»Keine Probleme einzelner«

6. November 2021

Jörg Reichel im antifa-Gespräch zu Angriffen auf Demonstrationen gegenüber Journalist:innen

antifa: Immer wieder dokumentierst du als Gewerkschafter Fälle von körperlicher Gewalt gegenüber Journalist:innen. Was brachte dich persönlich zu diesem Engagement?

Jörg Reichel: Letztlich das Aufkommen der Corona-Proteste im Frühjahr 2020. Die Kolleg:innen, insbesondere Pressefotograf:innen, haben sich bei uns gemeldet und beklagt, dass man auf der Straße nicht mehr arbeiten kann. Dann haben wir sie verstärkt begleitet und versucht, die Situation zu analysieren, Übergriffe zu dokumentieren und Gegenstrategien zu entwickeln. Es war eine Zeit, in der im Grunde pro Woche in Berlin zwei, drei Demos und Aktionen der Querdenker stattgefunden haben. Uns war relativ schnell klar, dass die Übergriffe keine Probleme einzelner, sondern vieler sind. »Keine Probleme einzelner« weiterlesen »

Rassistische Offensive

geschrieben von Janka Kluge

6. November 2021

Eine Chronologie rassistischer Angriffe zu Anfang der 1990er Jahre – und was folgte

Die 1990er Jahre sind für viele Antifaschist_innen eng verbunden mit den Namen verschiedener Städte: Hoyerswerda, Solingen, Mölln, Mannheim, Rostock, Lübeck, Stuttgart – um nur einige zu nennen. Hier gab es in jenen Jahren rassistische Anschläge. Den rassistischen Ausschreitungen, Brandsätzen und Morden waren zwei Ereignisse vorausgegangen. Die sozialistischen Staaten waren unter dem Druck des Westens zusammengebrochen. Nationale Gruppen gründeten neue Staaten aufgrund ethnischer Zuschreibungen. In der Folge stieg die Zahl von geflüchteten Menschen. Einige von ihnen schafften es nach Deutschland und beantragten Asyl. Das zweite Ereignis war die Einverleibung der DDR durch die BRD. Mit dieser sogenannten Wiedervereinigung erstarkten neonazistische Gruppen, die von einem neuen Faschismus träumten. Rassistische Offensive weiterlesen »

Verzweifeln und Hungern

geschrieben von Christin Kaspari

6. November 2021

Mit welchen Mitteln für eine andere Klimapolitik?

Die Klimakrise ist hierzulande in den letzten vier Jahren nicht nur sichtbarer geworden, durch anhaltende Dürren und verheerende Flutkatastrophen etwa, sie ist auch lauter geworden – zu verdanken ist dies einer großen Klimabewegung, die ihr Drohen immer wieder sichtbar macht, sei es durch Aktionen des zivilen Ungehorsams oder große Streiks, an denen Hunderttausende teilnehmen. Gebracht hat es bislang wenig, aus der Warnung vor der 1,5-Grad-Marke ist schnell das 1,5-Grad-Ziel geworden, der Weg dorthin voller inhaltsleerer und realitätsferner Versprechungen seitens der Politik. Dass die Flutkatastrophe in Westdeutschland beziehungsweise der Umgang damit medial als Duell zwischen Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) gehandelt wurde, aus dem ausgerechnet Olaf Scholz (SPD) als Gewinner hervorging, lässt verzweifeln. Verzweifeln und Hungern weiterlesen »

Gegen Demogesetz

6. November 2021

Gegen das geplante Versammlungsgesetz in Nordrhein-Westfalen haben Ende August erneut etwa 5.000 Menschen demonstriert. Nach dem Entwurf des Gesetzes würde die Anmeldung und Durchführung von Demonstrationen deutlich erschwert werden. Bei einer ähnlichen Demonstration Ende Juni hatte es massive Polizeigewalt gegen die Protestierenden gegeben. Bei der aktuellen Demo blieb es weitgehend friedlich.

Büchner-Preis für Hervé

6. November 2021

Am 12. Dezember bekommt in Darmstadt die deutsch-französische Literaturwissenschaftlerin und Feministin Florence Hervé den Luise-Büchner-Preis für Publizistik überreicht. Den Preis erhält Hervé für ihr gesamtes Lebenswerk, insbesondere für die Zugänglichmachung der Geschichte der Frauenbewegung. Hervé hat viel zur historischen Aufarbeitung des Widerstands von Frauen gegen den Faschismus beigetragen.

AfD-Spendenskandal I

6. November 2021

Es gibt neue Informationen zu dem 2017 bekannt gewordenen Wahlspendenskandal. Anhand von internen Unterlagen wurde Mitte September offengelegt, dass die offizielle Plakatkampagne der AfD und die Kampagne ihres Unterstützungsvereins beim Anbieter von Außenwerbung Ströer zu einem Vorgang zusammengefasst wurden. Ströer führte bei Plakataufträgen im Wert von drei Millionen Euro die AfD als »Direktkunden«, auch die Goal AG aus der Schweiz wird neben der AfD genannt – ein Hinweis darauf, dass die Spenden aus der Schweiz finanziert und koordiniert wurden. Der Unterstützerverein taucht bei Ströer nur als Direktkunde für zwei Landtagswahlen auf. Die Behauptung der AfD, von den damaligen Plakatspenden nichts gewusst zu haben, wird durch die neuen Erkenntnisse widerlegt.

Die Kehre am Bahnhof

6. November 2021

Die neofaschistische Vierteljahresschrift Die Kehre erscheint seit der Sommerausgabe auch in Bahnhofskiosken. Gut ein Jahr nach ihrer ersten Ausgabe testet Chefredakteur Jonas Schick einen neuen Vertriebsweg für seine rechte »Öko«-Zeitung. Er versteht unter Ökologie aber mehr »Kulturlandschaften, Riten und Brauchtum«. Er will so eine Verengung der Ökologiedebatte auf den Klimawandel verhindern.

MV mit Eingeständnis

6. November 2021

Die Behörden Mecklenburg-Vorpommerns haben seit 2017 im Zusammenhang mit den Ermittlungen um den Komplex »Nordkreuz« insgesamt 21 Verfahren gegen zehn Personen eingeleitet. Auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Peter Ritter (Linke) musste die Landesregierung eingestehen, dass neun dieser Verfahren inzwischen eingestellt und drei weitere an andere Bundesländer abgegeben worden sind. Bisher gab es eine Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Sieben weitere Verfahren laufen noch. Zu einem Ermittlungsverfahren wurden keine Angaben gemacht.

Tausende gegen Marsch

6. November 2021

Am 18. September fand in Berlin der jährliche »Marsch für das Leben« statt. Neben dem AfD-Bundesvorstand hatte auch die Deutsche Bischofskonferenz zur Demo aufgerufen. Es nahmen einige tausend Menschen teil. Insbesondere sprachen sie sich gegen ein Recht auf Schwangerschaftsabbruch aus. Zu einer feministischen Gegendemonstration rund um das Brandenburger Tor und dezentralen Protesten erschienen nur etwas mehr Menschen. Laut Polizei kam es zu keinen Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen.

AfD-Spendenskandal II

6. November 2021

Das Ermittlungsverfahren gegen Alice Weidel zum Spendenskandal in Baden-Württemberg wurde eingestellt. Der deutsch-schweizerische Millionär Henning Conle spendete für Weidel über die Tarnfirma eines Schweizer Apothekers an die Landes-AfD. Einen Beweis für eine Absprache zwischen Spender und AfD konnten die Behörden nicht finden. Die Rücküberweisung durch die Partei erfolgte an das Tarnunternehmen. Über den Strafbescheid der Bundestagsverwaltung gegen die AfD (396.000 Euro) muss noch ein Revisionsgericht befinden.

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