»Fehler« monumentalen Ausmaßes: Zum Angriff Russlands auf die Ukraine
An Begründungen für seinen gegen die Ukraine gerichteten Krieg – Verzeihung, der »militärischen Spezial-operation« – mangelt es dem Kreml nicht. Auf der einen Seite wird das Erbe des antifaschistischen Kampfes aufgeboten. Die Ukraine sei ein Nazistaat, der unbedingt und im allgemeinen Interesse »entnazifiziert« und »demilitarisiert« werden müsse. Beim anderen Begründungsset wird historisch noch weiter zurückgegangen. Es sei endlich an der Zeit, das »dreieinige russische Volk« aus »Großrussen, Weißrussen und Kleinrussen« zusammenzuführen und die widernatürliche Abwendung der »Kleinrussen« von der Rodina rückgängig zu machen. In beiden Varianten wird der Ukraine abgesprochen, überhaupt ein eigenes Subjekt sein zu können, es seien ausländische Mächte, die sich ihrer nur bedienten.
Noch einmal erleben wir hier das schillernd-zwiespältige der sowjetischen Geschichtsschreibung zu dem, was »Großer Vaterländischer Krieg« genannt wurde. War es ein internationalistisch-antifaschistischer Kampf zur Befreiung der Welt von der faschistischen Bestie oder doch eher ein national-patriotischer Akt des Russentums mit freundlicher Unterstützung der Schar unter dessen Hoheit befindlicher Hilfsvölker? Wer in den letzten Jahren russischen Militärs sowie Fernsehsendungen und insbesondere dem großen »Er« zugehört hat, weiß, dass diese Uneindeutigkeit zugunsten der letzteren Geschichtsversion entschieden ist. Warum dieser Krieg? weiterlesen »



























