Ein Sammelband über den Verfassungsschutz
Eigentlich ist er schon seit seiner Gründung ein Skandal: der Verfassungsschutz. Ein im Papy Rossa-Verlag erschienener Sammelband fächert einmal mehr die verschiedenen Dimensionen des Problemkomplexes Inlandsgeheimdienst auf.
Der in der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete Inlandsgeheimdienst sollte »keine neue Gestapo« sein und wurde deshalb euphemistisch »Verfassungsschutz« genannt. Rolf Gössner, selbst jahrelang vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet, schildert im ersten Beitrag des Bandes die Geschichte des Amtes und legt Thesen zu seiner Abschaffung vor. Es folgt eine ebenso prominente Einschätzung von Martin Kutscha, der seit Jahrzehnten die juristischen Problematiken zum Thema bearbeitet. Kutscha hebt besonders auf den Einsatz von V-Personen ab. Das sind Personen aus einer Szene, die Informationen an den Geheimdienst weitergeben, meist gegen Bares oder andere staatliche Gegenleistungen (zum Beispiel Straffreiheit).
Ergänzt wird Kutschas Beitrag mit dem von Antonia von der Behrens. Die Rechtsanwältin war Vertreterin der Nebenklage im NSU-Prozess und bereichert den Band mit vielen Beispielen zur V-Person-Praxis der Dienste. Sie kommt zu dem Schluss, dass der Einsatz von V-Personen weder zur juristischen Aufklärung noch zur Verhinderung von Verbrechen beiträgt. Das »Prinzip Geheimdienst« weiterlesen »






























