Wie informiert man sich am besten über den Ukraine-Krieg?
Es ist keine einfache Aufgabe, sich über das Geschehen in einem Kriegsgebiet zu informieren, nicht einmal für die Kriegsparteien selbst. Das liegt in der Natur der Sache: Den Gegner über eigene Stärken und Schwächen zu täuschen, ohne sich dabei selbst zu täuschen, gehört von alters her zum Wesen des Krieges. Heute jedoch ist der »Informationskrieg« ein Kernelement der Kriegführung und führt zu einer Überfülle an Nachrichten, Bildern und Bewertungen auf Telegram und anderen Social-Media-Kanälen. Im Zuge des Ukraine-Krieges weicht außerdem das Informationsmonopol der kriegführenden Parteien auf. Zivilgesellschaftliche Akteure oder einfach Privatpersonen in aller Welt können heute Aufgaben übernehmen, die einmal Geheimdiensten vorbehalten gewesen sind. Geolokalisierte Handyfotos und frei verfügbare Satellitenaufnahmen dokumentieren das Geschehen in einer nie dagewesenen Detailtreue. Aficionados dokumentieren Seriennummern abgeschossener Flugzeuge, zählen Fahrzeugwracks und wie viele Sowjetpanzer noch in den Depots tief in Russland stehen.
Die Kriegsparteien müssen damit umgehen. Das diktatorisch geführte Russland verhält sich ambivalent. Während jede Kritik am Krieg oder auch nur die Erwähnung des Wortes »Krieg« brutal unterdrückt wird, duldet sie das Engagement ultranationalistischer sogenannter Militärblogger, die das offizielle russische Narrativ unterlaufen (siehe Spalte). Lichte Nebel weiterlesen »





























