerstand

geschrieben von Günter Wehner

24. Juli 2018

Junge Sozialdemokraten bildeten den »Roten Stoßtrupp«

Der »Rote Stoßtrupp« war eine der ersten illegalen Widerstandsgruppen gegen das NS-Regime. Bereits 1932 wurde die Gruppe von Rudolf Küstermeier initiiert. Zu ihr gehörten ca. hundert vorwiegend sozialdemokratische junge Arbeiter, Angestellte und Studenten, die unmittelbar nach Errichtung der faschistischen Diktatur in Deutschland aktiv wurden. Mit ihrer illegalen Zeitung »Roter Stoßtrupp« betrieben sie wirkungsvolle Aufklärungsarbeit in Berlin, die sie landesweit ausdehnten. Der Autor schätzt ein, dass ca. 7500 Leser die illegale Zeitung lasen und auch weitergaben. Früher Widerstand weiterlesen »

Ein unbesungener Held

geschrieben von Anne Allex

24. Juli 2018

Das letzte Buch der Vera Friedländer

Vera Friedländer setzt mit ihrem Buch dem unbekannten Krefelder Alfred Wohlgemuth ein Denkmal. Er half jüdischen Menschen, und wurde deswegen selbst Opfer des Nazi-Terrors.

Seine Frau, Maria Wohlgemuth, hat später mit Historikern über ihre Geschichte gesprochen, doch die glaubten ihr nicht. Einer stieß dann im Buch Vera Friedländers auf den Namen Tawrigowski. Die Tawrigowski genannten Friedländers waren Veras Familie. Frau Wohlgemuths Erzählung war also wahr. Ein unbesungener Held weiterlesen »

Ein langer Weg zur Gerechtigkeit

geschrieben von Günter Wehner

21. Juli 2018

Siegfried Grundmann hat sich der Mühe unterzogen, den langwierigen Prozess der Entschädigung bzw. Rückgabe des vom NS-Regime konfiszierten Eigentums von Albert Einstein und seiner Familie detailliert nachzuvollziehen. Das gesamte Eigentum der Familie war von den Nazis geraubt worden. Ein langer Weg zur Gerechtigkeit weiterlesen »

Zwischen den Fronten

geschrieben von Fabian Lehr

21. Juli 2018

Das dramatische Leben des Marxisten Roman Rosdolsky

Roman Rosdolsky (1898 – 1967) ist heute eine außerhalb marxistischer Kreise weitgehend vergessene Figur und selbst in innermarxistischen Debatten ein eher vernachlässigter Name. Dabei gehörte Rosdolsky als Marx-Forscher und Historiker zweifellos zu den interessantesten, intellektuell fruchtbarsten marxistischen Autoren des 20. Jahrhunderts.

Seine Dissertation »Das Problem der geschichtslosen Völker bei Karl Marx und Friedrich Engels« wurde von Ernest Mandel als »erstes Beispiel einer gelungenen marxistischen Kritik an Marx selbst« gelobt. Und die posthum erschienene »Entstehungsgeschichte des Marxschen `Kapital` schließlich gibt bis heute vielfältige Impulse für ein tieferes Verständnis der Entwicklung von Marxens ökonomischer Lehre. Zwischen den Fronten weiterlesen »

Kunst in Buchenwald (Teil II)

geschrieben von Ulrich Schneider

21. Juli 2018

Überlebensmittel und Widerstand zugleich

Zu den beeindruckenden Zeugnissen des Überlebenswillens von Häftlingen gehören die zahlreichen künstlerischen Werke, die aus Buchenwald überliefert sind. Dazu gehören selbstgefertigte Schachfiguren, die es ermöglichten, sich in der kargen Freizeit intellektuellen Herausforderungen zu stellen. Die einfachsten Figuren waren aus Brotteig geformt, aufwändigere waren geschnitzt und teilweise sogar mit sehr kreativen Verzierungen versehen, wie die lebendig gestalteten Schachfiguren aus dem Sammlung von Hubert Niedziella. Kunst in Buchenwald (Teil II) weiterlesen »

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