Die rechten Mobilisierungen gegen CSDs. Interview mit AK Fe.In
antifa: Zwischen April und Oktober 2024 gab es rund 200 Christopher-Street-Day-Paraden zur öffentlichen Sichtbarmachung queeren Lebens in Deutschland. Bei etwa 30 Prozent der Paraden gab es Störungen durch Gegenkundgebungen und/oder durch Angriffe. Mit Zahlen von bis zu 700 Neonazis in Bautzen waren das die größten Mobilisierungen der Szene der letzten Zeit. Warum gerade jetzt, und lässt sich ein Muster erkennen?
AK Fe.In: Die weit verbreitete Ansicht ist, dass dies vor allem im Osten und in kleineren Städten passiert. Tatsächlich ist es differenzierter. Störungen finden überwiegend in ländlichen Regionen statt, Brandenburg war da beispielsweise ein Hotspot. Organisierte rechte Demonstrationen und Kundgebungen passieren aber vor allem in mittleren Städten, und zwar deutschlandweit. Ja, es gibt eine absolute Häufung in Sachsen, aber auch rechte Demonstrationen in Bayern und ziemlich viele Störungen in Niedersachsen. Es sind fast immer die regionalen Neonazistrukturen, die mobilisieren, und oft eine extrem rechte Kleinstpartei, die den Protest anmeldet. Die Teilnehmenden sind meist sehr junge, männlich dominierte Gruppen, die »sportorientiert« und subkulturell geprägt sind: Active Clubs, Revolte xy, Deutsche Jugend Voran usw. Ihr Ziel ist der territoriale Machtanspruch in einer bestimmten Stadt oder Region – letztlich die nationalbefreite Zone, wie wir sie aus den 90er Jahren auch kennen. Die Prides gelten als Projekte der gesellschaftlichen Linken, der Gleichberechtigung und des »Establishments«. Dabei ist völlig egal, wie bürgerlich nett oder kämpferisch antifaschistisch die Paraden sind. Sie sind Nicht nur ein Hype weiterlesen »


























