Sportliche Stimme der Vernunft

geschrieben von Reiner Braun und Horst Trapp

31. März 2020

Abschied vom Friedenskämpfer und Antifaschisten Horst Meyer

Der ehemalige Ruder-Olympiasieger, Mitglied der »Krefelder Initiative« und Gründer der Initiative »Sportlerinnen und Sportler gegen Atomraketen«, der politisch engagierte Mensch Dr. Horst Meyer, ist überraschend im Alter von 78 Jahren auf Lanzarote gestorben. Mit ihm verband uns insbesondere das Eintreten für eine friedliche und gerechtere Welt.

Völkerverständigung und Weltoffenheit waren ihm als Sportler selbstverständlich. Frieden war sein Credo. Rassismus, Hass und Unterdrückung lehnte er ab. Vorbildlich war sein Engagement gegen Versuche, die Ereignisse der Nazizeit zu verdrängen oder umzuschreiben. Sportliche Stimme der Vernunft weiterlesen »

Skandalöses Urteil zu NPD-Plakat

geschrieben von Zusammengefasst von Valentin Zill

31. März 2020

Eine Frankfurter Rechtsanwältin geht dagegen vor

Ein Gießener Verwaltungsrichter hatte am 09.08.2019 geurteilt, ein von der Gemeinde Ranstadt entferntes NPD-Wahlplakat zur Europawahl erfülle nicht den Tatbestand der Volksverhetzung, und dabei »argumentiert« wie die NPD (P. C. Walther berichtete in antifa Jan./Feb. 2020 auf Seite 12). Ob dieser Missachtung des Rechtsstaats wendete sich Anwältin Gisela Puschmann an die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) und fordert die Überprüfung seiner Diensttauglichkeit. Ihr Brief in Auszügen: Skandalöses Urteil zu NPD-Plakat weiterlesen »

Frieden und Antifaschismus

geschrieben von Martha Metzger und Franz Egeter

31. März 2020

Im November 2019 legten 100 Delegierte aus Gruppen und Landesverbänden der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen e.V. (DFG-VK) auf ihrem 22. Bundeskongress unter dem Motto »Netzplan für eine Welt ohne Militär« Schwerpunkte ihrer zukünftigen Arbeit fest. Frieden und Antifaschismus weiterlesen »

Unspektakuläres Ende

28. März 2020

Die »Deutsche National-Zeitung« ist mit Ablauf des 69.Jahrgangs zum Jahresende 2019 eingestellt worden. »Der Medienwandel der letzten 15 Jahre und das damit einhergehende geänderte Nutzerverhalten machen diesen Schritt unumgänglich«, heißt es in einer kurzen Erklärung des Münchner DSZ-Verlags. Die Zeitung war 1951 als »Deutsche Soldaten-Zeitung« mehrheitlich von Altnazis gegründet worden. Später wurde die Zeitung von Dr. Gerhard Frey übernommen und hieß ab 1963 »Deutsche National- und Soldaten-Zeitung«.

Rechtsmedizin belastet Ermittler

28. März 2020

Der ehemalige Chef der Rechtsmedizin Rostock, Wegener, fasste im Untersuchungsausschuss des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern zur NSU-Mordserie zusammen: »Es ist nicht genügend ergebnisoffen ermittelt worden.« Wiederholt habe die Polizei öffentlich ausgeschlossen, dass es sich um rechtsextreme Überzeugungstäter, um Taten mit rassistischem Hintergrund, handeln könnte. Im Gegensatz zur Polizei seien Fachkollegen bei Tagungen davon ausgegangen, dass es sich nur um einen ausländerfeindlichen Hintergrund handeln könnte. Eine Sprecherin des Innenministeriums in Schwerin sagte dazu: »Wir kommentieren keine Aussagen von Zeugen, die oft eine private Meinung wiedergeben«.

Haftstrafen für »Freie«

28. März 2020

Das Landgericht Dresden hat gegen sechs Mitglieder der Freien Kameradschaft Dresden (FKD), lange Haftstrafen verhängt. Rädelsführer Benjamin Z. (31) muss für vier Jahre und vier Monate ins Gefängnis. Angeklagt waren fünf Männer und eine Frau. Die Beschuldigten wurden wegen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Sprengstoffexplosionen verurteilt. Insgesamt wurden Strafen zwischen zwei Jahren und zehn Monaten und sechs Jahren verhängt. Die FKD hat wiederholt Gewalttaten an Ausländern, Andersdenkenden und auch Polizisten verübt. Mehrere Verurteilte konnten danach das Gericht als freie Männer verlassen. Ihre Untersuchungshaft in Verbindung mit der langen Verfahrensdauer führte dazu, dass die nicht geständigen Straftäter zwei Drittel ihrer Haftstrafe abgesessen hatten.

 

BKA verlangt

25. März 2020

Strafen Der Chef des Bundeskriminalamts, Holger Münch, fordert eine Strafverschärfung für die Veröffentlichung sogenannter Feindeslisten. »Wer Listen vermeintlicher politischer Gegner veröffentlicht – verbunden mit Drohungen wie ,Wir kriegen Euch alle‘, der tut dies mit dem Ziel, Menschen einzuschüchtern und Angst zu verbreiten«, sagte Münch. Das Verfassen solcher Listen müsse daher »unter Strafe gestellt werden«. Die linke Bundestagsabgeordnete Martina Renner glaubt nicht, dass Münchs Vorstoß das Problem lösen würde. »Wir brauchen kein neues Gesetz, sondern entschlosseneres Vorgehen auf Grundlage der geltenden Gesetze«, sagte sie.

Rechte »Gefährder«

25. März 2020

Die Zahl der »Gefährder« im Bereich »Rechtsextremismus« ist in Deutschland nach Einschätzung des Bundeskriminalamts deutlich höher, als bislang bekannt. Der polizeiliche Staatsschutz müsse prüfen, »ob wir die Zahl der Eingestuften erhöhen müssen, wovon wir ausgehen«, sagte der Präsident des BKA, Holger Münch, beim Europäischen Polizeikongress in Berlin. »Wir müssen stärker schauen, ob wir alle Personen wirklich kennen.« Als leidvolles Beispiel für ein Ermittlungsverfahren, das weiße Flecken auf der Karte aufgezeigt habe, nannte der BKA-Präsident den Fall des extrem rechten Bundeswehr-Soldaten Franco Albrecht, der sich als syrischer Flüchtling ausgegeben hatte.

Alles »Einzelfälle«

23. März 2020

Polizei ist in ihrer Mehrzahl nicht rechtsextrem; rechtsradikale Taten sind »Einzelfälle« und keineswegs systematischer Natur – so interpretiert der hessische Innenminister, Peter Beuth (CDU), die ersten Ergebnisse einer bislang einmaligen Online-Umfrage unter Polizisten. An der Befragung, die das »Hessische Kompetenzzentrum gegen Extremismus« vornahm, beteiligten sich knapp 4.300 der insgesamt 17.000 hessischen Polizeibeamten. Ihrer Selbsteinschätzung zufolge sehen sich zwei Drittel der Beamten politisch in der Mitte, fast 19 Prozent halten sich für »mäßig rechts«, 1,7 Prozent für »rechts« oder »ausgeprägt rechts«. Überzogene Kameradschaft und die Abschottung beobachteten immerhin zehn Prozent der Polizisten. 30 Prozent haben mindestens einmal »schwerwiegendes Fehlverhalten von Kollegen« erlebt, mehr als jeder Dritte sah sich schon einmal gemobbt.

Neue Terrorzelle

23. März 2020

Nach bundesweiten Razzien gegen eine mutmaßlich rechte Terrorzelle haben Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof Haftbefehle gegen zwölf Männer erlassen. Die mutmaßlichen Rechtsterroristen sollen laut Bundesanwaltschaft Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime ins Auge gefasst haben. Bei den Durchsuchungen sollen zahlreiche Waffen sichergestellt worden sein, darunter selbstgebaute Handgranaten. Zum Kern der Gruppe rechnet die Bundesanwaltschaft noch einen flüchtigen fünften Mann.

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