Beiträge aus Wien zu einer vielfältigen Erinnerungspraxis
Mit der Vergangenheit und deren Deutung wird die Zukunft einer Gesellschaft verhandelt. Das Buch »Erinnern in Zukunft« will »gewohnte Narrative der Erinnerung« hinterfragen und plädiert dafür, dass »eine gerechte, demokratische und friedliche Zukunft eine Erinnerungspraxis (braucht), die offen für verschiedene Perspektiven ist und Raum für vielstimmige Erfahrungen der heutigen Gesellschaft lässt« (S. 12). Entstanden ist es in Wien, wo in der Brunnenpassage am Yppenplatz seit 2021 verschiedene Aktivitäten unter diesem Vorzeichen stattfinden.
Hintergrund war und ist es, einen dort gelegenen und stillgelegten Bunker in einen von der städtischen Zivilgesellschaft gestalteten und getragenen Ort der Erinnerung und des Gedenkens umzuwidmen. Der Bunker soll im sprichwörtlichen Sinne geöffnet werden, um Raum für viele Stimmen aus der aktuellen, multinationalen Stadtgesellschaft zu bieten1. Es sollen neue Perspektiven in die offizielle ebenso wie in die klassisch linke Erinnerungspolitik eingebracht werden. Dabei ist klar, dass Widersprüche existieren und Toleranz sehr hilfreich, wenn nicht unabdingbar ist. Für ein plurales Erinnern weiterlesen »































