Babsi Tollwut über ihre Musik, frei haben vom Patriarchat und ihren Weg in die VVN-BdA
antifa: Wie bist Du zur Musik und Politik gekommen?
Babsi Tollwut: Schon seit ich denken kann, stoßen mir Ungerechtigkeiten übel auf. Aufgewachsen bin ich in einem bayrischen Dorf, die nächstgrößere Stadt ist Coburg. Dort findet alljährlich ein Treffen von rechten, studentischen Verbindungen, der Coburger Convent, statt. Über den Widerstand dagegen bin ich politisiert worden und habe mich dann in Antifagruppen organisiert. Teile meiner Familie kommen aus Bayern, andere aus Berlin. Schnell wurde mir bewusst, dass es in Berlin chilliger ist und dass ich hier nicht so auffalle. Auch weil meine Eltern eher links sind, galten wir in Bayern immer als Freaks. 2009 zog ich nach Berlin.
Schon als fünfjähriges Kind war ich von Rap angetan, habe mir Instrumente spielen beigebracht und singe gern. Relativ früh kam Texte schreiben dazu, etwa mit neun oder zehn. Bühnenauftritte gab es erst viel später. Es fehlte einfach die Vorstellung dazu, obwohl ich in Bayern viel mit Menschen herumgehangen habe, die Mucke gemacht haben. Diese Kreise waren jedoch stark männlich dominiert, die Punkbands beispielsweise. Auch jene, die sich zum Jammen oder Freestylen getroffen haben, waren alles Typen. Da war kein Platz für eine wie mich. Erst als ich in Berlin war, wurde mir durch Konzerte oder Straßenfeste bewusst, dass auch Frauen rappen, und ich dachte: Wow!
antifa: Wie kam es dann zum ersten Auftritt? Solidarität durch Antifaschistin weiterlesen »































