Rechte Parlamentarier in Kinofilmen: Als hätte die AfD das Drehbuch geschrieben
Gleich zwei aktuelle Kinofilme zeigen Parlamentarier der AfD unkommentiert auf ihrem Terrain. Das Stilmittel, auf einen Kommentar und jegliche Einordnung zu verzichten, mag bei Naturdokumentationen beruhigend wirken, bei AfD-Propaganda ist es einfach nur verstörend und trägt zur weiteren Verklärung und nicht zur Aufklärung über die Partei und ihre Funktionäre bei.
Im Film »Volksvertreter« dokumentiert Andreas Wilcke das Ankommen der AfD im Bundestag. Seit 2017 hat er für drei Jahre Norbert Kleinwächter (Brandenburg), Enrico Komning (Mecklenburg-Vorpommern), Götz Frömming (Berlin) und Armin-Paulus Hampel (Niedersachsen) begleitet und sie bei der Arbeit gefilmt. Sie sitzen in Büros, diktieren Reden, überlegen genau, wie welcher Satz, welches Wort ankommt, analysieren Reden, deuten herrschende Narrative um und machen all das, was wir auch von anderen (Oppositions-)Parteien kennen: Sie inszenieren sich, ihre Person, ihre Partei und vor allem die Unterschiede zu den Mitbewerbern innerhalb und außerhalb ihrer Reihen. 90 Minuten geht das so. Mehr oder weniger grobe Bildungsbürger, die einem nicht vorgestellt werden, reden aufgeregt über Merkel, über Medienhetze und über Mitglieder anderer Parteien. Sie sprechen dabei nicht zur Kamera. Die läuft einfach so mit und hält manchmal die Stille aus. Das macht den Film laut Spiegel zu einem »leisen Film« zu einer sonst lauten Partei. Gefährliche Relativierung weiterlesen »





























