40 Jahre nach dem Attentat

geschrieben von Ernst Antoni

9. Dezember 2020

Oktoberfest-Terroranschlag endlich als extrem rechts gewertet

Das hatte es vorher noch nie gegeben bei den jährlich von der DGB-Jugend Bayern veranstalteten Gedenkfeiern zum Jahrestag des Bombenanschlags auf das Münchner Oktoberfest vom 26. September 1980. Neben dem Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) – der sich, wie sein Vorgänger Christian Ude zu diesem Thema bereits seit Jahren engagiert – sprachen dieses Mal auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder zu den Überlebenden, den Nachkommen der Opfer und den anderen Teilnehmenden beim Gedenken am Eingang zur Theresienwiese.

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Staatsbürgerschaft

9. Dezember 2020

Etwa 600 Nachkommen von NS-Verfolgten haben auf Grundlage einer vor einem Jahr eingeführten Neuregelung bislang einen Antrag auf die deutsche Staatsbürgerschaft gestellt. Wie das Bundesinnenministerium Ende August mitteilte, wurden bisher 220 entschieden. Die übrigen würden noch bearbeitet. Das Ministerium hatte zum
30. August 2019 die Einbürgerung für Nachfahren von Verfolgten erleichtert, denen vor einer Ausbürgerung durch die Nazis die Flucht gelungen war und die später eine andere Staatsangehörigkeit angenommen hatten.

Ermittlungen eingestellt

9. Dezember 2020

Die Ermittlungen gegen Heinz-Christian Strache zu verdeckten Spenden über par-teinahe Vereine sind durch die Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft eingestellt.  worden. Ein Sprecher teilte am 22. September mit, dass man die Vereinsstrukturen auf die im Ibiza-Video erwähnten Parteispenden hin geprüft habe. Es seien keine Zahlungen gefunden worden, »die strafrechtlich relevant sind.« Strache war bis 2019 Chef der rechtspopulistischen FPÖ.

AfD-Mitgründer tritt aus

9. Dezember 2020

Konrad Adam, Mitgründer der AfD, will aus der Partei austreten. Adam kündigte Ende September an, ab 2021 werde er der AfD nicht mehr angehören. Seinen Austritt begründete er mit dem Kurs der Partei in den vergangenen Jahren. Für die AfD als eine »bürgerlich-konservative« Kraft sehe er keine Zukunft mehr. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Gauland habe sich immer wieder schützend vor die »Rechtsausleger« der Partei gestellt.

Mahnmal beschädigt

9. Dezember 2020

Mitte August haben Polizisten am Mahnmal auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Barth (Mecklenburg-Vorpommern) schwere Beschädigungen festgestellt. Unbekannte Täter sollen aus den Treppenstufen vor dem Mahnmal Platten genommen, zertrümmert und damit die Gedenktafeln beworfen haben. Im KZ-Außenlager Barth waren während des Zweiten Weltkriegs Menschen aus 18 Nationen inhaftiert. Auf dem ungefähr 19 Meter langen Mahnmal sind insgesamt acht Gedenktafeln befestigt.

Bürgerwehr verurteilt

9. Dezember 2020

Drei Männer sind am 24. September zu Geldstrafen verurteilt worden, weil sie Ende 2018 mehrfach in roten Warnwesten durch die Fuldaer Innenstadt liefen und Propagandamaterial verteilten. Das Gericht befand sie für schuldig, die Versammlungen nicht angemeldet und gegen das Uniformierungsverbot verstossen zu haben. Geldstrafen hielt der Richter für ausreichend, da die Täter nicht aggressiv auftraten und vorher noch nicht straffällig geworden waren.

Langes Strafregister

9. Dezember 2020

Von Mitgliedern der Partei »Die Rechte« sollen in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen elf Jahren 378 politisch motivierte Straftaten begangen worden sein. Darunter seien 71 gefährliche Körperverletzungen, teilte das NRW-Innenministerium mit. »Bei 290 Mitgliedern sind 378 Straftaten extrem viel«, sagte Verena Schäffer (Grüne). »Die Rechte« sei aus vier verbotenen Kameradschaften hervorgegangen und nütze das Parteienprivileg aus, sagte Schäffer. Trotzdem ist sie gegen ein Verbot, da die handelnden Personen nicht verschwänden.

Enver-Simsek-Platz

9. Dezember 2020

In Jena ist ein Platz nach einem der Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) benannt worden. Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) weihte am 19.September den »Enver-Simsek-Platz« im Stadtteil Winzerla ein. An der Veranstaltung nahmen die Witwe, die Kinder und weitere Familienangehörige sowie der Ministerpräsident Thüringens, Bodo Ramelow (Die Linke), teil. Enver Simsek wurde am 9. September 2000 an seinem Blumenstand in Nürnberg niedergeschossen. Das NSU-Trio, das bundesweit für zehn Morde verantwortlich ist, war in Jena-Winzerla aufgewachsen.

Reichsflaggen verboten

9. Dezember 2020

Als erstes Bundesland hat Bremen das öffentliche Zeigen der Reichsflagge und der Reichskriegsflagge verboten. Der Erlass von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) gilt seit dem 21. September. Werden die Fahnen bei Demos gezeigt oder im Garten gehisst, wird ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro fällig. Neofaschisten nutzen beide Flaggen als Ersatz für die durch das Strafgesetzbuch verbotene Hakenkreuzfahne. In mehreren Bundesländern fordern Parteien, Gewerkschaften und antifaschistische Organisationen (zum Beispiel VVN-BdA NRW), das Verbot umzusetzen (siehe Seite 15 im Länderteil).

Lebenslänglich

9. Dezember 2020

Brenton Tarrant, der Attentäter von Christchurch (Neuseeland), muss für den Rest seines Lebens ins Gefängnis. Richter Cameron Mander verurteilte den Neonazi aus Australien  Ende  August  zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe ohne Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung. Der 29-Jährige hatte am 15. März 2019 vor zwei Moscheen in Christchurch 50 Muslime erschossen und 40 zum Teil schwer verletzt.

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