Zwangsarbeit bei Rheinmetall

geschrieben von Rheinmetall entwaffnen Rheinmain

6. Oktober 2020

Eine Gedenkinitiative will aufklären

»Durch ihren gewaltsamen Tod sind sie den Lebenden Mahnung zum Widerstand gegen das Unrecht.« Mit diesem Zitat aus der Inschrift des Verbandes der Sinti und Roma auf dem Mahnmal der Gedenkstätte Bergen-Belsen ist die erste Tafel der Ausstellung »Zwangsarbeit bei Rheinmetall – Der Weg der Erinnerung« überschrieben, die sich mit dem Konzentrationslager Tannenberg, einem Außenlager des KZ Bergen Belsen, auseinandersetzt. Zwangsarbeit bei Rheinmetall weiterlesen »

Nachruf für Heinrich Fink

geschrieben von Gina Pietsch

3. Oktober 2020

31.3.1935 – 1.7.2020

Ich habe seit seinem Tode viele Nachrufe für ihn gelesen, gehöre auch bei nicht wenigen zu den Unterzeichnern. Natürlich hat Daniela Dahn (Ossietzky 14/20) sehr schön geschrieben. Aber der schönste aller Sätze über Heiner stammt von Arnold Schölzel in der Jungen Welt (8.7.20): »Heiner Fink – der freundlichste Mensch unter der Sonne«, schreibt er. Und schöner kann man Heiner nicht beschreiben. Was also setze ich dazu? Ein paar Erinnerungen vielleicht. Nachruf für Heinrich Fink weiterlesen »

Wieder und wider die Unpolitischen

geschrieben von Paul Jattke, Chemnitz

3. Oktober 2020

Zur Ablehnung des Einspruchs der VVN durch das Berliner Finanzamts

 Finanzbeamten haben den Einspruch der VVN-BdA gegen die Aberkennung der Gemeinnützigkeit zurückgewiesen. Warum kommen einem da wieder Dr. Katarina Barley und Christine Lambrecht in den Sinn? Beide haben sich als Justizministerinnen der BRD in Vorworten zur Ausstellung »Die Rosenburg – das Bundesjustizministerium im Schatten der NS-Vergangenheit« erklärt.

Katarina Barley schrieb 2018: »Juristinnen und Juristen müssen heute mehr sein als bloße Techniker des Rechts, die jede beliebige politische Idee in Paragraphen gießen und sie vollstrecken. Es kommt stattdessen darauf an, die Werte unseres Grundgesetzes zu verinnerlichen und zu leben. Das Wissen um die Geschichte macht uns sensibel dafür….« Wieder und wider die Unpolitischen weiterlesen »

Deutsche Behörden sollten klüger sein

geschrieben von pen-deutschland.de

3. Oktober 2020

Solidaritäts-Erklärung des Zusammenschlusses von Poets, Essayists, Novelists

Der deutsche PEN protestiert gegen die Entscheidung eines Berliner Finanzamts, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen, der ältesten und größten antifaschistischen Organisation Deutschlands, die Gemeinnützigkeit zu entziehen. Die VVN-BdA, die 1947 von ehemaligen KZ-Häftlingen gegründet wurde, ist bis heute eine wichtige Kraft nicht nur im Bereich »Erinnerungskultur«, sie ist auch aktiver Part in Bewegungen gegen Rassismus, Fremdenhass und andere Bedrohungen der Demokratie.

Hierzu PEN-Präsidentin Regula Venske: »No Politics in the PEN Club under no circumstances!« So lautete die Devise, als 1921 der internationale PEN-Club in London gegründet wurde. Initiatorin war die englische Erfolgsautorin Amy Dawson-Scott, erster internationaler Präsident wurde John Galsworthy. Zwar wollte man sich für die Freiheit des Wortes, für Frieden und Völkerverständigung einsetzen, aber Literatur sollte doch, bitte schön, über nationale und/oder politische Leidenschaften erhaben sein. Deutsche Behörden sollten klüger sein weiterlesen »

Plötzliches Interesse

geschrieben von Olaf Bernau

30. September 2020


Irrtümer europäischer Migrationspolitik

Spätestens seit der als europäische »Flüchtlingskrise« etikettierten Ankunft von rund drei Millionen Migrant*innen in den Jahren 2014 bis 2016, ist die ökonomische und politische Lage in afrikanischen Ländern unter dem Stichwort der »Fluchtursachen« ins Rampenlicht der Öffentlichkeit getreten. Plötzlich begann Afrika, interessant zu werden. Allein die deutsche Bundesregierung veröffentlichte in kurzer Zeit drei Afrika-Strategien. Fluchtursachenbekämpfung avancierte zu einer Art Mantra des politischen Betriebs. Die Zahl neu ankommender Migrant*innen sollte fortan nicht nur durch restriktive Grenzpolitik, sondern auch durch eine Verbesserung der Lebensbedingungen in den Herkunftsländern reduziert werden. Doch die permanente Verschärfung der EU-Migrationspolitik ist hochgradig fragwürdig, ja menschenverachtend: Zum einen, weil sie die Gewalt auf den Flucht- und Migrationsrouten immer stärker forciert. Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge geht davon aus, dass mittlerweile mindestens genau so viele Migrant*innen in der Wüste wie auf dem Meer ums Leben kommen. Zum anderen, weil das gesamte Vorgehen – inklusive der Bekämpfung von Fluchtursachen – von gravierenden Irrtümern geprägt ist und das mit durchaus fatalen Konsequenzen. Plötzliches Interesse weiterlesen »

Nürnberger Rassengesetze

geschrieben von 
Ulrich Schneider

30. September 2020

Vor 85 Jahren wurde Antisemitismus zum Gesetz

 Unmittelbar mit der Errichtung der faschistischen Herrschaft konnte man im Deutschen Reich antijüdische Ausgrenzungen durch die Boykottaktion am 1. April 1933, das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933, die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 und die Gleichschaltung von Organisationen erleben. Das verstärkte sich mit öffentlichen Verfolgungen bis zum Sommer 1935.

Solche Maßnahmen zielten nicht nur auf die gesellschaftliche Ausgrenzung jüdischer Menschen, sondern auch auf die ideologische Vorbereitung der deutschen »Volksgemeinschaft« zur Regelung der »Rassenfrage«. Die Grundlagen dafür hatte der NSDAP-Reichsparteitag am 15. September 1935 gelegt. Dort wurden die »Nürnberger Rassegesetze« verkündet. Dazu gehörten das »Reichsbürgergesetz« und das »Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre« (Blutschutzgesetz). Nürnberger Rassengesetze weiterlesen »

Vor Auschwitz war Grafeneck

geschrieben von Janka Kluge

30. September 2020


80 Jahre nach Beginn der Aktion T4

Gedenktage kommen im steten Rhythmus. Einer, der nicht so im Fokus der Öffentlichkeit steht, ist der Beginn der Aktion T4, des systematischen Mords an erkrankten Menschen. Über 70.000 Menschen wurden zwischen Januar 1940 und August 1941 in Deutschland vergast. Der Name bezieht sich auf die Zentrale in der Tiergartenstraße 4 in Berlin. Dort wurden die Morde organisiert.

Im Juli 1939 fand ein Treffen von Hitler mit dem Reichsgesundheitsführer Leonardo Conti, dem Chef der Reichskanzlei Hans Heinrich Lammers und Martin Bormann statt. Dabei wurde beschlossen, dass die bereits angelaufene Ermordung 
von kranken Kindern und Jugendlichen auf Erwachsene ausgedehnt werden soll. Im Oktober 1939 unterschrieb Hitler auf privatem Briefpapier den Erlass zum Mord, zurückdatiert auf den 1. September. Seit 1933 war Hitler immer wieder darauf angesprochen worden, wann er endlich Schluss mache, mit dem »unwerten Leben«. Seine Antwort war, dass die Zeit noch nicht reif sei, aber wenn die Menschen durch einen Krieg abgelenkt seien, wäre es soweit. Vor Auschwitz war Grafeneck weiterlesen »

Jugendliche Rundfunkverbrecher

geschrieben von Ulrich Sander

27. September 2020

Weltweit im Äther »gesurft« und Flugblätter hergestellt

Der Jugendwiderstand der Weißen Rose und der Edelweißpiraten gegen das Hitlerregime ist viel in der Literatur behandelt worden. Die Historiker Arno Klönne (1931–2015, Paderborn) und Karl-Heinz Jahnke (1934-2009, Rostock) haben Studien über das Phänomen des Widerstandes von Menschen hinterlassen, die zu Beginn der Naziherrschaft Kinder waren und aus eigenem unabhängigem Erleben zum Widerstand gelangten. Soweit sie überlebten, haben sie zumeist nach 1945 weiter antifaschistisch agiert.

Der Jugendwiderstand war da und zwar vielfältig. Karl Heinz Jahnke, der größte Kenner und Erforscher des Jugendwiderstandes, legte Kurzbiographien von insgesamt 268 Jugendlichen vor – 26 von ihnen waren junge Frauen – die von 1933 bis 1945 von den Nazis als Widerstandskämpferinnen und -kämpfer getötet wurden. Er wies darauf hin, dass allein bei den Studentengruppen der Weißen Rose in der Zeit von der ersten Flugblattverteilung im Juni 1942 bis zur letzten Gerichtsverhandlung gegen Weiße-Rose-Mitglieder im Oktober 1943 
49 ebenfalls sehr junge Widerstandskämpfer verurteilt und hingerichtet wurden. Sie sind weithin unbekannt geblieben. Jugendliche Rundfunkverbrecher weiterlesen »

Geschichte erwandern

geschrieben von Dieter Braeg

27. September 2020

Ein etwas anderer Wanderführer für die Salzburger Region

Im Herbst sollte man darüber nachdenken, ob es sich nicht lohnen würde, etwas mehr über jenen Teil unserer Geschichte zu erfahren, die meistens ein oft unbeachtetes Dasein fristet. Der Widerstand von Frauen und Männern im Nationalsozialismus.

Thomas Neuhold, Mitbegründer des Salzburger Bergfilmfestivals, Mitglied des KZ Verbandes/VdA und Mitglied des Österreichischen Alpenklubs, hat als Alpinjournalist schon einige Tourenbücher verfasst. Zusammen mit Andreas Prader, Historiker, Lehrbeauftragter der Universität Salzburg, ebenfalls Mitglied des KZ-Verbandes/VdA, hat er nun ein ungewöhnliches Wanderbuch für Salzburg herausgegeben. Es beinhaltet vor allem Spaziergänge durch die Stadt und leichte Wanderungen. Insgesamt 35 Vorschläge. Die Wege führen auch ins Hochgebirge. Beispielsweise nach Kaprun mit seinen Kraftwerksbauten, wo Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Selbstverständlich gibt es auch ein Kapitel »Basisausrüstung Wandern«, um entsprechend vorbereitet auf  Tour zu gehen. Geschichte erwandern weiterlesen »

Kulinarischer Antifaschismus

geschrieben von Ulrich Schneider

27. September 2020

»Pastasciutta Antifaschista« im Gedenken an den Widerstand italienischer Partisanen

Wie viel Antifaschismus mit Kultur und alltäglichem Leben zu tun hat, haben die italienischen Antifaschisten der ANPI, der Nationalen Vereinigung der Partisanen, immer wieder unter Beweis gestellt. So gab es in diesem Jahr zum Tag der Befreiung vom Faschismus am 25. April corona-bedingt eine landesweite Aktion. Auf Balkonen, in Gärten und anderen Orten wurde am Nachmittag das Partisanenlied »Bella Ciao« angestimmt und über Facebook und andere elektronische Kanäle weltweit verbreitet. Es war ein eindrucksvolles Zeugnis der Lebendigkeit antifaschistischer Arbeit unter Corona-Einschränkungen. Kulinarischer Antifaschismus weiterlesen »

Ältere Nachrichten · Neuere Nachrichten