Anfrage zu Antifaschismus

geschrieben von Christian Rethlaw

8. Februar 2018

Die fortgesetzten Angriffe des Inlandgeheimdienstes »Verfassungsschutz« gegenüber antifaschistischen Aktivitäten und Gruppierungen – insbesondere auch gegenüber der VVN-BdA – haben die Bundestagsfraktion der Linken veranlasst, eine entsprechende »Kleine Anfrage« an die Bundesregierung zu richten.

Eingangs reflektiert die Linksfraktion den Anlass ihrer Anfrage, dass nämlich von den Verfassungsschutzämtern behauptet wird, Antifaschismus und Antikapitalismus seien per se »nicht mit der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung (FDGO) vereinbar« und »wirkliches Ziel« auch antifaschistischer Aktivitäten sei »die Abschaffung der parlamentarischen Demokratie«. Die Fraktion weist darauf hin, dass mit der Gleichsetzung der parlamentarischen Demokratie und des bürgerlich-demokratischen Staates mit Kapitalismus ein wesentlicher Verfassungsgrundsatz verfälscht wird. Dem Grundgesetz entspricht die Gleichsetzung nicht. Anfrage zu Antifaschismus weiterlesen »

Deutliche Worte aus Frankfurt

geschrieben von Peter C. Walther

8. Februar 2018

Einer der größten Sportvereine zieht klare Grenzen zur AfD

Entgegen den Beteuerungen aus der CDU, mit der AfD werde es keine Gemeinsamkeiten geben, kam es schon im abgelaufenen Jahr zu gemeinschaftlichen Handlungen auch auf höherer Ebene. Zum Beispiel stimmte im Brandenburger Landtag die CDU-Fraktion geschlossen einem Antrag der AfD zum Landesentwicklungsplan zu. Geraume Zeit zuvor hatte die CDU bereits im Landtag von Sachsen-Anhalt einem Antrag der AfD zugestimmt, der die Schaffung einer Enquetekommission zum »Linksextremismus« forderte. Wegen der fehlenden Mehrheit im Landtag langte es allerdings nicht zum erwünschten Beschluss.

In deutlichem Gegensatz zu solchen Verbrüderungen zieht die Führung eines großen deutschen Sportvereins eine klare Grenze zur AfD. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärte Peter Fischer, Präsident der Frankfurter Eintracht, dass Mitglieder und Wähler der AfD in seinem Verein unerwünscht sind. Deutliche Worte aus Frankfurt weiterlesen »

Republikanischer Niedergang

geschrieben von Ludwig Elm

8. Februar 2018

1933 und 2018: Wenn sich die deutsche Rechte neu gruppiert

Die Ernennung Hitlers zum Kanzler des Deutschen Reiches am 30. Januar 1933 war der entscheidende Schritt zur Errichtung eines zuvor unvorstellbaren Verbrecherstaates und auf dem Weg in den Zweiten Weltkrieg. Europaweit waren bereits bürgerlich-parlamentarische Herrschaftsformen abgelöst oder wurden auf dem Weg zu autoritären und diktatorischen Regimes ausgehöhlt und liquidiert. Der Rückblick nach 85 Jahren erfolgt aus einem Europa, in dem wiederum alarmierende Rechtstendenzen in zahlreichen Staaten zunehmen und das sich in einem seit Jahren krisen- und kriegsgeschüttelten globalen Umfeld mit katastrophalen Lebensbedingungen für Hunderte Millionen Menschen befindet. Führende Kräfte der NATO – an der Spitze die USA als imperiale Führungsmacht mit totalitären Zügen – und der EU intensivieren die Militarisierung der Politik mit einer Massenbeeinflussung, die Rechtsentwicklungen weiteren Auftrieb gibt. Republikanischer Niedergang weiterlesen »

Wir lassen uns nicht einschüchtern

8. Februar 2018

antifa-Gespräch mit Nadine Saeed von der Initiative Oury Jalloh

antifa: Was geschah am 7. Januar 2005 mit Oury Jalloh?

Nadine Saeed: Oury Jalloh wurde am Morgen des 7.1.2005 rechtswidrig im Dessauer Stadtgebiet festgenommen. Er hatte mehrere Frauen von der Stadtreinigung nach einem Telefon gefragt. Diese haben dann die Polizei gerufen und mitgeteilt, dass sie von einem Ausländer belästigt werden. Als die Polizisten eintrafen, befand Oury sich bereits abseits, trotzdem wurde er gewaltsam in das Polizeiauto verbracht und ins Polizeirevier in die Wolfgangstraße gebracht. Die beiden Polizeibeamten behaupteten, dass er mit seinem Kopf immer wieder selbständig gegen Tisch und Wand geschlagen wäre. Deshalb fixierten sie ihn in der Zelle 5 an Händen und Füßen auf eine schwer entflammbare Matratze. Nur wenige Stunden später verbrannte er bis zur Unkenntlichkeit. Wir lassen uns nicht einschüchtern weiterlesen »

»Betrachten Sie sich als ausgeladen!«

geschrieben von Uwe Hiksch

8. Februar 2018

Neurechten Bündnisstrategien offensiv entgegentreten

Seitdem ein Teil der Neuen Rechten die Friedensbewegung als Aktionsfeld entdeckt hat, gibt es innerhalb fast aller Organisationen der Friedensbewegung einen intensiven Diskussionsprozess über die Frage, inwieweit eine soziale Bewegung auch mit Aktiven aus dem Umfeld der Neuen Rechten zusammenarbeiten solle. Dabei geht es um strategische Einschätzungen, ob die Friedensbewegung mit allen Kräften, die sich gegen den Krieg aussprechen, zusammenarbeiten müsse, um politisch stärker zu werden und ihre Forderungen besser umsetzen zu können. »Betrachten Sie sich als ausgeladen!« weiterlesen »

Atomkriegsfurcht

8. Februar 2018

Nahezu jeder dritte Deutsche befürchtet einen Atomkrieg. Das geht aus einer YouGov-Umfrage für die Deutsche Presse-Agentur vom November 2017 hervor. Die Mehrheit der Befragten fordere von der Bundesregierung die Unterzeichnung des UN-Vertrags zum Verbot von Atomwaffen. Die Beteiligung Deutschlands an der nuklearen Streitmacht der Nato werde von einer deutlichen Mehrheit abgelehnt.

Mehr als vier pro Tag

8. Februar 2018

Trotz des Rückgangs der Zahl der Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte und auf Geflüchtete im Vergleich zum Vorjahr fanden 2017 im Durchschnitt pro Tag immer noch über vier solcher Straftaten statt. Eine zum Jahresende 2017 veröffentlichte Dokumentation von Pro Asyl und der Amadeu-Antonio-Stiftung listet für 2017 bundesweit 1.713 Straftaten gegen Geflüchtete und ihre Unterkünfte auf. Besonders erschreckend sei in vielen Fällen die Brutalität. 326 tätliche Angriffe erfolgten mit Messern, Schlag-oder Schusswaffen oder mit Faustschlägen. Hinzu kommen 23 Brandanschläge.

Flucht-Tote

8. Februar 2018

Mindestens 5.362 Menschen sind 2017 auf der Flucht ums Leben gekommen; die meisten, mindestens 3.116, starben auf den Routen übers Mittelmeer. Die Zahlen veröffentlichte die Internationale Organisation für Migration (IOM).

Antisemitismus

8. Februar 2018

Gestiegen ist laut einem vom Evangelischen Pressedienst veröffentlichten Bericht im vergangenen Jahr die Zahl antisemitischer Vorfälle. Allein im ersten Halbjahr 2017 wurden 681 antisemitische Aktivitäten registriert; davon waren über 90 Prozent rechtsextrem motiviert. Hinzu komme eine hohe Dunkelziffer, erklärte Uffa Jensen vom Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin.

AfD-Volksverhetzung

8. Februar 2018

Führende Personen der AfD verbreiteten zu Jahresbeginn völkerverhetzende Texte. Beatrix von Storch schrieb auf Twitter, die Polizei versuche »die barbarischen, muslimischen, gruppenvergewaltigenden Männerhorden zu besänftigen«. Die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, erklärte, das Jahr 2018 beginne mit »der Unterwerfung unserer Behörden vor den importierten, marodierenden, grapschenden, prügelnden, Messer stechenden Migrantenmobs«.

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