Ein Gespräch über die Lage für Geflüchtete auf Lesbos
antifa: Ihr beobachtet seit Wochen die Situation von Geflüchteten in Griechenland, insbesondere im Flüchtlingscamp Moria auf der Insel Lesbos. Wie stellt sich die Lage derzeit, Mitte April, aus Eurer Sicht dar?
Toni: Die Situation ist menschenunwürdig und eine Schande, wenn man sieht, was Geflüchtete in Moria erdulden müssen. Moria war einmal für 3.000 Leute geplant. Es handelt sich um eine alte Militäreinrichtung, in der derzeit rund 24.000 Menschen leben. Davon sind die wenigsten in Containern untergebracht. Überall gibt es selbstgebauten Hütten aus Planen und Paletten. Die Infrastruktur ist völlig überlastet. Über 5.000 Menschen sind komplett ohne Zugang zu Wasser, Strom und sanitären Einrichtungen. Alles ist eng, die Hygiene ist miserabel.
antifa: Was hat die Verschärfung der Corona-Pandemie für Auswirkungen?
Toni: Bei den Geflüchteten ist eine große Angst entstanden. Es gibt keine Chance, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Alles was bisher passiert ist, sind eher Verzweiflungsakte. So hat sich ein »Moria-Corona-Awarenessteam« von Geflüchteten gebildet, die sich um Aufklärungsarbeit bemühen. In einem Teil des Camps wurde selbstverwaltet eine Art Krankenhaus aus Zelten gebaut. Wenn Coronafälle auftreten, soll dort notdürftig eine Isolierstation entstehen. Die Situation ist eine Schande weiterlesen »



























