Vom Jugendprojekt zu demokratischer Teilhabe: Treibhaus Döbeln
antifa: Döbeln ist eine Kreisstadt in Mittelsachsen. Ihr betreibt seit 2001 in der Bahnhofstraße das Treibhaus. Was sind eure Schwerpunkte?
Stephan Conrad: Wir haben uns 1997 als Initiative gegen die rechte Jugendkultur in unserer Stadt organisiert. Daraus ist das Treibhaus als Begegnungszentrum hervorgegangen. Erst als Jugendclub im Erdgeschoss, als Schutzraum für nichtrechte Jugendliche, Punks, Skater, Graffiti-Sprayer, Goths usw. Später haben wir das Haus – ein altes Hotel – erworben, und nun nutzen wir die oberen Etagen auch. Wir bieten mittlerweile für alle Generationen Kulturveranstaltungen, Werkstätten, Beratungen, internationalen Austausch, politische und historische Bildung. Dabei setzen wir vor allem auf Partizipation – es gibt kein Projekt, das nur auf den Veranstaltungskonsum abzielt, alle Projekte verstehen sich als Mitmachangebote. Ein Großteil der Aktivitäten wird von Ehrenamtlichen initiiert und getragen. Die Hauptamtlichen sorgen für die Kontinuität, Verwaltung und Finanzierung. Bedarfe werden an uns herangetragen. So sind auch die Projekte außerhalb des Hauses entstanden. Eine Skatehalle, Bildungsfahrten, Stadtrundgänge und viele Veranstaltungen in anderen Räumen. Unser Schwerpunkt ist ganz banal, Vorurteile abzubauen und Räume des unkommerziellen und solidarischen Miteinanders zu etablieren. Wir glauben, dass das der Schlüssel zu einer weniger gewaltvollen Realität ist. Durch Begegnung, Bildung und die Sicherstellung eines Schutzraums, in dem Diskriminierung keinen Platz hat. Solidarisches Miteinander weiterlesen »





























