Der geschichtspolitische Angriff der AfD. Von Maxi Schneider
Geschichtspolitik ist für die AfD zentrales Politikfeld und Lieblingswaffe im von ihr ausgerufenen Kulturkampf. Ihr Problem ist, dass sie sich angesichts der präzedenzlosen Massenverbrechen des deutschen Faschismus und der breiten Verurteilung in Deutschland nicht rundheraus zum Nationalsozialismus bekennen kann. Der Geschichtsrevisionismus der im Kern faschistischen Partei ist eine Mischung aus kalkulierten Tabubrüchen, Glorifizierung nationaler Ursprungsmythen, Falschbehauptungen, Externalisierung und Verharmlosung bis hin zur offenen NS-Verherrlichung. Damit bewegt sich die Partei vollständig in der Tradition des Neofaschismus.
Lange stand das Kaiserreich, mitsamt seinem Kolonialismus und Rassismus, als scheinbar unverfänglicherer Bezugspunkt im Zentrum der AfD-Geschichtspolitik. Die Partei vermied es, über den deutschen Faschismus zu sprechen. Das bewusste Ignorieren der NS-Geschichte kippt jedoch über den Umweg der Relativierung und eine Täter-Opfer-Umkehr, die die Deutschen zu Opfern erklärt, in zunehmend offene Bekenntnisse zu den faschistischen Vorbildern. Hinzu kommt ein hochgradig instrumentalisierender Umgang mit der DDR-Vergangenheit. Teil davon ist eine geschichtspolitische Aneignung und Umdeutung von Begriffen und Symbolen, bis am Ende nichts mehr so scheint, wie es ist. Zurück ins Reich weiterlesen »





























