Menschenfeindlich

9. Juli 2018

Achtzehn Sozialverbände protestierten scharf gegen die in einer Anfrage der AfD enthaltene Verbindung von Behinderungen mit Inzest und Migration. Die dabei zum Ausdruck kommende Unterstellung von Zusammenhängen erinnere an die Nazi-Ideologie vom »unwerten Leben«, heißt es in der Erklärung der Sozialverbände, die als Anzeige in einer Sonntagszeitung veröffentlicht wurde. Und weiter: »Wir rufen die Bevölkerung auf, wachsam zu sein und sich entschlossen gegen diese unerträgliche Menschen- und Lebensfeindlichkeit zu stellen.«

Klarstellung

9. Juli 2018

Mit einer »Antwort für Demokratie und Menschenrechte« reagierte der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) auf die sogenannte »Erklärung 2018« rechtskonservativer Autoren (Henryk M. Broder, Thilo Sarrazin u.a.m.), die sich gegen eine angeblich drohende »illegale Masseneinwanderung« wenden. Mit seiner »Antwort« will der Schriftsteller/innen-Verband dem Eindruck entgegenwirken, es seien »die« Schriftsteller, die gegen Flüchtlinge und Asylsuchende auftreten. In der Verbands-Erklärung heißt es vielmehr: »Wir solidarisieren uns mit allen Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Armut in unserem Land Zuflucht suchen, und wenden uns gegen jede Ausgrenzung«.

Nein zur AfD

9. Juli 2018

Mehr als hundert Personen aus nahezu allen Teilen der Gesellschaft haben in Hessen einen Aufruf »Für einen Landtag ohne AfD« unterzeichnet. Anlass ist die am 28.Oktober stattfindende Landtagswahl. In dem Aufruf heißt es: »In der AfD gewinnt ein wachsender faschistischer Flügel immer mehr Einfluss… Wir sagen: Eine Partei, die Neofaschisten und Antisemiten in ihren Reihen duldet und deren Rassismus die Gesellschaft spaltet, hat im Hessischen Landtag nichts zu suchen.« Zu den Erstunterzeichnern gehören Gewerkschaftsvorsitzende, Wissenschaftler, Publizisten und Vertreter von Parteien und Verbänden. Der Aufruf soll der Startschuss zu einer Kampagne sein, die sich umfassend mit der AfD auseinandersetzt. (Näheres unter www.keine-afd-im-landtag.de)

Neonazis in Uniform

6. Juli 2018

Nach Auskunft der Bundesregierung ermittelt der Militärische Abschirmdienst (MAD) gegenwärtig in 431 Fällen, in denen Soldaten und Offiziere der Bundeswehr im Verdacht stehen, rassistisches und neonazistisches Gedankengut zu vertreten und zu verbreiten. Das geht aus der Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken hervor. 289 Fälle stammen aus dem Jahr 2017, die anderen bislang unerledigten aus den Jahren davor. 23 Ermittlungsverfahren sind seit Anfang dieses Jahres hinzugekommen.

Reichsbürger-Gewalt

6. Juli 2018

Gestiegen ist die Zahl der Straftaten sogenannter Reichsbürger. Bundeskriminalamt und Verfassungsschutzämter haben von 2015 bis Mitte 2017 mehr als 10.500 Taten von Reichsbürgern gezählt. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres wurden 59 Gewaltdelikte sowie 139 Nötigungen und Bedrohungen registriert. Die Vorfälle würden belegen, dass unter Reichsbürgern eine nicht zu unterschätzende Gewaltbereitschaft und Waffenaffinität herrsche, erklärte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Sonderermittlung

6. Juli 2018

Im Fall des noch immer nicht aufgeklärten gewaltsamen Todes des Asylbewerbers Oury Jalloh im Januar 2005 in einer Zelle eines Dessauer Polizeireviers wurden nach jahrelangen Verzögerungen und Verschleppungen, und nach Protesten einer Initiative zur Aufklärung nunmehr vom Landtag zwei Sonder-ermittler eingesetzt, die den Fall aufarbeiten sollen. Trotz mehrfacher gegenteiliger Hinweise wurde bislang immer wieder behauptet, der Getötete habe sich selbst in Brand gesetzt, obwohl er an Händen und Füßen gefesselt war. In dem betreffenden Polizeirevier war es vorher bereits zu zwei Todesfällen gekommen. Die Sonderermittler sind der frühere Bundesverfassungsrichter Herbert Landau und der ehemalige Grünen-Politiker Jerzy Montag.

Hakenkreuz-Glocken

3. Juli 2018

Nachdem im vergangenen Jahr bekannt geworden war, dass im rheinland-pfälzischen Herxheim in der Kirche eine Glocke mit der Inschrift »Alles fürs Vaterland – Adolf Hitler« hängt und nach einem entsprechenden Gemeinderatsbeschluss als »Erinnerung« an »Gewalt und Unrecht« auch hängen bleiben soll, ergaben Nachforschungen, dass (wie der Evangelische Pressedienst epd mitteilte) noch »in etwa zwei Dutzend deutschen Kirchen« Glocken hängen, auf denen Hakenkreuze, Hitler-Widmungen oder andere Hinweise auf Denkwürdiges aus der Nazizeit sich befinden. Im niedersächsischen Weserdorf Schweringen griffen Unbekannte zum Winkelschleifer und entfernten kurzerhand das Hakenkreuz und einen Teil des Textes von der dortigen Glocke.

Unter Pauschalverdacht

geschrieben von Andrea Wierich, Pressesprecherin Amaro Foro e.V.

3. Juli 2018

Antiziganismus gehört zum Alltag in Berlin

Wenn ich diese Zigeunerkinder in meiner Klasse habe, muss ich immer lüften, weil sie so stinken.« Das sagte eine Berliner Lehrerin zu einer Kollegin. Eine als Romni wahrgenommene Frau musste zur Gewährung von Unterhaltsvorschuss eine eidesstattliche Erklärung unterschreiben, dass sie weitere Schwangerschaften durch »geeignete Verhütungsmittel« verhindern werde. Einem Rom, der im Görlitzer Park aufsuchende Arbeit für einen sozialen Träger leistete, wurde von der Polizei sein Diensthandy abgenommen mit der Begründung, dass es gestohlen sei. Unter Pauschalverdacht weiterlesen »

Autoritäre Krisenbewältigung

geschrieben von Markus Roth

3. Juli 2018

Was der autoritäre Populismus mit Neoliberalismus zu tun hat

»Reale Probleme«, seien es, welche die AfD anspricht. So kriegen wir es in Diskussionen um die Strategie gegen die AfD immer wieder zu hören. Dass die Antworten der AfD auf diese »nun mal vorhandenen« gesellschaftlichen Probleme nationalistisch, rassistisch, sexistisch, exklusiv usw. sind, wird als das eigentliche Problem angesehen. Doch inwieweit gehen wir der AfD damit schon auf den Leim, wenn wir ihre Problemdarstellungen und Themensetzungen aufgreifen und versuchen dafür progressive Lösungen anzubieten? Denn für manche »Probleme« gibt es schlicht keine akzeptablen Lösungen, weil sich die Probleme selbst auf eine Gegenwart beziehen, die wir eher überwinden als zementieren wollen. Autoritäre Krisenbewältigung weiterlesen »

Alarmierende Entwicklungen

geschrieben von Dietrich Lohse

30. Juni 2018

Warum beschäftigt sich ver.di mit Neonazis und Rechtspopulisten?

Die Gewerkschaft ver.di hat wie alle anderen Gewerkschaften den ihr von unseren als Widerstandskämpfern gegen den NS-Faschismus verfolgten und ermordeten Kolleginnen erteilten Auftrag ernst zu nehmen, zur Schaffung einer Welt des Friedens und der Freiheit beizutragen, wozu »die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln« als Voraussetzung zu begreifen ist. Das Wurzelwerk ist verankert im kapitalistischen Wirtschaftssystem und durchaus noch vorhanden. Es bringt zurzeit neue Triebe hervor: Mit dem Aufkommen von »Pegida« und dem Aufstieg der AfD besteht die Gefahr einer neuen profaschistischen Massenbewegung. Eine Bedrohung für diese Republik insgesamt und insbesondere für die abhängig Beschäftigten. Ihr muss ver.di wie der gesamte DGB in allen Betrieben und Dienststellen und darüber hinaus in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung auf allen Feldern und mit allen Mitteln, d. h. ohne irgendein den Gewerkschaften zur Verfügung stehendes Mittel grundsätzlich auszuschließen, entgegentreten. Alarmierende Entwicklungen weiterlesen »

Ältere Nachrichten · Neuere Nachrichten