Die »Turonen« bekamen in Thüringen wenig Probleme mit dem Staat aufgrund ihres rechten Terrors. Ihre tiefe Verwurzelung in der organisierten Kriminalität wird ihnen nun aber zum Verhängnis
Die insbesondere in Thüringen aktive und mutmaßlich im Jahr 2015 gegründete extrem rechte Rockergruppe »Turonen« befindet sich derzeit in einer existenziellen Krise. Zahlreiche Führungsleute der gelegentlich »Nazimafia« genannten Organisa-tion, darunter das Oberhaupt Thomas Wagner, sitzen nach zwei Wellen von Razzien durch hunderte Beamt:innen im Februar 2021 und Juni 2022 weiter im Knast (siehe Marginalie Seite 18). Die »Turonen«, die als Logo das Pfeilkreuz der ungarischen Faschisten nutzen, gelten als Elite der »Bruderschaft Thüringen«. Unter deren Dach befindet sich mit der »Garde 20« ein Rekrutierungszirkel – -rockertypisch »Supporter« genannt. Zur Kleidung gehören die bei Rockern üblichen Lederkutten. Umfangreiche Kontakte sollen die »Turonen« zu Gruppen in der Schweiz und Österreich sowie anderen Ländern Europas unterhalten, aber auch bundesweit sind die Thüringer gut vernetzt. Als Vorbild dient offenbar die oberösterreichische Nazitruppe »Objekt 21«, zu der personelle Überschneidungen existieren. Zudem deutet einiges darauf hin, dass Waffen und Drogen von »Objekt 21« zu den »Turonen« gelangt sind. Nazigang in der Krise weiterlesen »





























